Frau von der Leyen will mit aller Macht und an allen Fronten so schnell wie möglich die Netzsperren haben, um uns alle vor dem “bewussten” Ansehen von KiPo zu schützen – mit blindem Aktionismus und Unsachverstand (Audio). Jeder, der sich gegen ihre Meinung stellt, wird als KiPo-Befürworter hingestellt, zeigt “verächtend” auf ihn, da man die Freiheit der Kommunikation (garantiert gemäß GG) höher stelle, als das Wohl eines/der Kinder. Ich will auch, dass die Kinder vor solchen Menschen (Betonung liegt auf Menschen) geschützt werden. Aber bitte mit den richtigen Mitteln und nicht solch eine Farce. Ich vertrete immer noch die Meinung, dass Sperren nichts helfen, da diese von den “Bösen” leicht umgangen werden können. Ebenso bin ich fest der Meinung, dass diese Sperren für andere “Begehrlichkeiten” alsbald wie möglich gefordert werden.

Ups – so schnell hätte ich damit nicht gerechnet, denn kaum 12 Minuten nach Beginn der KiPo-Blockadedebatte fiel das Wort “Urheberrecht”. Ich selbst, wie auch Fefe & Co haben mitunter darauf hingewiesen, dass die so hoch in den Himmel gelobten Sperrlisten der Skandinavier zu über 96% legale Inhalte und Webseiten beinhalten. Wieso, wenn ich fragen darf – was haben diese gesperrten Seiten mit KiPo zu tun? Richtig – rein gar nichts!

Der CCC weißt auch in einem Interview (Audio) mit wichtigen und sachlichen Argumenten auf dem Deutschlandradio darauf hin, dass solche Mechanismen, wenn erst einmal etabliert, mit Sicherheit auch für die Filterung anderer Inhalte genutzt werden und zeigt auch auf, wo in unseren geschätzten Nachbarländern mit den geschätzten Sperrlisten dies schon zum Teil geschehe. Von der anderen Seite der Diskussion kommt nur das Gleiche “Denkt doch an die Kinder – die anderen Länder machen es doch auch und sogar soooooo erfolgreich. Wir müssen uns ein Beispiel daran nehmen”.

Ich frage mich mehrmals – schon allein deswegen, dass man die Täter auch fasst:

  • Wieso kann man ANGEBLICH nicht die Täter/Drahtzieher im Internet fassen, wenn die Server zum Großteil in kooperierenden Ländern, wie Deutschland, USA, Großbritannien und Co. stehen? Standorte sind bekannt, Eigentümer ermittelbar, Geldflüsse kontrollierbar und das alles mit rechtsstaatlichen Methoden, die schon vor 20 Jahren galten. Da muss nichts neu erfunden und Freiheiten eingeschränkt werden …
  • Wieso müssen Filtermechanismen gegen teuer Geld aufgebaut werden, die letztendlich nur eine spanische Wand aufbauen, aber die Täter nicht belangt? Getreu nach dem Motto: “Was ich nicht sehe, das existiert auch nicht!”?
  • Wieso soll das BKA täglich die Sperrlisten aktualisieren? Haben die dann noch die Zeit überhaupt zu fahnden und die Täter dingfest zu machen?
    Wie schreibt Fefe dazu: “Schlimmer noch: bisher, wenn man eine fiese Kinderporno-URL kennt, kann man zu dem Server gehen und die Zugriffe protokollieren. Dann kann man die Leute verfolgen, die zugegriffen haben. Das ist zwar immer noch schlecht, weil der blosse Konsum über das Web nicht strafbar ist, und dann massive Monster-Razzien mit zigtausend Hausdurchsuchungen passieren, wo gegen den Großteil der Leute nichts auszurichten ist, aber wenn das BKA filtert, hat man keine Logs mehr. Man hat nur noch die Logs, wer auf die Filter-Server zugegriffen hat, aber die beinhalten ja keine Kinderpornos mehr, damit ergibt sich auch kein versuchtes Beschaffen von Kinderpornographie und damit können sie auch ihre Hausdurchsuchungen nicht mehr begründen. Anders ausgedrückt: mit Internetsperren verhindern sie (BKA/Politik) nicht nur nicht, dass Leute sich Kinderpornos angucken im Internet, sie sorgen im Gegenteil dafür, dass sie die, die es versuchen, nicht mehr verfolgen können.
    Sollte nicht schon deswegen daran gedacht werden, das Ganze aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und die Kritiken ernst zu nehmen? 
  • Wieso wird das Geld nicht ausgegeben, um die Täter in den befreundeten Ländern ausfindig zu machen, zur Verantwortung zu ziehen und den Sumpf trocken zu legen?

Diese Fragen stellen sich die Kritiker – die, die als KiPo-Befürworter oder wie vorher als Terroristen-Helfer verschrien wurden. Wieso wird auf diese Diskussionsgrundlage nicht eingegangen?

WEIL ES MIT KIPO NICHTS ZU TUN HAT! Das ist meine Meinung dazu – ich sag dazu nur zB. Aufkeimen der Diskussion und Begehrlichkeiten zur Nutzung der Filtermechanismen zur Wahrung des Urheberrecht (siehe 2. Absatz)! Damit ist auch wirklich keinem Kind, was so etwas erleben musste geholfen. Tolle Politik! Mit 200 Sachen voll gegen die 200m hohe Mauer! War natürlich nicht rechtzeitig zu erkennen *kopfschüttel*

Heute ist es KiPo, morgen (wie bereits auf den Listen) Schwulen-Seiten, übermorgen Rechts- und Linksradikalismus und in es dauert nicht lange, dann … naja, bin eh ein Schwarzmaler!