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Zensus 2011: Volkszählungsdaten sind harmlose Daten?

Heute bin ich auf der Seite des AK Zensus über folgenden Artikel gestoßen. Interessant hierzu ist die Ausführung im Zensusgesetz (ZensG), was für angeblich “harmlose” Informationen ebenso abgegriffen werden – und das trotz Einspruch, trotz Opt-Out und ohne Information an die Betroffenen:

§3 (1) Zur Aktualisierung des Anschriften- und Gebäuderegisters nach § 2 des Zensusvorbereitungsgesetzes 2011 vom 8. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2808) sowie zur Vorbereitung und Durchführung des Zensus übermitteln die Meldebehörden den statistischen Ämtern der Länder für jede gemeldete Person elektronisch die folgenden Daten:

[...]

26. Übermittlungssperre nebst Grund der Übermittlungssperre

Das heißt, es wird trotz Übermittlungssperre das Kennzeichen und der hinterlegte Grund der Sperre zentral in eine riesige Datenbank zusammengeführt. Dieser Vorgang geschieht laut Zeitplan insgesamt 3 Mal. Einmal, wie im Artikel zu lesen, ist dies schon im vergangenen Jahr passiert.

Aber was ist eine Übermittlungssperre und wofür ist diese gut? Jeder Bürger kann der Weitergabe seiner Daten durch das Einwohnermeldeamt widerrufen. Dies leitet sich schon allein durch das grundrecht der informationellen Selbstbestimmung ab. Ist die Sperre gesetzt, darf keine Institution, keine Firma oder andere Meldebehörde die Daten anfordern, ohne den Bürger selbst gefragt zu haben (durch die eigentliche Behörde). Mit der Sperre kann man verweigern, dass zB. Adresshändler, Firmen oder Parteien Daten herausgeben.

Interessant ist aber auch der Punkt, wer noch Übermittlungssperren nebst Grund beantragt hat bzw. beantragen könnte:

Es gibt jedoch auch eine darüber hinaus gehende Auskunftssperre, die dann eingerichtet wird, wenn Menschen um ihre Gesundheit und ihr Leben fürchten, falls ihr Aufenthaltsort ohne weiteres erfahrbar oder durch jeden Behördenmitarbeiter einsehbar wäre.

Aussteiger aus der Radikalen- oder Nazi-Szene, Menschen im Zusammenhang mit einem Zeugenschutzprogramm, Prominente, Politiker, Richter und Stalking-Opfer gehören beispielsweise zu dieser Bevölkerungsgruppe.

Somit wird (bzw. wurde!) mit der Volkszählung eine zentrale Datensammlung erstellt, die (zumindest zeitweise) einen hervorragenden Überblick über alle in Deutschland hiervon betroffenen Menschen gibt.

Sind diese Daten harmlos? Wer hat alles darauf Zugriff? Sind diese definitiv sicher? Wozu werden diese, wie auch viele andere Daten und Informationen für eine Volkszählung überhaupt benötigt? Der Zensus 2011 erfasst viel zu viele Informationen ohne jegliche Informationspflicht und Einspruchsrecht der Bürger und zentralisiert diese in einer riesigen Datenbank. Der Zensus in dieser Form ist meiner Meinung nach rechtswidrig und darf nicht weiter fortgeführt werden.

Weitere Hintergründe und erfasste Daten, nebst (auch mir) aufgefallenen Kuriositäten im ZensG werden die Tage folgen.

Zensus 2011: Werbung beginnt …

Was der Zensus 2011 ist und welche Fallstricke und Probleme damit ab dem 9.5.2011 einhergehen, werde ich die Tage ausführlicher beleuchten und erklären. Angedroht wurde es bereits und heute habe zumindest ich das erste Mal Online-Werbung dazu gesehen. Diese Art und Form (Fragenkatalog) der Volkszählung brauchen wir definitiv nicht und wurde bereits 1983 durch das Bundesverfassungsgericht in seine Schranken gewiesen.

Ein Jahr, an dem auch das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung entstanden ist.

 

Probleme von Datenbergen

Dass angesammelte Datenberge Probleme bzw. Unannehmlichkeiten für mitunter Betroffene bereiten kann, dass brauch ich (denke ich zumindest) nicht weiter erwähnen. Dass ein alleiniger Verlass auf die Bereitstellung dieser Daten falsch ist, zeigt ein Beispiel hierzu, welches sich heute bei mir auf während meiner Arbeit aufzeigte.

fehler-google-daten Ein Kunde rief mich heute zur Klärung einer Verständnisfrage an: Thema Google. Unser Kunde (A) wurde von einer anderen Firma (B) mit, nun sagen wir mal, sehr harschen Worten begrüßt und aufgefordert, etwas gegen Anrufe zu unternehmen, die ständig bei (B) eingehen. Die Anrufer wollten aber nicht (B) sprechen, sondern (A) – sprich, sie wählten die falsche Telefonnummer. Das Interessante dabei ist, woher die Anrufer die Telefonnummer her hatten – nämlich durch eine Suche in Google.

Es wurde nach dem Kunden (A) mittels Firmenname gesucht, man erhielt eine Darstellung wie im Screenshot hier rechts angezeigt (Grafik beinhaltet nicht den Kunden ;-) ). Fast alle Daten stimmten – bis auf die Telefonnummer. Die angezeigte Telefonnummer war die von (B).

Nun ist dies kein Fauxpas im eigentlichen Sinne, dennoch ist es für die Betroffenen mehr als ärgerlich, wenn Daten aus unerfindlichen Datenbergen falsch miteinander verknüpft werden und andere sich auf diese Informationen verlassen. (B) ist mehr als genervt und ist sauer auf (A) und fordert von (A) die Korrekturen bei Google. Von außen betrachtet eine David / Goliath Aufgabe.

Ich habe für (A) die Meldung bei Google vorgenommen und bin gespannt, wann dies dort geändert bzw. eingepflegt wird. Warum sich die Leute auf die dargelegten “Fakten” der Google-Suche alleinig verlassen, ist mir persönlich schleierhaft, wenn man bedenkt, dass der Gesuchte lediglich ein Ergebnis tiefer die offizielle Webpräsenz der betreffenden Firma (A) aufgelistet bekommt – und natürlich dort die richtige Telefonnummer erhalten kann.

Letztendlich stellen sich mehrere Fragen im Geiste auf:

  • Wenn Datensammlung was ganz Tolles sein soll – wie kann sicher gestellt werden, dass diese “korrekt” und fehlerfrei miteinander verknüpft sind?
  • Kann man überhaupt Fehler in der Kopplung der Daten ausschließen?
  • Ist es im Allgemeinen ein Kompetenzproblem (Medienkompetenz) der Anwender?
  • Wenn ja – wie kann man diesem begegnen?

Tja, und wie wirken sich solche kleinen Fehler in staatlichen Datenbanken aus? Allein wenn bereits Einem so etwas passiert, sollte man die Sinnfrage an die Bearbeiter im Innen- wie auch im Außendienst stellen.

Über den Tellerrand Nr. 8

Neue Woche, neuer Tellerrand. Für mich interessante Infos knapp kommentiert. Los gehts:

  1. Seid ihr seit 2005 ein- oder mehrmals in Großbritannien gewesen? Fleißig am Flughafen die Kreditkarte gezückt und munter in die Kameras gelächelt? Dann hat es wenigstens einen Sinn, denn ihr seid somit mindestens ein Datensatz in einer “geheimen und riesigen” Datenbank der Briten geworden. Was alles gespeichert wurde? Name, Adresse, Telefonnummer, Reservierungen, mögliche Reiserouten und Kreditkarteninformationen. Alles zum Schutze vor den bösen Terroristen …
    Was sagt ihr? Ein Selbstmordattentäter reist nur einmal ein? Ehrlich? Na wofür wird denn die Datenbank sonst gebraucht? 
  2. Mittels des neuen JuPo-Gesetzes wird fleißig im Land Brandenburg gegen Tatverdächtige ermittelt, die sich Bilder oder Videos von Jungen und Mädchen zwischen 14 und 18 aus dem Internet holen oder auf dem Handy ansehen.
    Also Vorsicht liebe “Frühreife” – Sex dürft ihr haben, aber euren Partner nicht auf Nacktbildern ansehen. Und um solche Bilder zu sehen, muss man diese auch explizit bewusst herunterladen, denn zufällig landen diese Bilder niemals nie nicht auf den Rechner. Das hat uns die Operation “Himmel” mehr als einmal bestätigt, dass so etwas nicht möglich ist. Wie “schön”, dass aus JuPo durch Harmonisierung und öffentlicher Zensur schon KiPo wird. Den Christen sei Dank!
  3. Wo Daten gehortet werden, da gehen sie auch mit ziemlicher Sicherheit verloren. Die Briten sind ja neben Deutschland Exportmeister – im Sinne des Datenverlustes. Tendenz zunehmen …
  4. Es kann doch nicht angehen, dass irgendeine Industrielobby in geheimer Verschwörung mit hoher krimineller Energie wider Demokratie und Grundrechte weiterhin ungestört ihre Anschlagspläne auf unser Recht und Freiheit ausbrütet. Das, was bisher bekannt wurde und auf uns alle zurollt, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen … 
    Wer dagegen aufmuckt, der wird sofort als grauslicher Nationalist niedergebügelt. Besonders im deutschen Sprachraum hat sich neben der Kultur des Fremdschämens die Kultur des Pseudo-Weltoffen-Möchtegern-Europäers etabliert. Dafür soll alles geopfert werden! Alle Rechte und Individualitäten, die sich die einzelnen Völker Jahrhunderte lang erkämpft und ertrotzt haben, verscherbelt man nun für das vage Gefühl sich als Bürger Europas fühlen zu dürfen und merkt nicht, dass man sich in die Fänge einer mit Lobbyisten verseuchten, zentralistischen Demokratur begibt. Und viele bemerken es gar nicht, was um sie geschieht und wie sie von einer nicht demokratisch legitimierten Vereinigung kontrolliert und drangsaliert werden. Traurig … “Wir müssen das durchsetzen, weil es kommt von der EU”. Diese Worte werden wir immer öfter hören – glaubt mir.

Sicherheitsspezialist unsicher …

Wie Heise, Fefe und die Hauptquelle hackersblog.com berichten, ist die Webseite von Kaspersky mit einer eigenen massiven Sicherheitslücke betroffen, mit der die komplette dahinter liegende Datenbank anzapfbar ist – nebst Administrationskennwörtern, Aktivierungscodes, Shops, Daten über Kunden usw.

Es zeigt mitunter passend, dass selbst “Spezialisten” vor Lücken und möglichen Datenklau nicht gefeit sind.

Datenbankenverquirlung

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Vornehmlich die Union, zu Teilen aber auch die SPD, wollen Datenbanken des BND mit denen des Verfassungsschutzes und den deutschen Polizeibehörden koppeln. Andere Datenbanken sollen weiter aufgebläht werden. Daneben geht es mitunter auch um das Belauschen via Internet geführter Telefonate und das Mitlesen von eMails, nebst Abhören von Deutschen im Ausland und Befugniserweiterungen.

Aber nein: die Herren Politiker wollen niemals nie nicht Polizeien und Geheimdienste miteinander verstricken. Das wäre ja etwas, wie nach ’33 mit der Gestapo und ist gemäß unserem Grundgesetz doch verboten, oder? Das würden die doch niemals machen …

Apropos: ist euch schon einmal aufgefallen, dass die bisherigen Datenmissbrauchskandale vornehmlich bei Staats- bzw. Exstaatskonzernen aufgetreten sind?