Irrsinn Urheberabgaben und Verwertung
Bei Heise tauchen gleich hintereinander zwei Meldungen auf (Klingeltöne sind öffentliche Aufführungen, Einigung bei Urheberabgaben für USB-Sticks in Sicht), die mir mitunter in der ganz großen Debatte bezüglich Verwertung und Geldeinspülen, unter anderem wegen “Raubkopien” bzw. Privatkopien, nicht ganz klar werden.
Seitdem es “Raubkopien” im Haushalt (Privatkopie) von Spielen, Filmen und Musik gibt, seitdem kämpfen die Urheber darum irgendwie die dadurch verloren geglaubten Einnahmen anderweitig kompensieren zu müssen. Im Zuge dessen wurden auf Festplatten, Kopiergeräte, Scanner und weitere “Vervielfältigungsgeräte” Urheberabgaben eingeführt. ich frage mich an der Stelle, wieso ich überhaupt für die Privatkopie Geld abdrücken muss beim Kauf solcher Geräte?
Wenn ich also meine digital erworbenen Medien sichern möchte, dann muss ich dafür zahlen. Ich muss auch dafür mit einem Obolus in die Tasche greifen, wenn nichts dergleichen sich auf den Datenträgern befindet, was Urheberabgaben bedürfte. Es geht den Verwertern an der Stelle nur, dass man es ja könnte. Nun soll das Ganze auch noch die Masse an USB-Sticks und Speicherkarten treffen, die, wenn ich meinen Verbrauch betrachte, weit unter 1% überhaupt Daten dieser Art beinhalten würden. Ich habe darauf meist für den Beruf wichtige Daten und Programme für den Kundendienst darauf, ebenso eigene aufgenommene Fotos und selbst erstellte Videos für den Transport von A nach B. Aber darum geht es anscheinend nicht, denn die Argumentation wird darauf hinaus laufen, dass man zB. mit Digitalkameras Bücher abfotografieren kann.
Dass solche Abgaben anscheinend nicht ausreichen, zeigt dieser Irrsinn der öffentlichen Aufführung von Klingeltönen. Man will unbedingt verdienen, weil anscheinend der Hals nicht vollbekommen wird. Wie lange es dauert, bis die deutsche GEMA auf solch ein Pferd aufspringt, daran will ich gar nicht erst denken. Allein die GEMA betreibt ein Geschäftsgebaren, welches fernab jedweder Realität ist. Schon allein auf die Idee zu kommen, dass das musikalische Klingeln und Abspielen von bereits bezahlten Tönen in der Öffentlichkeit eine öffentliche Aufführung und somit mit einer Gebühr behaftet sein soll, bereitet mir persönlich über die Denkweise einiger Institutionen Kopfschmerzen.
Es fehlt nur noch, dass der Traffic im Internet ebenso mit Abgaben versehen werden soll – wobei spätestens dann die Diskussion um die bösen Raubkopierer und die dadurch auftretenden Absatzverluste hinfällig sein sollten.
Witzig, da bin ich vorhin auch hängen geblieben. Wie schwachsinnig die alten Verwertungsmodelle doch mittlerweile sind – und wie krampfhaft eine ganze nicht-produktive Industrie daran klammert
[...] (Original auf Keentech) [...]
Was für Unsummen zusammenkommen können, zeigt der von mir verlinkte Artikel auf Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Privatkopie)
Nur mal als Milchmädchenrechnung, was da für Gelder fließen können und vermutlich mindestens auch werden:
Nehmen wir mal an, und das ist sehr blauäugig, allein im Monat werden in D. 10.000.000 Rohlinge verkauft, 100.000 Brenner und sagen wir mal gesamt 10.000 Scanner/Kopierer im Schnitt für 50 Euro Abgabegebühr. Das wären “bescheidene” 3,2 Millionen Euro allein in D. pro Monat fürs Nichtstun abgegriffen.
Und noch abgaben auf Leerhüllen und Regale denn man muss ja auch Raubkopien irgendwo Lagern. Oder auf Fernseher, Monitore und CD-Player denn was ist den die beste Raubkopie wert wenn man sie nicht sehen oder hören kann.
Also mit etwas Fantasie ist da noch ne menge herauszuholen