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Im rbb-Fernsehen

Am 08.10.2011 war ich bei RBB Brandenburg aktuell live zu Gast in meiner Funktion als 1. Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburg der Piratenpartei Deutschland. Mein allererstes Mal live und dementsprechend war ich aufgeregt und trotz inhaltlicher Vorbereitung unvorbereitet – geschuldet daran, weil neu für mich. Ich denke, dass es dennoch ganz ordentlich geworden ist. ;)

Ich hatte zwar eine Aufzeichnung davon am heimischen Rechner, aber bisher nicht umgewandelt. Danke an @RicoCB für die Info, dass es seit einigen Tagen auf Youtube zu finden ist. Dank an @ikesblog, der mich an diesem Tag begleitet hat.

Miss-Bildung und A-Sozial

Eine erfahrungsreiche Dienstreise liegt hinter mir. Nicht nur, dass ich Einiges über spezielle Techniken und für mich Neues aus dem Bereich Netzwerksicherheit “gelernt” habe, sondern ich hatte auch die Möglichkeit mit Geschäftsführern von Unternehmern aus anderen Ländern zu sprechen. Diese Gespräche waren für mich sehr erkenntnisreich, denn sie zeigten mitunter Dinge auf, die ich selbst befürworte und mehr als wichtig für einen weiteren funktionierenden Weg in die Zukunft ansehe.

Kernaussage war bei allen, dass ihre Firmen mitunter nur deswegen der “Krise” trotzen können, da sie sich erstens nicht zu stark vergrößert haben, zweitens ihr Team der Angestellten in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden, drittens das Firmenklima positiv und familiär gestützt wird, viertens die Geschäftsleitung versucht jegliche Förderungsmöglichkeit und andere Zuwendungen für die Angestellten zur Verfügung zu stellen. Auf der anderen Seite wird selbstverständlich auch von den Angestellten erwartet, dass sie sich auch selbstständig weiterbilden und als Teil des Ganzen ihre Arbeit zum Wohle der Firma und des Arbeitsplatzes beisteuern.

Die Angestellten selbst werden an das Unternehmen gebunden, auch wenn das eigentliche Gehalt unter dem bei anderen großen Firmen liegt, aber auf Grund des Klimas, der Selbstständigkeit und der gleichberechtigtem Kollegialität arbeiten diese sehr gern und bringen sich dementsprechend auch ein. Getreu im Sinne: “Was mir Spaß bereitet, mache ich auch gern”. Wissen und Erkenntnisse werden geteilt – Ellenbogentaktik ist verpönt und schadet den Kollegen und ergo auch dem Unternehmen.

Nur leider haben auch Firmen in Österreich und auch der Schweiz mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, wie wir in Deutschland. Bildungspolitisch gesehen wurden die letzten 20-30 Jahre mehr oder weniger seitens der Politik in den Sand gesetzt. Es sollen jetzt nicht alle über den Kamm geschert werden, aber aus eigener Erfahrung heraus gibt es immer weniger fachlich, wie auch sozial gebildete junge Menschen, die in der Lage wären ihren Beitrag in einem Unternehmen zu leisten. Weiter lesen …

Ich habe es getan …

… und ich fühlte mich sogar richtig gut dabei, wenn ich ehrlich bin. Ich habe die letzten Tage intensiv, wie auch die Wochen zuvor, lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Schritt wagen sollte oder nicht – schließlich hatte ich so etwas vorher noch nie getan.

Ich weiß noch nicht, welche Rolle ich dabei spielen werde, aber zumindest weiß ich, dass ich daran mitwirken und teilhaben möchte. An etwas, was einen Großteil meiner Gedanken teilt und diese vertritt. An etwas, was meiner Familie und mir die Möglichkeit gibt, die Lebensweisen zu ermöglichen, die einem Jeden schwarz auf weiß zustehen. An etwas, wo auch meine engsten Vertrauten, Bekannten, ja auch Kollegen und auch jene, die ich bisher noch nicht kenne, mitwirken und sich auch rein gedanklich unterstützend einbringen können.

Es wird ein anstrengender Weg für mich – das weiß ich nur allzu genau – aber ich habe mich entschlossen, diesen Weg zu gehen, denn ich will etwas tun, weil es so, wie es derzeit ist, nicht weitergehen kann. Priorisiert gehen Familie und Arbeit selbstverständlich vor, dennoch möchte ich alle restlichen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen.

Ich habe heute einen Mitgliedsantrag für eine Partei ausgefüllt und abgeschickt. Welche genau, das werde ich dann verkünden, wenn es auch offiziell bestätigt wurde, aber der geneigte Leser meines bescheidenen Blogs kann dies sicher erahnen bzw. aus den Zeilen heraus lesen.

Die letzten Jahre und Monate haben mich massiv an der Glaubwürdigkeit der meisten bestehenden Politiker und vieler Parteien zweifeln lassen. Es gibt hier und da Ausnahmen, konnte ich mich aber mit ihnen nur im geringen Teil identifizieren. Jeder von uns – auch wenn er es jetzt noch nicht schlimm findet oder als Problem betrachtet – hat massiv verbriefte Grundrechte einbüßen müssen und an den restlichen Grundrechten wird fleißig immer weiter gegraben, um diese schlussendlich irgendwann zu begraben. Unsere Bildung hat die letzten 20-30 Jahre eine massive Talfahrt hingelegt und es wurde politisch eher mehr zerstört, als erneuert. Wir haben uns selbst unsere Jugend zum Teil bildungstechnisch und sozial verkorkst und meckern darüber, dass wir keinen “vernünftigen” Nachwuchs haben. Die Überwachung eines Jeden schreitet immer weiter voran und wenn nicht bald etwas dagegen getan wird, dann weiß die Wirtschaft und der Staat bald alles, wenn nicht sogar mehr über uns, als wir selbst – Dinge, die keinem außer uns selbst etwas angehen.

Wir werden gegängelt, kriminalisiert, diffamiert und zu bloßen Konsumenten degradiert und das alles weil wir “nur” die Bürger dieses Staates sind. Was die Politiker aber vergessen ist, dass wir alle Staat sind. Wir sind der Souverän in diesem Land und die Politiker, die Ämter und alle anderen, die aus öffentlichen Geldern finanziert und bezahlt werden, sind eigentlich unsere Angestellten. Sie sollen für uns die Arbeit machen und nicht gegen uns arbeiten.

Das alles ist nur ein kleiner Teil, der mich vor einiger Zeit hat aufwachen lassen … und weil meckern und informieren allein nicht immer ausreicht, gehe ich eben einen Schritt weiter in eine Zukunft, die ich selbst verständlicherweise noch nicht sehen kann, ich aber diese versuche für andere, wie auch für mich, gemeinschaftlich zu formen.