Grandprix – Eurovision Songcontest 2007 ..
Zugegeben … auch wenn ich seit einigen Jahren nicht mehr viel von diesem Contest halte – enttäuscht über die Entwicklung bin ich dennoch.
Ich bin zufällig beim Zappen beim Grandprix hängen geblieben und habe mir mal einige Auftritte angesehen. Ich war letztendlich enttäuscht und geschockt über die abgegebenen Ergebnisse der einzelnen Länder.
Komme wir zur Ukraine. Als ich den Auftritt sah war ich erst einmal baff – WAS SOLL DAS BITTE SCHÖN SEIN? Nichts gegen schrille Leute. Aber dieser “Dame Edna” verschnitt für Arme und der dazugehörige Song. Also bitte … so etwas hätte ich vor 10-15 Jahren in den Deutschen Charts als billigen Techno-Abklatsch erwartet – aber doch nicht auf dem Grandprix!!!!
Der Text – absolut sinnig und zeugt von Kreativität: “Sieben, sieben, ailulu – sieben, sieben eins, zwei”. Und so ein Song wird Platz 2? Das zeugt von (Entschuldigung wenn ich jemanden zu nahe trete) dem geistigen Zustand und der Intelligenz der meisten Stimmenabgeber.
Wer sich den geistigen Erguss hingeben möchte – hier kann sich der Mumpitz angesehen werden.
Kommen wir zur russischen Front: “Serebro” mit dem sagenhaften Titel “Song #1“. Das Video ist ja recht ansehnlich, aber der Live-Auftritt war ja katastrophal in meinen Augen. Da konnte selbst Slatko (ja, auch er war peinlich) stellenweise besser die Töne treffen. Sie haben angeblich zwar alle eine musikalische Ausbildung, sind aber zusammengecastet worden nach den Kriterien eines einzelnen: Mit “perfekten Stimmen, einem chicen Auftreten und Charisma”. Super Kriterien. Man kann sehen, wohin so etwas führt.
Kommen wir zu Bulgarien: Elitsa TODOROVA & Stoyan YANKOULOV mit dem Titel “Water“. Das ganze erinnerte mich an eine Truppe vor einigen Jahren auch in unseren heimischen Charts. Die Trommel-Aktionen sind ja ganz nett – aber das Geheule Gesang der, naja, nett anzusehenden Tante und die Techno-Vibes im Hintergrund hätten die sich sparen können.
Auch diese sind für mich keine Favouriten gewesen, während ich der Veranstaltung folgte ..
Es waren in meinen Augen einige Kandidaten angetreten die gutes Potential hatten. Zum Beispiel hätte für ich Roger Cicero weitaus mehr Chancen erhofft als den bescheidenen 19. Platz.
Auch wenn ich nicht unbedingt mit der Erstplatzierung von dem serbischen Beitrag mit “Molitva” (Gebet) einverstanden bin, ist es dennoch bei Weitem besser als der “Ailulu”-Mist von den Ukrainern.
Alles in allem werden der Großteil der teilnehmenden Sänger beim Grandprix Jahr für Jahr immer mieser und ich frage mich, ob unsere Rundfunkgebühren für solch eine Ostblock-Zurschaustellung (man brauchte sich ja nur die “freundschaftlichen” Punkte der Ostblock-Bruder- und Nachbarländer einander ansehen) noch ausgegeben werden sollten. Und ich denke mal der Anteil aus dem deutschen Gebührentopf ist nicht gerade gering ausgefallen – und das über Jahre hinweg.
Ich gucke mir diesen Contest schon seit Jahren nicht mehr an. Durch die Medienberichte drumherum bekommt man ja genug mit. Es dreht sich einem der Magen um, wenn man mitbekommt, was für Leute da von einigen Ländern hingeschickt werden. Manchmal hat man das Gefühl, bei einer Freakshow gelandet zu sein.
In meinen Augen findet man auf solchen oder vergleichbaren Veranstaltungen oder gar in gehypten Castingshows kaum gute Musikbeiträge.
Zum Thema Punktevergabe sei allerdings dieser Artikel auf BILDblog empfohlen. So ganz sollte man diesem Ostblock-Bashing wohl nicht folgen…
Das ist richtig Artanis, so ganz sollte man dem Ostblock-Bashing nicht folgen. Ich habe dazu einige Beiträge gesehen und gelesen und komme dennoch (bezüglich der Aufschlüsselung der einzelnen Punkte-Vergaben), daß die “Ostblock-Staaten” fast alle Punkte (bis auf einige Ausreißer) an ihre Nachbarländer vergeben haben. Es ist kaum ein westeuropäisches Land vertreten, wenn man einmal die Punkte zum Verlgeich her nimmt, die z.B. von UK, Irland, Frankreich usw. stammen.