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Vorlesen ist illegal …

Was den Brüdern der Content-MafiaIndustrie nicht so alles einfällt. Da das Gerät von Amazon – Kindle – die elektronischen Bücher vorlesen kann, würde daraus ein so genanntes Hörbuch werden und dazu hätte Amazon kein Recht, denn es verhindert die Vergütung der Zweitverwertung der Autoren. 

In was für einer Welt leben wir denn? Ich warte auf den Tag, an dem ich meiner Lütten die Märchen nicht mehr aus dem Kopf rezitieren darf.

Unglaublich? Naja, bei all dem, was die Content-MafiaIndustrie mittels Lobby-Arbeit und schwarze Köfferchen durchgeboxt bekommen hat, würde es mich nicht wundern, wenn sie es damit auch schaffen würden.

Also, um einer Unterlassungserklärung vorzukommen, lest am Besten nix mehr euren Kindern vor.

Über den Tellerrand Nr. 8

Neue Woche, neuer Tellerrand. Für mich interessante Infos knapp kommentiert. Los gehts:

  1. Seid ihr seit 2005 ein- oder mehrmals in Großbritannien gewesen? Fleißig am Flughafen die Kreditkarte gezückt und munter in die Kameras gelächelt? Dann hat es wenigstens einen Sinn, denn ihr seid somit mindestens ein Datensatz in einer “geheimen und riesigen” Datenbank der Briten geworden. Was alles gespeichert wurde? Name, Adresse, Telefonnummer, Reservierungen, mögliche Reiserouten und Kreditkarteninformationen. Alles zum Schutze vor den bösen Terroristen …
    Was sagt ihr? Ein Selbstmordattentäter reist nur einmal ein? Ehrlich? Na wofür wird denn die Datenbank sonst gebraucht? 
  2. Mittels des neuen JuPo-Gesetzes wird fleißig im Land Brandenburg gegen Tatverdächtige ermittelt, die sich Bilder oder Videos von Jungen und Mädchen zwischen 14 und 18 aus dem Internet holen oder auf dem Handy ansehen.
    Also Vorsicht liebe “Frühreife” – Sex dürft ihr haben, aber euren Partner nicht auf Nacktbildern ansehen. Und um solche Bilder zu sehen, muss man diese auch explizit bewusst herunterladen, denn zufällig landen diese Bilder niemals nie nicht auf den Rechner. Das hat uns die Operation “Himmel” mehr als einmal bestätigt, dass so etwas nicht möglich ist. Wie “schön”, dass aus JuPo durch Harmonisierung und öffentlicher Zensur schon KiPo wird. Den Christen sei Dank!
  3. Wo Daten gehortet werden, da gehen sie auch mit ziemlicher Sicherheit verloren. Die Briten sind ja neben Deutschland Exportmeister – im Sinne des Datenverlustes. Tendenz zunehmen …
  4. Es kann doch nicht angehen, dass irgendeine Industrielobby in geheimer Verschwörung mit hoher krimineller Energie wider Demokratie und Grundrechte weiterhin ungestört ihre Anschlagspläne auf unser Recht und Freiheit ausbrütet. Das, was bisher bekannt wurde und auf uns alle zurollt, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen … 
    Wer dagegen aufmuckt, der wird sofort als grauslicher Nationalist niedergebügelt. Besonders im deutschen Sprachraum hat sich neben der Kultur des Fremdschämens die Kultur des Pseudo-Weltoffen-Möchtegern-Europäers etabliert. Dafür soll alles geopfert werden! Alle Rechte und Individualitäten, die sich die einzelnen Völker Jahrhunderte lang erkämpft und ertrotzt haben, verscherbelt man nun für das vage Gefühl sich als Bürger Europas fühlen zu dürfen und merkt nicht, dass man sich in die Fänge einer mit Lobbyisten verseuchten, zentralistischen Demokratur begibt. Und viele bemerken es gar nicht, was um sie geschieht und wie sie von einer nicht demokratisch legitimierten Vereinigung kontrolliert und drangsaliert werden. Traurig … “Wir müssen das durchsetzen, weil es kommt von der EU”. Diese Worte werden wir immer öfter hören – glaubt mir.

“Illegal” downloaden, oder im Laden klauen?

Mal im Ernst. Wenn man die Überschrift so liest, dann heisst es klar: downloaden. Doch heutzutage werden durch die Abmahnindustrie immer größere Steine in den Weg geworfen. Erst jüngst, während meines Urlaubes, ist die neue Klausel des Urheberrechtgesetz verläutet worden. Und wenn man sich das Ganze wirklich mal auf der Zunge zergehen lässt und dabei bestehende Gesetze für Vergehen inkl. deren Höchststrafen betrachtet, dann wirft sich mir folgender frei erfundener Gedanke auf:

Wenn meine Tochter irgendwann zu mir kommt und etwas herunter geladen haben möchte (da ggfs. kein Geld für den “gewünschten” Schund übrig ist), dann sage ich ihr lieber, dass sie in den Laden gehen und sich das Original klauen soll. Effektiv kommt es der Familie günstiger. Wieso?

Wenn jemand klaut, dann hat jener einige “Fehlversuche” (erwischt werden) gut, bevor 5-10 Sozialstunden mal abgearbeitet werden müssen – und wenn zwischendurch aber 10-15 CDs den Weg in die Tasche, ohne dabei gesehen zu werden, finden, dann ist die Ausbeute im Vergleich zu dieser Strafe ein guter Schnitt.

Wenn aber diese CDs, sei es durch den Papa oder dem Kind, herunter geladen werden, dann muss der Papa für den ersten Verstoß als Störer haften und die horrenden Summen der Contentmafia kosten ihn dann 1-2 Monatsgehälter. Vorratsdatenspeicherung und Speicherung und Weitergabe von “illegal” erhobenen Verbindungsdaten durch die Provider sei Dank!

Und nun bitte noch einmal die Antwort zur oben gestellten Frage … 

Ärger: Minister fordern Erlaubnis zur Selbstjustiz

Ich konnte es selbst fast nicht glauben, als ich den folgenden Artikel bei Heise gelesen habe. Da die Justiz vermehrt mit Anzeigen von der Content-Industrie gegen mutmaßliche Urheberrechte-Verletzer überhäuft werden, die Behörden nicht mehr hinterherkommen bzw. weise derartige Anzeigen abblocken (da sie sich nicht instrumentalisieren lassen wollen) und der Steuerzahler auch noch das Ganze bezahlen darf (die Anfragegebühr der Staatsanwaltschaften an die TK-Anbieter) befürworten die Justizminister der Länder die Direktauskunft der Content-MafiaIndustrie an die TK-Anbieter.

Somit wären diese in der Lage direkt unter Datenschutz liegende Daten ohne Umweg über Polizei/Staatsanwaltschaft zu beschaffen und zivilrechtliche Schritte (Abmahnungen) umgehend einzuleiten.

Das heisst für mich frei übersetzt:

gesetzliche Erlaubnis für die Content-Industrie zur Ausübung von Selbstjustiz zur Schonung der Staatskassen!

Private (auch Firmen) können dann also aus heiterem Himmel beim Provider nachfragen, wer denn so gerade im Internet unterwegs war bzw. können mit unter Umständen fingierten und falschen Daten/Gründen meine Daten erhalten, die ich nicht einmal selbst auf Anfrage bekommen würde, geschweige denn, dass ich nicht mal bei einer derartigen Anfrage informiert werde?  Wer überprüft dann die Rechtmäßigkeit des Anspruches? Die Telekom? Vodafone? Arcor? Selten so gelachtn … Wenn derartige Freibriefe kommen sollten, möchte ich nicht die darauf folgenden Klagewellen zählen, welche uns überrennen werden.

geldkoffer.jpg Eine derartige Aushebelung von Grundprinzipien unserer demokratischen und justiziaren Grundordnung und die Denkweisen der Justizminister ist in meinen Augen schon grundgesetzwidrig und verstößt gegen so jegliches Datenschutzgesetz was es bei uns gibt. Bei Bedarf packe ich die passenden Artikel aus dem GG und den anderen Büchern, die hier bei mir rumstehen, raus.

Da erschleicht mich wiedermal der Verdacht, den ich vielleicht mit dem Bildchen rechts darstelle könnte …