Passendes …
Aus aktuellem Anlass hier ein paar Worte von Jean-Luc Picard.
Schon interessant, wie tief schürfend, passend und seiner Zeit voraus so manch eine Serie oder Film sein kann.
Fakten, Erlebnisse, Gedanken und Erkenntnisse
Aus aktuellem Anlass hier ein paar Worte von Jean-Luc Picard.
Schon interessant, wie tief schürfend, passend und seiner Zeit voraus so manch eine Serie oder Film sein kann.
Ich hatte es bereits bei Netzpolitik vor Tagen gesehen und ebenso bei Artanis. Es ist anschaulich und verständlich für fast Jedermann erklärt und somit mitunter eine gute Vorlage es auch den Nicht-Spezialisten begreiflich zu machen, auf welch unwürdigen Niveau Wahlkampf, Populismus, Lobbyismus und Profilierungssucht betrieben wird und was hier massiv schief läuft. Ebenso sollte erkenntlich werden, dass dieses Vorhaben in keinster Weise etwas mit dem Schutz von Kindern zu tun hat, sondern mit beginnender Zensur, eingeführt auf dem Rücken eines moralisch verwerflichen Themas.
Wer das glaubt, dass die Erstellung der DNS-Sperrmechanismen für die Telekom besonders zeitaufwändig ist, der nagelt sich auch seine Mütze mit einem Presslufthammer an den Kopf. Die Telekom hat mindestens bereits die Basis für die DNS-Sperrmechanismen funktionsfähig, was man mehr als gut an der T-Online Navigationshilfe, über die ich bereits berichtete, sehen kann.
Ich glaube nicht, dass, wenn die Zeit für Sperrmechanismen benötigt wird, es sich um die Realisierung der DNS-Sperren handelt. Vielmehr, weil es der gesetzliche Rahmen der Gesetzesvorlage nicht einschränkt, wird an tiefergehenden Mechanismen gewerkelt – mit Sicherheit!
Generell sei der Entwurf aber “technikoffen” formuliert, sodass Provider auch zusätzliche Sperrmethoden einsetzen könnten. (Heise) (original Gesetzesentwurf)
By the way: Ich verwehre mich dagegen ständig von diesen lupenreinen Politikern beleidigt zu werden. Diesmal ist es wieder Frau von der Leyen, die in meinen Augen den Bock abgeschossen hat:
Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.
Geht es noch tiefer? Leute, die von Technik Ahnung haben, wissen wie man Einstellungen vornimmt, wissen wie das Ganze funktioniert, sind zum Teil schwer pädokriminell! Sprich, meine Eltern wären außen vor, weil sie das Internet zwar nutzen, aber von der Materie keine Ahnung haben, aber zB. meine Person ist nach Frau von der Leyen’s Aussage pädokriminell – Na vielen Schrank auch!
Wenn ich fies wäre, würde ich das Ganze verbal umdrehen und könnte das gleiche über die Leute sagen: Ein Teil Derer sind schwer pädokriminell die mit dem erneuten Missbrauch des Missbrauch von Kindern ihre politischen Machenschaften durchsetzen, Überwachung und Zensur einführen und sich selbst der Überwachung und der Zensur herausnehmen wollen. Aber ich bin nicht so fies und würde so etwas nicht sagen!
Macht immer weiter so, denn wie sagt man so schön: abgerechnet wird am Schluss …
Ich hatte mich ja bereits über die eingeführte DNS-Manipulation seitens der Telekom geäußert. Jetzt taucht schon mit einer der ersten Fälle auf, wo diese “Domain nicht existent – ich leite auf Telekom-Server”-Sache mitunter “Schaden” anrichtet.
Viele Firmen haben Sicherheitsvorkehrungen gegen Spam und anderes Gedöhns, wo z.B. bei einer eingehenden Mail ein DNS-Lookup durchgeführt wird, um die Korrektheit der Absenderdomain festzustellen. Das ist mitunter ein Indiz, ob es sich um Spam handelt oder nicht. Durch die Umleitung der DNS-Anfrage oder besser dem Vorgaukeln, dass die falsche Domain doch existiert (auf dem Telekom-Server) wird durch diese Prüftools fälschlicherweise angenommen, dass die Absenderdomain existiert und ok ist.
Dieses Verfahren der ISPs stört sämtliche Sicherheits- und Überprüfungsverfahren, die auf Validierung der DNS-Namen angewiesen sind. Schöne “sichere” Welt, oder?
Douglas Adams hat es sehr treffend in seinem Anhalter geschrieben und anscheinend haben die meisten Leute sich eine Joo-Janta Gefahr-O-Sensitiv Brille zugelegt. Diese Brille wird bei Gefahr schwarz und da man nichts mehr sehen kann, ist man auch völlig sicher. Das unsere Behörden mit ziemlicher und garantierter Sicherheit gegen jeglichen Verdacht auf Kindesmissbrauch und Co. vorgehen, zeigt sehr deutlich der Bericht von Panorama – nämlich, dass sie gar nichts tun: schon gar nicht informieren oder aktiv werden … so viel zur Joo-Janta Gefahr-O-Sensitiv: wenn wir das Problem nicht sehen können, dann existiert es auch nicht. Ähnlich auch die Sperrlisten: wenn man es nicht mehr sehen kann (obwohl die Bilder nicht gelöscht werden), dann existiert auch keine KiPo.
Und so wie als Beispiel der Fall im Panorama geschildert wird, genauso wird auch bei diesem emotionalen Thema weiter verfahren werden. Man blendet einfach das Ganze aus, weil es einfacher ist, als sich dem eigentlichen Problem zu stellen.
Nun haben heute 5 große TK-Anbieter einen Vertrag bezüglich der “freiwilligen” KiPo-Sperre mit dem BKA abgeschlossen (wo ich mir noch immer die Frage stelle, wie das überhaupt rechtlich möglich ist und wieso das BKA hier Judikative, sowie Exekutive spielen darf).
Geheime Verträge zur geheimen Umsetzung einer geheimen Sperrliste, erstellt durch ein geheimes Gremium inklusive Verantwortungsübernahme durch eine Behörde im Falle der wahrscheinlichen Illegalität und Nötigung bis hin zur Erpressung durch staatliche Stellen – kurz, jedweder politischer, gesellschaftlicher und gesetzlicher Diskurs ist somit ausgeschaltet.
Hat Jemand noch im Hinterkopf, was eigentlich Demokratie ist? Das auf jeden Fall ist keine …
Es bedarf nur ein einzelnes schwarzes Schaf in den Reihen der ISPs, dem BKA, der Regierung – all jenen, die auf diese GEHEIME Liste Zugriff haben, und die KiPo-Szene wird mit tagesaktuelle Listen der gesperrten Seiten versorgt. Aber so weit würde ich persönlich nicht gehen – eher, dass auf diese Liste unkontrollierbar Dinge landen werden, die missliebig sind. Diese Gedanken haben auch die Aktivisten und Vereine, die sich heute vor dem Unterzeichnungsort eingefunden hatten.
Interessant ist die Argumentation von Frau von der Leyen, die KiPo-Bilder als etwas hinstellt, wo jeder Unbedarfte süchtig nach werden kann – eine Droge, der jeder unterliegen kann. Wissenschaftlich fundiert – versteht sich ..
Morgen ist es so weit. Bisher 6 große TK-Anbieter werden freiwillig einen Vertrag unterzeichnen, um DNS-Sperren einzuführen. Welche es genau sind, findet man hier: Zensurprovider! Dass das mit Sicherheit nicht das Ende vom Lied sein wird und wir erst am Anfang der ganzen Manipulation und Verfolgung des Surfverhaltens stehen, habe nicht nur ich bereits mehrfach, wie auch hier, angesprochen, sondern es steht noch weit aus mehr auf dem Programm:
Es ist uns wichtig, mit dem Gesetz die rechtlichen Regelungen dafür zu treffen, dass wir ein Access-Blocking machen können. Ich würde noch weitergehen und nicht nur die DNS, also die allgemeinen Domänennamen, berücksichtigen. Wir müssen auch auf die Ebene darunter gehen, sonst erreichen wir viel zu wenig. Es ist möglich, auf dieser Ebene das Surfverhalten zu verfolgen. Dann können wir sagen: Wer immer versucht, auf die Seite dieses oder jenes Anbieters zu gehen oder auf diese oder jene Inhalte zuzugreifen, wird erstens gestoppt – Ihr Vorschlag – und zweitens strafrechtlich verfolgt.
Zitat Fr. Zypries (SPD) aus Quelle Bundestag Plenarprotokoll Seite 23171 vom 27.03.2009
Wenn das nicht Stasi 2.0 ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Mich wundert es nicht, wenn genau mit diesem Sachverhalt ein Gesetzespapier “gezaubert” werden wird. Ich empfehle auch die Aussagen der Kollegen von Frau Zypries sich einzuverleiben. Was die vom Stapel lassen, das passt auf keine Kuhhaut mehr. Ich erspare mir an der Stelle zu sagen, was diese Leute für mich sind, denn ansonsten könnte man mich im schlimmsten Fall im Cafe Viereck besuchen. Ich liste mal einige Zitate auf:
Stellen Sie sich einmal vor, die Väter des Grundgesetzes hätten diese Taten im Fernsehen bei der Abfassung des Art. 5 des Grundgesetzes gesehen und hätten dann gesagt: Wir wollen, dass dies unter Kunstfreiheit fällt. Stellen Sie sich einmal vor, die Väter des Grundgesetzes hätten diese abscheulichen Bilder gesehen und hätten gesagt: Wir wollen, dass Provider so etwas frei machen können. Das fällt unter die Berufsfreiheit. Stellen Sie sich vor, die Väter des Grundgesetzes hätten, als sie Art. 10 des Grundgesetzes, das Fernmeldegeheimnis, abgefasst haben, gesagt: Wer solche Bilder anschaut, den dürfen wir nicht stören. Das ist das Fernmeldegeheimnis. Ist das Ihre Grundrechtsinterpretation? Ist das der Umgang mit dem weltweiten Netz angesichts unserer Grundrechtsartikel? Ich halte es für ein Zerrbild der Grundrechtsinterpretation, wenn wir diese Artikel in dieser Weise heranziehen.
Zitat: Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU)
Vor allen Dingen haben wir aber auch immer größere Verfahren. Allein bei der Operation „Himmel“ waren es 12000 Beschuldigte. Vielleicht kennen Sie den Spruch „Wer ein Ziel verfolgt, sucht Wege; wer blockieren will, sucht Gründe.“ Was wir von den Bedenkenträgern heute wieder gehört haben, ist für die Kinder mehr als unangenehm.grafie im Internet zu erschweren. Zweifel an der Wirksamkeit, Zweifel an der Umsetzbarkeit, die Sorge vor vermeintlichen Schadensersatzansprüchen oder Angst vor der Einführung einer vermeintlichen Zensur sind schlechte Argumente. Entschuldigen Sie, aber mir wäre es lieber, wenn Sie dieses Engagement für den Schutz der betroffenen Kinder aufbringen würden.
Zitat: Michaela Noll (CDU/CSU)
Denn die heutige Debatte hat deutlich gezeigt – da tun Sie, Frau von der Leyen, mir fast ein bisschen leid –, mit welchen Bedenkenträgern Sie sich über Monate rumschlagen mussten. Ich konnte im Vorfeld nicht glauben, dass bei diesem Thema so viele Bedenkenträger nicht nur draußen, sondern auch in diesem Hause unter uns sind. Das war teilweise sehr beschämend. Frau Gradistanac, es war einfach peinlich und unmöglich, diejenige anzugreifen, nämlich die Bundesministerin von der Leyen, die sich seit Monaten als Einzige gegen die Neinsager, gegen die Abersager, gegen alle Bedenkenträger durchgesetzt hat.
Zitat: Dorothee Bär (CDU/CSU)
Der Rest der Abschrift liest sich keinen Deut besser und ich empfehle Jedem sich das mal durchzulesen, was Unserereins eigentlich gar nicht so richtig mitbekommt, weil wir mitunter den Rednern dort oben während des Gebrabbels das Geld erwirtschaften müssen. Ich persönlich bin mehr als sprachlos über derartige zerebrale Diarrhöe. Die Operation Himmel wird gelobt ohne Ende und war rein rechtlich gesehen einer der größten Reinfälle mit derartig heißer Luft – so etwas hat Deutschland bisher nicht gesehen. Und trotzdem wird das Volk damit an der Nase herumgeführt. Keine Verurteilung bisher, aber vollkommen erfolgreich – tolle Logik.
Wer sich dazu sachlich einmal auseinander setzen möchte (und auch sollte), dem empfehle ich den sehr guten, sachlichen und aktuellen Beitrag der c’t, welchen ich dank Artanis ohne Hechten zum Zeitungsladen gefunden habe. Um es abschließend mit den Worten der c’t zu sagen:
Was steckt also wirklich hinter all diesen Hirngespinsten? Wenn es nicht die Bekämpfung von Kinderpornos ist, dann kann es nur um die Installation der Sperren selbst gehen. Das würde bedeuten, dass hier mit einem Vorwand eine geheime Liste eingeführt wird, die man nach und nach um weitere strafbare und unliebsame Inhalte erweitern kann. Die viel gelobten skandinavischen Länder zeigen bereits die Richtung: In Schweden versuchte die Polizei 2007 auf Lobbydruck hin, Adressen der Tauschbörsen-Suchmaschine Pirate Bay auf die Kinderporno-Sperrliste zu heben. Ähnliches ereignete sich 2008 in Dänemark.
Und in Deutschland stehen die Interessensgruppen bereits in den Startlöchern. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.“ Das ist die mühsam verklausulierte Forderung, unliebsame P2P-Linkseiten auf die Sperrliste zu hieven.
Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann fehlt nur noch ein Gesetz, das jedes Umgehen der technischen Sperre unter Strafe stellt, und die Machthabenden hätten ein perfektes Zensurwerkzeug.
In diesem Sinne … warten wir den morgigen Tag ab …