… und ich fühlte mich sogar richtig gut dabei, wenn ich ehrlich bin. Ich habe die letzten Tage intensiv, wie auch die Wochen zuvor, lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Schritt wagen sollte oder nicht – schließlich hatte ich so etwas vorher noch nie getan.

Ich weiß noch nicht, welche Rolle ich dabei spielen werde, aber zumindest weiß ich, dass ich daran mitwirken und teilhaben möchte. An etwas, was einen Großteil meiner Gedanken teilt und diese vertritt. An etwas, was meiner Familie und mir die Möglichkeit gibt, die Lebensweisen zu ermöglichen, die einem Jeden schwarz auf weiß zustehen. An etwas, wo auch meine engsten Vertrauten, Bekannten, ja auch Kollegen und auch jene, die ich bisher noch nicht kenne, mitwirken und sich auch rein gedanklich unterstützend einbringen können.

Es wird ein anstrengender Weg für mich – das weiß ich nur allzu genau – aber ich habe mich entschlossen, diesen Weg zu gehen, denn ich will etwas tun, weil es so, wie es derzeit ist, nicht weitergehen kann. Priorisiert gehen Familie und Arbeit selbstverständlich vor, dennoch möchte ich alle restlichen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen.

Ich habe heute einen Mitgliedsantrag für eine Partei ausgefüllt und abgeschickt. Welche genau, das werde ich dann verkünden, wenn es auch offiziell bestätigt wurde, aber der geneigte Leser meines bescheidenen Blogs kann dies sicher erahnen bzw. aus den Zeilen heraus lesen.

Die letzten Jahre und Monate haben mich massiv an der Glaubwürdigkeit der meisten bestehenden Politiker und vieler Parteien zweifeln lassen. Es gibt hier und da Ausnahmen, konnte ich mich aber mit ihnen nur im geringen Teil identifizieren. Jeder von uns – auch wenn er es jetzt noch nicht schlimm findet oder als Problem betrachtet – hat massiv verbriefte Grundrechte einbüßen müssen und an den restlichen Grundrechten wird fleißig immer weiter gegraben, um diese schlussendlich irgendwann zu begraben. Unsere Bildung hat die letzten 20-30 Jahre eine massive Talfahrt hingelegt und es wurde politisch eher mehr zerstört, als erneuert. Wir haben uns selbst unsere Jugend zum Teil bildungstechnisch und sozial verkorkst und meckern darüber, dass wir keinen “vernünftigen” Nachwuchs haben. Die Überwachung eines Jeden schreitet immer weiter voran und wenn nicht bald etwas dagegen getan wird, dann weiß die Wirtschaft und der Staat bald alles, wenn nicht sogar mehr über uns, als wir selbst – Dinge, die keinem außer uns selbst etwas angehen.

Wir werden gegängelt, kriminalisiert, diffamiert und zu bloßen Konsumenten degradiert und das alles weil wir “nur” die Bürger dieses Staates sind. Was die Politiker aber vergessen ist, dass wir alle Staat sind. Wir sind der Souverän in diesem Land und die Politiker, die Ämter und alle anderen, die aus öffentlichen Geldern finanziert und bezahlt werden, sind eigentlich unsere Angestellten. Sie sollen für uns die Arbeit machen und nicht gegen uns arbeiten.

Das alles ist nur ein kleiner Teil, der mich vor einiger Zeit hat aufwachen lassen … und weil meckern und informieren allein nicht immer ausreicht, gehe ich eben einen Schritt weiter in eine Zukunft, die ich selbst verständlicherweise noch nicht sehen kann, ich aber diese versuche für andere, wie auch für mich, gemeinschaftlich zu formen.