Kategorie : Privates

Geschehenes in D.

Mir sind die Geschehnisse in Deutschland nicht verborgen geblieben. Auf Grund meiner Abwesenheit im englischsprachigen Raum komme ich aber nicht dazu, Stellung zu nehmen. Schon gar nicht, weil die Internetverbindung hier derartig lahmt, dass es zu einem Marathon ausufert, ein paar Zeilen, geschweige denn einen langen Kommentar dazu zu veröffentlichen.

Ich habe mir die wichtigsten Meldungen markiert und kopiert und werde dazu bei meiner Rückkehr am Wochenende Stellung nehmen und meine Meinung kund tun.

Eines vorweg: Das, was derzeitig bei euch drüben abgeht, war absehbar, wurde von anderen und auch mir mehr als einmal vorausgesagt und ist in meinen Augen mehr als bedrohlich für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung. Ich spreche von beginnender Zensur via Gesetz (ja, das liest sich ganz anders, als der Provider-Vertrag oder der Entwurf), Weiterverwendung der Log-Daten von den Stopseiten zur Strafverfolgung (auch wenn man unbeabsichtigt durch Tippfehler oder Link-Scanning des AV-Programmes oder durch Prefetching zB. durch FireFox zugreift) und anderem Gedöhns. Anscheinend haben wir das aber nicht anders verdient …. mehr dazu am Wochenende …

Grüße aus der Nähe von London!

PS: Die Menge an Kameras hier ist wirklich erstaunlich – aber nicht im positiven Sinne … ich versuche mal einige einzufangen, damit man sich mal vorstellen kann, wieviel in einem Arial sich befinden …

Langsames England

Was für eine Reise … man denkt nichts Böses und dennoch kommt es schlimmer. Eigentlich dachte ich, dass Fahrt vom Flughafen und die Hotelkosten vom Veranstalter übernommen werden – zumindest habe ich es schriftlich vor mir zu liegen (man druckt ja alles aus, was wichtig sein könnte) und was erwartet mich? Für den Abholservice durfte ich 50 Pfund abdrücken und die Hotelkosten durfte ich auch im Voraus bezahlen – nebst Essen und Unterkunft bis Freitag bescheidene 340 Pfund. Zum Glück hatte ich ne Kreditkarte dabei – das Dumme nur, dass es meine eigene ist und ich deswegen erst einmal alles auf meine Kappe nehmen darf. Meine Firma kann dafür nichts, dennoch sitze ich erstmal hier bedeppert und leicht geschockt herum. Ich muss das morgen definitiv klären, wenn ich den ersten Schulungstag habe.

Zudem habe ich für bescheidene 45 Pfund Internet für die Woche beantragt. Der Flyer liest sich großartig – Highspeed Internet for Business Uses. Specially for VPN and remote worker. Das Großartige bleibt aber beim Lesen, denn erstens hatte es fast 2h gedauert, bis ich überhaupt via Kreditkarte den Internetzugang freischalten konnte (Der Hotelproxy für den Bezahlservice kam einfach nicht) und zweitens merke ich von dem Speed rein gar nix. Ich habe bereits manuell versucht die IP-Einstellungen zu “tunen” (andere DNS-Server & Co), aber das was ich rausgeholt habe ist im Bereich des Lächerlichen. By the way: Google ist wahnsinnig schnell – komischerweise.

uk-hotel-ichat.jpg Videochat via iChat ist gen der Unmöglichkeit. Einer der beiden Partner hat ordentlich Ton, der andere versteht den Gegenüber fast gar nicht und von der Qualität des Videobildes will ich gar nicht erst reden. Ich habe das Gefühl ein Video anzusehen, welches ich damals das erste Mal auf der CD der PC Player mit Heinrich Lehnhardt und Boris Schneider 1995 mir zu Eigen machen durfte. Schrecklich … Während ich das Ganze hier so schreibe, versuche ich einen Speedtest via dsl-speed.de laufen zu lassen, um mal zu sehen, was hier im Endeffekt durchgeht. Der Test dauert schon 5 Minuten. Sollte der Test überhaupt noch fertig werden, dann reiche ich den nach – aber vielleicht bricht der eh vorher ab. (Update: Hatte einmal kurz 24KBit laut Anzeige … Wahnsinn)

Fernarbeit ist fast gar nicht möglich, es sei denn, man hat eine Menge Zeit. Und mit Menge meine ich in der Größenordnung, wie die Menschheit in ihrer Entwicklungsgeschichte benötigt hat. Der Bildaufbau ist mehr als entsetzlich und weitaus schlimmer als Fernwartung via ISDN. Hier gehen einfach Datenpakete verloren, die das Ganze zum Scheitern verurteilen, denn wie gesagt: Google-Suche und Anzeige der Seiten aus dem Google-Cache ist wahnsinnig schnell. Insofern frage ich mich – zu Recht – was hier eigentlich mit dem Internet los ist. Bei den meisten von mir genutzten Seiten oder DynDNS-Services (VPN) habe ich Packet Drops von ca. 50%. Bei Google liegt das weit unter 0,01%. Schon seltsam …

Sagenhafte 10 TV-Sender sind auf dem Zimmer empfangbar! Ich lasse das nebenbei dudeln und frage mich, ob das wirklich das normale Fernsehprogramm in England ist. Talkshows, Wiederholungen von Talkshows, Werbung bis zum Abwinken, nebst Angebote von Augen-Laser-OPs für 350 Pfund pro Auge, Leute, die sich in aller Öffentlichkeit im Fernsehen schämen, weil sie im Fernsehen sind und sich schämen. Das Einzige, was man gucken kann, ist den Sport-Sender und man entspannt bei einer hektischen Party Billiard … oh mann, ich habe Kopfschmerzen!

Naja .. ich geh jetzt mal rüber in den Pub etwas essen. Me hungry …

Auf, auf und davon …

.. aber ich komme wieder – hoffentlich! ;-)

Morgen zieht es mich beruflich ins Überwacherland Nr. 1 – nach Groß Britannien, ein paar Kilometer entfernt von London. Dort bin ich eine Woche lang auf einer Schulung, nebst Hotelübernachtungen und allem Drum und Dran. Gerade habe ich mich online eingecheckt … faszinierend, was heutzutage alles schon möglich ist. Fehlt nur noch, dass man sein Gepäck auch online abgeben kann – oder gar online direkt dorthin fliegen!

Die letzten Tage der Vorbereitung waren sehr stressig, da eine Menge schief gegangen und ein Großteil der Vorbereitungen an meiner Person hängen geblieben ist. Mein Handy hatte sich gestern massiv tiefentladen und musste via Starthilfe wieder zum Leben erweckt werden, alle Banken in BRB waren nicht in der Lage rechtzeitig Britische Pfund zu besorgen (obwohl ich rechtzeitig angefragt hatte), Termine der veranstaltenden Firma wurden des Öfteren verschoben oder in Frage gestellt, bei der Suche nach einem passenden Hin- und Rückflug und eines geeigneten Flugunternehmens ist massiv an Zeit verloren gegangen, ein passender Parkplatz in Tegel musste gefunden werden (damit ich nachts am Freitag auch wieder nach Hause komme, ohne die letzte Bahn verpassen zu müssen), Kundentermine mussten kurzfristig umgelegt werden (leider zum Leidwesen der Kunden), private Verpflichtungen kamen ebenso hinzu und benötigten meine Aufmerksamkeit.

Parallel dazu, hatte ich einige Rechnerprobleme zu lösen, die durch ein paar Bekannte auf meinen Tisch gelandet sind. Ich sag nur: nie wieder SP3 auf einen Rechner mit nur 256MB RAM installieren – das hat “nur” knappe 3 Stunden gedauert und war heute früh um 2 Uhr beendet. Und ich hatte keinen RAM mehr hier rumliegen, damit ich das Ganze beschleunigen konnte. Da hat man schon für fast jede erdenkliche Situation Krams zu Hause, um anderen helfen zu können, und dann scheitert es an der Nichtexistenz von SD-RAM ….

Alles in allem nervenaufreibend. Ich frage mich jetzt nur noch, ob es Sinn macht eine Digitalkamera mitzunehmen, nachdem ich heute gelesen habe, dass es mitunter ein Verdacht auf terroristische Aktivitäten geben könnte, wenn man die Gebäude, Sehenswürdigkeiten, Busse oder U-Bahnstationen fotografiert – mit Aufforderung der Löschung von den Fotos bzw. Beschlagnahmung der Kameras. Irre – aber es muss wahrscheinlich wohl so sein – zum Schutze der Kinder und vor Terroristen *Kopf -> Tisch -> Knall*

Krass ist dennoch, dass in Britannien über 6 Millionen Kameras aufs Volk und deren Gäste gerichtet sind, aber wenn diese zurück fotografieren, kackt sich der Staat vor Schreck ins arthursche Kettenhemd.

Naja zur Verteidigung muss man wohl sagen: “tourist” und “terrorist” hören sich ja fast gleich an … das kann man schon als Polizist sprachlich verwechseln!

Frohe Ostern

Nachträglich wünsche ich allen Lesern frohe Ostern, eine schöne Zeit zusammen mit der Familie und einen hoffentlich fleißigen Osterhasen – wir zumindest haben viel zu viel Süßes erhalten, aber wir kennen da Einige, die sich mehr als sonst darüber freuen werden ;-)

Update: Web und DNS manipuliert

tonline-dns.jpg Ich dachte ich guck nicht richtig, als ich das links stehende Bild in meinem Browser erblicken musste. Wie kommt es, dass T-Online bzw. Telekom meine HTTP-Anfragen und ergo die zugrunde liegenden DNS Abfragen manipuliert, ohne eine AGB-Änderung anzumelden bzw. den Kunden (respektive mich) zu kontaktieren. Ich finde das eine derbe Frechheit das Ganze noch als “Feature” zu verkaufen.

Aufgefallen ist mir das, weil ich mich etwas blödsinnigerweise bei der URL-Eingabe vertippt habe. Jetzt hatte ich das Ganze mehrfach wiederholt und es ist tatsächlich so. Ebenso habe ich durch Suche gefunden, dass das Ganze anscheinend schon seit dem 08.04.2009 am Laufen ist.

tonline-abschalten.jpg Und dann muss ich persönlich auch noch aktiv werden, damit ich das Ganze abschalten kann. Netterweise haben die ja auf deren “Oops – Seite nicht gefunden”-Seite ja einen Link in das Kundencenter, um die “geile” T-Online Navigationshilfe abschalten zu können.

So etwas in der Art ist in meinen Augen ein Teil zum Weg zu den DNS-Sperren ala Zensur. Es wurde da bereits darüber diskutiert, ob DNS-Manipulationen ein Eingriff in das Fernmeldegeheimnis darstellt, welches auch viele Leute bejaen. Hier tauchen nun schon 2 Sachen auf – DNS Manipulation und Manipulation von HTTP-Anfragen. Ein einfaches “Domain nicht gefunden”, wie es üblich ist, reicht vollkommen aus. Aber die Telekom lenkt anscheinend die Datenkommunikation komplett um, um mich auf deren Navigationshilfe zu bringen. So etwas kann auch auf andere Art und Weise genutzt werden – obwohl die Seite, die man erreichen will, existiert, wird man umgeleitet … ich hasse so etwas.

Ich werd ein Schreiben fertig machen …

Update: Wie ich gerade sehe, hatte auch Ecki vom eckpfeiler.net das gleiche “Phänomen” … nur, dass bei mir der FF auf Google weitergeleitet hatte und nicht auf die Navigationshilfe (da so eingestellt). Nach Deaktiverung im Kundencenter und Neueinwahl des Draytek habe ich den Mist nicht mehr … das Schreiben an die dreiste Telekom ist aber raus …

Abgebrannt …

Meine Geldbörse hat soeben ein dickes Brandloch erhalten. Ich habe heute mit großen Widerwillen eine Überweisung an die Deutsche Bundesbank getätigt. An sich wäre es mir egal, aber wenn die Größenordnung von fast einem kompletten Monatsgehalt vom Konto flöten geht, dann ärgere ich mich maßlos darüber.

Hintergrund ist der, dass ich gestern einen Rückforderungsbescheid von unserer Oberbürgermeisterin erhalten habe, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich zu viel Elterngeld erhalten hatte. Der Fehler lag, nach heutiger Klärung im Jugendamt, nicht bei mir, sondern beim Amt, die bei der Berechnung geschlampt hatte. Sie haben meine Arbeitsteilzeit nicht in Januar und Februar 2009, sondern Januar und Februar 2008 gelegt und somit hat deren kleines Progrämmchen die volle, für mich mögliche, Summe ausgespuckt  logisch, da das Programm keine Teilzeit in 2009 “gesehen” hat.

Zusätzlich ist mir durch den Rückforderungsbescheid noch etwas aufgefallen – das BEEG (Bundeselterngeldgesetz) ist in meinen Augen eine Farce, denn selbst mit den Schönrechnungs-Beispielen der Frau von der Leyen kommt man in der Realität niemals auf einen ähnlichen Konsens. Die besagten “67% vom Netto-Lohn” sind schlichtweg geflunkert. Ebenso ist es geflunkert, dass man mitunter in bestimmten Situationen bei Teilzeittätigkeit auf nahezu gleiches Einkommen kommen könnte.

Stutzig geworden bin ich, als ich versuchte, die Zahlen und Berechnungen (wobei nur Zahlen und keinerlei Berechnung bzw. Lösungswege mitgeteilt werden) zu verstehen, denn es ging um eine Menge Kohle, die gefordert wurde. Es werden Werte ermittelt, die ich keinster Weise mit Hilfe meiner Lohnscheine im Ansatz nachvollziehen konnte. Deswegen fragte ich heute die Dame im Jugendamt, ob sie mir mal genau erklären könnte, wieso zu meiner und der Rechnung vom Amt eine Diskrepanz von fast 200€ auftauchten – meine Rechnung zu meinen Gunsten, versteht sich. Dennoch macht es die Gesamtsumme, die ich rückerstatten musste nicht angenehmer bzw. akzeptabler.

Besonders angeschmiert sind Mütter oder Väter während der Elternzeit, wenn diese zusätzliche Leistungen vom Arbeitgeber erhalten. Seien es freiwillige Beiträge in eine Altersvorsorge, Privatnutzung von Firmenfahrzeugen, Lohnzuschläge für Nachtschichten usw. Fast jeder, der seinen Lohn-/Gehaltsschein mal vor sich nimmt, wird 2 unterschiedliche Brutto-Werte auf diesen finden. Bei mir ist es das Gesamt-Brutto und das so genannte Steuer-/RV-/AV-/KV- oder PV-Brutto. Diese unterscheiden sich nun relativ massiv voneinander, je nachdem wieviel vom Brutto eigentlich steuerpflichtig ist.

Es genau mit Zahlen aus meinem Lohnschein zu erklären, möchte ich an dieser Stelle nicht – genau aus dem Grund, da nicht nur bei mir, dies nur meine Person und dem Arbeitgeber etwas angeht – sprich vertrauliche Dokumente. Ich habe es mehrfach mit unterschiedlichen Lohnscheinen gerechnet, mit unterschiedlichen Fallkonstellationen durchgespielt und komme letztendlich immer auf eine Gesamtzahlung (gekürztes Gehalt + Elterngeld), welches insgesamt unter 67% liegt (sowohl gesamt, als auch der 67% Anteil des Lohnverzichtes), da hier nicht mit dem eigentlichen Netto-Gehalt gerechnet wird, sondern ausgehend vom Steuer-Brutto. Daraus resultiert im Endergebnis immer für die Bundeselterngeldstelle ein höheres Netto-Einkommen, was defacto gar nicht auf dem Lohnschein existiert und man demzufolge auch gar nicht erhält. Somit sind auch die letztendlich resultierenden 67% des Lohnverzichtes weitaus geringer, denn die Behörden ermitteln ihr eigenes Netto und ziehen das vom Netto des Lohnscheines vor der Elternzeit ab.

Ich denke, auch die Lohnsteuerklasse spielt eine große Rolle. “Gefährlich” wird es bei einer III / VI Konstellation, ebenso wie bei uns mit derzeit I / I.

Dennoch immer noch besser als nur 300€, wie vor dem Elterngeldgesetz. Da hätte definitiv ein Umzug in eine kleinere Wohnung angestanden, da wir das sonst niemals finanziell alles hätten stemmen können. Zu DM-Zeiten vielleicht, aber zu Euro-Zeiten: NEVER. Ich weiß, laut unserer Regierung soll man nicht mehr umrechnen. Dennoch weiß der geneigte Leser, dass das so ist, denn jeder sieht es an seinem Geldbeutel!