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Die Liederbücher sind da!


Anlieferung der Liederbücher (cc-by 2011 Holger Kipp)

Anlieferung Liederbücher (cc-by 2011 Holger Kipp)

Heute mal wieder ein Mirror in eigener Sache, da ich das Projekt unterstütze und auch mit koordiniere in der Stadt Brandenburg ;)

Es ist soweit. Die gemeinfreien Liederbücher des Musikpiraten e.V. sind im Land Brandenburg, und somit auch in unserer Havelstadt, eingetroffen. Circa 2000 Exemplare kamen im Landkreis Oberhavel an und werden nun in den einzelnen Landkreisen verteilt. Für die Übergabe der Bücher an alle Kindertagesstätten in den Kommunen, wie auch in unserer Stadt, werden noch weitere Helfer gesucht.

Verwertungsgesellschaften, wie in diesem Fall die GEMA, waren im Auftrag an Kindertagesstätten heran getreten, um zukünftig auch von ihnen Gebühren für Noten und Liedgut einzufordern. Dabei sind die Lieder selbst in vielen Fällen frei verfügbar, nur die Zusammenfassung in Buchfom ist geschützt und darf aufgrund des restriktiven deutschen Urheberrecht noch nicht einmal für alle Kinder in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen kopiert werden. „GEMA-Gebühren für Bildungseinrichtungen sind ein gutes Beispiel für die Wildwüchse im deutschen Urheberrecht.” so Michael Hensel, Vorsitzender im Vorstand der PIRATEN der Havelstadt. Auch aus diesen Beweggründen heraus hat der gemeinnützige Verein Musikpiraten e.V. beschlossen, dass allen Kindertagesstätten in Deutschland ein Exemplar eines Liederbuchs kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Daraus können der Notensatz und die Liedtexte beliebig kopiert und genutzt werden – ohne Gebühr an die GEMA. Zudem kann das Liederbuch in Form einer PDF-Datei heruntergeladen und beliebig weiterverteilt und ausgedruckt werden.

Nach der bereits erfolgreichen Weihnachtsliederaktion des Vereins ist dies bereits die nächste erfolgreiche Aktion. Anfang Februar 2011 rief der Verein zu Spenden für dieses Projekt auf. Dieser Spendenaufruf wurde zu einem Riesenerfolg. Bis Ende des Monates waren bereits 40.000 Euro Spendengelder beim Verein eingegangen und ermöglichten somit den Druck von 50299 Liederbüchern – mindestens ein Exemplar je Einrichtung in Deutschland (laut Statistischem Bundesamt). Nach viel Engagement, insbesondere beim Notensatz, und nach einigen Verzögerungen, aufgrund der rechtlich notwendigen Prüfung durch die VG Musikedition, konnte der Druckauftrag durch den Verein erteilt werden. Die GEMA und die VG Musikedition sehen scheinbar ihre Felle bereits wegschwimmen, denn es laufen derzeit Verhandlungen, dass über eine Pauschalabgabe aus Steuergeldern sämtliche Kopien abgegolten sein sollen. Wofür dann die Steuergelder fehlen, steht bisher in den Sternen.

Hensel weiter: „Im Land Brandenburg kommt jetzt viel Arbeit auf uns zu, denn die über 2000 Bücher müssen an die Kindertagesstätten verteilt werden. Für einige Teile des Landes sind bereits Verteiler gefunden, doch längst nicht alle Regionen und Kreise können bisher durch unsere Mitglieder versorgt werden. Dabei kann jeder Bürger mithelfen, auch die Eltern der Kindergartenkinder selbst. Die Organisation der Verteilung im Land Brandenburg haben die PIRATEN des Landesverbandes übernommen und das Mitmachen ist unkompliziert.“

Gesucht werden besonders in den ländlichen Regionen Brandenburgs noch viele fleißige Helfer. Interessierte Bürger, sowie auch die Kindertageseinrichtungen selbst, können sich an Holger Kipp, Mitglied im Landesvorstand der PIRATEN Brandenburg und Koordinator für die Liederbuchaktion im Land, wenden, oder einen der Ansprechpartner der Landkreise kontaktieren. Für die Havelstadt ist dies Michael Hensel und im Wiki des Landesverbandes ist eine Liste der Einrichtungen nebst Verteilern zu finden.

Der Landesverband Brandenburg der Piratenpartei fordert die freie Verfügbarkeit von Kulturgut für alle Bürger des Landes. So soll mit der Verteilung der Kinderliederbücher einerseits der kinder- und bildungsfeindlichen Entwicklung der letzten Zeit entgegengewirkt und andererseits die Arbeit der Erzieher erleichtert und der damit unnütze Verwaltungsaufwand bezüglich der Zählung und Meldung von Kopien an die GEMA verringert werden.

Zensus 2011: Das Volkszähler-Schulungsheft wurde geleakt

Das Schulungsheft ist satte 121 Seiten stark. Durchaus interessant zu lesen. Sollte man sich mal durchlesen. Man kann u.a. nachlesen wie die Volkszähler vorzugehen haben, wie sie mit Verweigerern umgehen sollen und welche Detail sie in ihren Listen und Unterlagen verewigen sollen.

Kapitel 2.3.10: Verweigerer
Treffen Sie auf eine Person, die Ihnen gegenüber, obwohl sie über den Zweck der Erhebung sowie die gesetzliche Auskunftspflicht unterrichtet wurde, erklärt, dass sie nicht zur Auskunftserteilung bereit ist, gehen Sie wie folgt vor:

  • Versuchen Sie die Gründe für die Verweigerung zu erfahren.
  • Versuchen Sie eventuelle Ängste (“der gläserne Bürger”) durch gezielte Information über die strengen Geheimhaltungsvorschriften zu zerstreuen. Erläutern Sie den Nutzen der Zensusergebnisse (siehe Flyer: “Zehn Fragen – zehn Antworten”).
  • Fragen Sie in jedem Fall gezielt: “Möchten Sie den Fragebogen vielleicht selbst ausfüllen?”
  • Wenn die Verweigerung den ganzen Mehrpersonenhaushalt betrifft, ist es sehr wichtig, zumindest die Namen aller Haushaltsmitglieder zu erfahren.
  • [Wenn Sie] auch keine Angaben über Anzahl und Namen der Haushaltsmitglieder erfahren (…) notieren Sie den Namen vom Klingelschild/Briefkasten.

Aber sehr interessant sind weitere Punkte, die derzeit unter anderem auch von den Piraten in Brandenburg herausgearbeitet werden.

Kapitel 1.4.1: Erhebungsunterlagen im Erhebungsbeauftragtenkoffer
Für den Transport sämtlicher Unterlagen sowie für deren Aufbewahrung zu Hause haben Sie auf der Schulungsveranstaltung EINEN KOFFER AUS KARTON erhalten.

Wenn ich jetzt noch weiter lese, was ich heute Abend mit Sicherheit noch tun werde, um dieses Machwerk auch ordentlich würdigen und interessante Infos und Fallstricke herausfinden zu können, dann würde mir die Hutschnur platzen …

Apropos: ich sprach hier im Blog ja einmal von Befragungen von Kindern bzw. Minderjährigen:

Kapitel 2.1: Allgemeine Hinweise zur Haushaltsstichprobe
[...]
Sie erkennen vor Ort am Besten, ob bzw. welche Minderjährigen des Haushaltes bereits in der Lage sind ein Interview zu geben. [...]

Vielen, vielen Dank an denjenigen, der dies geleakt hat. Und erst recht deshalb, weil es die Unterlagen für Berlin/Brandenburg sind.

Google investiert in Stadt Brandenburg in Solarpark?

Wie Havelstadt.de berichtet, will Google in den bestehenden Solarpark in der Havelstadt Brandenburg investieren …

Google versteht seine Beteiligung als wichtigen Beitrag zur Förderung klimafreundlicher Energie – aber auch als solide finanzielle Investition. Diese ‘doppelte Dividende’ macht Investitionen in erneuerbare Energien besonders attraktiv.

Ich glaube, da heißt es einiges an Unterlagen wälzen …

Von der Gretchenfrage zur Gründung

Kreisvorstand Brandenburg an der Havel Ja, so schnell kann es gehen. Man trifft sich, lernt sich kennen, diskutiert und organisiert und ehe man sich versieht, wird ein Kreisverband gegründet. Seit dem 14.10.2009 existiert in Brandenburg an der Havel ein Kreisverband der Piratenpartei des Landes Brandenburg mit derzeit 19 Mitgliedern. Es war eine sehr schöne Gründungsveranstaltung mit erstaunlich viel Resonanz, anwesenden Gästen und Presse. Gerade so hatte die Räumlichkeit für die knapp 26 Anwesenden ausgereicht.

Und bevor Fragen aufkommen: Ja, ich bin erst einmal für ein Jahr zum Vorsitzenden gewählt worden und hoffe, dass ich der einstimmig abgegebenen Meinung zu meiner Person gerecht werden kann. :-)  Ich persönlich freue mich auf ein interessantes und hoffentlich erlebnisreiches und produktives Jahr und bedanke mich bei allen Beteiligten, die den neuen Kreisverband so tatkräftig bei dessen Gründung unterstützt haben.

Und wenn sich einige fragen sollten, was das Ganze mit der gewählten Überschrift zu tun hat, der lese sich dazu den Artikel bei der MAZ durch, bei der ich mich ebenfalls für die Berichterstattung online, als auch in der aktuellen Printausgabe (wird ggfs. hier nachgereicht), bedanke.