Kategorie : Netz

“Abofalle” für Unwissende bei Vodafone?

Heute begab es sich wieder, dass der anwesende Besuch meine Tätigkeiten als “Computer-Fachmann” in Anspruch nahm. Zudem sollte ich mir eine Sache annehmen: die Zugriffigkeit auf die Online-Rechnungen von Vodafone.

Der Zugriff auf das Portal von Vodafone sollte eigentlich bereits seit letztem Jahr gewährleistet sein, als der Besuch bei dem Händler des Vertrauens sich hat die Online-Rechnung andrehen lassen, nur um einige Euronen sparen zu können. Was der Händler aber meinem Besuch nicht erklärte war, dass mein Besuch sich selbst den Zugang zum Vodafone-Portal einrichten musste. Statt dessen ließ man meinem Besuch im Glauben, dass dies bereits eingerichtet wurde. Unterlagen gab es keine, die dies erklärten. Der Besuch versuchte mehrere Wochen lang sich dort einzuloggen, was aber daran scheiterte, dass er noch nicht registriert war.

Das alles ist aber eigentlich kein Problem, wenn man darüber etwas Kenntnis hat. Die Registrierung ist recht schnell erledigt und der Zugriff auf sämtliche Rechnungen und Tarife seitdem ist dann ohne Weiteres möglich. Bei der “Einweisung”, wie man dann die Online-Rechnungen als PDF herunter lädt, und der Erklärung der dargestellten Einzelpositionen bei den Rechnungen, fiel mir eine seltsame Position auf: “Real Music Paket L“, für bescheidene 8,395 Euro netto im Monat – sprich 9,99 Euro inkl. Märchensteuer und das jeden Monat seit September letzten Jahres. Auf Rückfrage, ob dies denn Sinn mache und man es benötige, erhielt ich die Antwort, dass man dies niemals abgeschlossen hätte. Da seitdem (September) auch eine Einzelauflistung nicht möglich war (wir erinnern uns: wegen dem nicht vorhandenen Zugang zum Vodafone Portal), fiel dies dem Besuch überhaupt nicht auf.

vf-01 Da er dies aber überhaupt nicht wissentlich gebucht hat und es auch nicht haben wollte, machte ich mich auf die Suche dieses Abo irgendwie abzustellen. Auf “Mein Vodafone” konnte ich es nicht direkt finden. Letztendlich stieß ich unter “Abos & Käufe“, “Mobiles Bezahlen” und dann “Vodafone live!-Services” auf einen Link (“Hier kommen Sie direkt zur Übersicht Ihrer Vodafone live!-Transaktionen“), mit Hilfe dessen dann eine SMS auf die anzugebende Handynummer gesendet wird. In dieser befindet sich dann ein Link, welchen man vom Handy aus aufzurufen hat.

vf-02 Danach landet man im live!-Portal von Vodafone und muss sich durch eine Anzahl von Links durcharbeiten, um letztendlich zum eigentlichen Ziel zu gelangen. Zuerst darf man auf “Meine Abos” klicken, welches sich als Link ziemlich unscheinbar (zumindest für mein Empfinden) darstellt.

vf-03 Danach landet man auf ein Menü, wo man mittels Klick auf “live!-Services” zur nächsten Unterseite gelangt.

vf-04_0 Nun ist man aber noch lange nicht fertig, denn man erhält jetzt erst eine Übersicht über die Abos, die man “angeblich” abgeschlossen hat. Hier findet man Abos, welche man im eigentlichen Portal im Web überhaupt nicht zu Gesicht bekommt. Zum Einen gibt es den Freizeichenton-Dienst, der einen Anrufenden so tolle Musik anstelle des Freizeichentons entgegen wirft und zum Anderen erscheint dort auch das Real Music Paket L. Ein Klick auf “Abo kündigen” darunter setzt die Abokündigung in Gang.

vf-05 Dann wird man gefragt, wie es des öfteren so üblich ist, ob man das Abo auch ja wirklich kündigen möchte. Wer das möchte, der klicke auf Ja, ansonsten muss man mit dem Abo und dessen Kosten leben.

vf-07_0 Wenn alles richtig gemacht wurde, ist hiernach das Abo gekündigt. Zum Glück für meinen Besuch.

Wie ist das Ganze passiert? Nach mehrfachem Nachfragen hatte mein Besuch im September einmal eine MP3 aus dem live!-Portal herunter geladen, um diese als Klingelton zu verwenden. Anscheinend gab es auf der Downloadseite Kleingedrucktes oder Verstecktes, welches dem Herunterlader dieses Abo im Nachhinein aufdrückt –  als Bonus für einen Monat kostenfrei. Darauf folgende Monate sind selbstverständlich mit Kosten verbunden, denn zu verschenken hat man ja schließlich nichts.

Ich persönlich finde so etwas unter aller Sau, hat es doch etwas von Vogonismus, die Abo-Kündigung in der letzten Ecke und nur über Handy erreichbar zu verstecken. Charakteristisch für den Vogonismus ist der Aufbau eines unüberschaubaren Netzes an Kommunikationskanälen und -formen, als auch die inkonsistente Nutzung der Kanäle, so dass Informationen nicht dort vorliegen, wo sie erwartet werden, selbst wenn vergleichbare Informationen bereits auf diesem Wege verbreitet wurden.

Ebenso ist dieses Geschäftsgebaren in meinen Augen mehr als befremdlich – vor allem, wenn unter 18-Jährige so ein Abo aufgedrückt bekommen, wo ggfs. die Eltern den eigentlichen Vertrag abgeschlossen bzw. mit unterzeichnet haben.

Im Hinblick auf die 7x 9,99 Euro, die bereits sinnlos aus dem Fenster geworfen wurden, blieb trotz des Verlustes etwas Positives beim Besuch: die Erkenntnis, dass man auch bei “neuen Medien” vor Kleingedrucktem und Haustürgeschäften aufpassen muss – lieber vorher Nachfragen und dann handeln.

Zwar etwas spät, aber wie sagt man so schön: Aus Schaden wird man klug ;-)

Exchange 2010: Header size exeeds maximum size

Ein freundlicher mittelständischer Hoster hat einen seiner Kunden in Kenntnis gesetzt, dass seit einigen Tagen sein tägliches normales Volumen bei der Mailabholung sich um Faktor 40 vergrößert hat und dies mitunter sein Traffic-Volumen massiv auffrisst. Die Mails im Allgemeinen werden mittels POP3-Connector von den externen Konten abgerufen und dann den jeweiligen internen Exchange-Konten zugestellt. Nach Kontrolle der Logs wurde bei einigen Mailkonten ein 552 5.3.4 “Header size exceeds maximum size” beim Abrufen dieser festgestellt.

Für mich persönlich war es mehr als neu, dass die Annahme von Mails auf Grund von einem Limit der Größe des Mail-Headers abgelehnt werden, was zur Folge hatte, dass die teilweise 2-10 MB großen Mails ständig abgerufen, aber nicht zugestellt und ergo auch nicht vom externen Postfach gelöscht wurden. Beim erneuten Abruf wurden diese wieder heruntergeladen und schlugen wie zu erwarten erneut fehl. Und das alle 2 Minuten (wer auch immer das Polling-Intervall eingestellt hat). Ein Teufelskreis …

Es ist ohne Weiteres in der Exchange-Konsole nicht ersichtlich, wie man ein vorhandenes Limit des Mail-Headers vergrößern könnte. Die Größe einer Mail im Allgemeinen, die zugelassen werden soll, kann man jedoch einstellen. Mittels der Exchange-Powershell kann man aber letztendlich das Limit für den Mail-Header einstellen.

set-receiveconnector -identity “SERVERNAME.tld\SMTP-Receive-Connector-Name” -MaxHeaderSize 128kb

Danach akzeptiert ein Exchange 2010 (ebenso ein Exchange 2007) Mails mit “unnatürlich” großen Mail-Headern und der Traffic beim Kunden hat sich erwartungsgemäß wieder beruhigt. Wieso es ein derartiges Limit überhaupt gibt bei M$, erschließt sich mir nicht wirklich. Vielleicht hat ja einer der Leser hierzu eine Idee ;-)

Probleme von Datenbergen

Dass angesammelte Datenberge Probleme bzw. Unannehmlichkeiten für mitunter Betroffene bereiten kann, dass brauch ich (denke ich zumindest) nicht weiter erwähnen. Dass ein alleiniger Verlass auf die Bereitstellung dieser Daten falsch ist, zeigt ein Beispiel hierzu, welches sich heute bei mir auf während meiner Arbeit aufzeigte.

fehler-google-daten Ein Kunde rief mich heute zur Klärung einer Verständnisfrage an: Thema Google. Unser Kunde (A) wurde von einer anderen Firma (B) mit, nun sagen wir mal, sehr harschen Worten begrüßt und aufgefordert, etwas gegen Anrufe zu unternehmen, die ständig bei (B) eingehen. Die Anrufer wollten aber nicht (B) sprechen, sondern (A) – sprich, sie wählten die falsche Telefonnummer. Das Interessante dabei ist, woher die Anrufer die Telefonnummer her hatten – nämlich durch eine Suche in Google.

Es wurde nach dem Kunden (A) mittels Firmenname gesucht, man erhielt eine Darstellung wie im Screenshot hier rechts angezeigt (Grafik beinhaltet nicht den Kunden ;-) ). Fast alle Daten stimmten – bis auf die Telefonnummer. Die angezeigte Telefonnummer war die von (B).

Nun ist dies kein Fauxpas im eigentlichen Sinne, dennoch ist es für die Betroffenen mehr als ärgerlich, wenn Daten aus unerfindlichen Datenbergen falsch miteinander verknüpft werden und andere sich auf diese Informationen verlassen. (B) ist mehr als genervt und ist sauer auf (A) und fordert von (A) die Korrekturen bei Google. Von außen betrachtet eine David / Goliath Aufgabe.

Ich habe für (A) die Meldung bei Google vorgenommen und bin gespannt, wann dies dort geändert bzw. eingepflegt wird. Warum sich die Leute auf die dargelegten “Fakten” der Google-Suche alleinig verlassen, ist mir persönlich schleierhaft, wenn man bedenkt, dass der Gesuchte lediglich ein Ergebnis tiefer die offizielle Webpräsenz der betreffenden Firma (A) aufgelistet bekommt – und natürlich dort die richtige Telefonnummer erhalten kann.

Letztendlich stellen sich mehrere Fragen im Geiste auf:

  • Wenn Datensammlung was ganz Tolles sein soll – wie kann sicher gestellt werden, dass diese “korrekt” und fehlerfrei miteinander verknüpft sind?
  • Kann man überhaupt Fehler in der Kopplung der Daten ausschließen?
  • Ist es im Allgemeinen ein Kompetenzproblem (Medienkompetenz) der Anwender?
  • Wenn ja – wie kann man diesem begegnen?

Tja, und wie wirken sich solche kleinen Fehler in staatlichen Datenbanken aus? Allein wenn bereits Einem so etwas passiert, sollte man die Sinnfrage an die Bearbeiter im Innen- wie auch im Außendienst stellen.

Wozu dann Netzsperren?

Gestern gab es eine tolle Pressemitteilung des BKA-Präsidenten Jörg Ziercke und seiner Behörde, wonach es für das BKA sehr schwierig, bis gar unmöglich ist, Seiten mit Kinderpornographie im Ausland zu löschen.

Ein Mitarbeiter des BKA-Referats Kinderpornografie erklärte, das BKA versuche schon seit Jahren, die Seiten im Ausland löschen zu lassen. Der Erfolg sei «sehr begrenzt».

Der Grund hierzu ist ebenso auf die Schnelle mit angegeben:

Die Seiten verschwänden nach drei bis fünf Tagen, um dann an anderer Stelle in leicht abgeänderter oder auch identischer Form wieder aufzutauchen.

Interessante Steilvorlage …

Was das Thema Kinderpornographie betrifft, sind DNS und das WWW meiner Meinung nach ohnehin Nebenkriegsschauplätze. Wenn man also in dieser Hinsicht (Netzsperren) aktiv wird, dann lediglich als Vorbereitung einer generellen Zensur-Infrastruktur. Ganz schnell werden Seiten auf Grund von Meinungsdelikten, fadenscheinigen Urheberrechtsverletzungen, möglicher Terrorgefahren oder zur Durchsetzung von schwammigen Jugendschutzgesetzen (Kennzeichnungspflicht von Internetangeboten) gesperrt.

Denn es darf bei allem Aktionismus nicht vergessen werden, dass es bei der ganzen Sache stets um real misshandelte und missbrauchte Kinder geht. Ob nun Webseiten, auf denen einschlägiges Material temporär zu sehen ist, gelöscht oder gesperrt werden ist Jacke wie Hose. Die Täter müssen verfolgt werden.

Und um damit zu beginnen, haben “wir” derzeit ein paar ganz prägnante Fälle innerhalb der Reihen der katholischen Kirche. Wie ist denn da der Stand? Ist die Staatsanwaltschaft bereits unterwegs? Ich für meinen Teil denke, dass nach Geschehnissen und Veröffentlichungen aus Irland und Deutschland noch viel mehr zu Tage kommen wird – zumal mögliche Taten anscheinend vertuscht wurden. Und das alles im realen Leben, ohne das “Tatwerkzeug” Internet ..

Bundeswehr: Größen-WA(h)N

Oh mein Gott .. leidet man bei der Bundeswehr an Größenwahn?

Ein IPv6 /32er Subnet- Block entspricht gemäß Tabelle einen Adressraum von 2^96 IP-Adressen. Das sind bescheidene 79.228.162.514.264.337.593.543.950.336 einzelne Adressen – das grenzt fast schon an zig Fantastillionen. Was wollen die denn damit? Jedem einzelnen Schuss Munition eine eigene IP verpassen, damit man sie besser via traceroute verfolgen kann?

Nur weil mit IPv6 mehr Adressen zur Verfügung stehen, muss man nicht jedem Dahergelaufenen die Adressräume in den Rachen werfen.