Clip: Du bist Terrorist
Ein wirklich schönes, ruhiges und aufklärendes Video gegen Überwachungswahn im Stile von der Kampagne “Du bist Deutschland”. Sehr sehenswert …
Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.
Fakten, Erlebnisse, Gedanken und Erkenntnisse
Ein wirklich schönes, ruhiges und aufklärendes Video gegen Überwachungswahn im Stile von der Kampagne “Du bist Deutschland”. Sehr sehenswert …
Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.
Es wurde oft von mir berichtet, welche Folgen und Probleme mit dem ePerso, den Fingerabdrücken und den biometrischen Passbildern kommen können.
Wer es nicht scheut, der möge sich mal den Antrag der Grünen (PDF) gegen die “Sicherheitsmechanismen” im ePerso durchlesen. Interessant ist mitunter die Anmerkung, dass durch weitere Gesetzesvorhaben der Zugriff auf die Fingerabdrücke, Fotos, Signaturdaten usw. für andere Zwecke ermöglicht gemacht werden kann/soll. Aber man hat ja nichts zu verbergen. Sollte man sich durch (noch wahlfrei, später – gemäß PDF – auch Pflicht) die Abgabe der Fingerabdrücke nicht wie ein Straftäter vorkommen?
Der ePerso ist zwar jetzt schon im Bundestag durchgewunken worden (ich sag nur Große Koalition), aber ich hoffe auf Aktionen dagegen. Ein weiterer Baustein des gesamten Konstruktes – aber “wir” haben ja nichts zu verbergen, oder? Die Liste der Beschlüsse, Kompetenzen und Befugnisse (mitunter gegen uns alle) wird immer länger und ich verweise immer gern auf dieses Informations- und Linksammelsurium…
.. so würde es der Bürgerrechtsausschuss des Europa-Parlaments in Reisedokumenten gern haben, wie der Datenschutz-Blog kurz berichtet. Selbst wenn Fingerabdrücke zwingend für die Nicht-Demokratisch-Legitimierten notwendig erscheinen, frage ich mich, wieso Kinder und Jugendliche, welche nicht volljährig sind, in Reisedokumenten fingermäßig erfasst werden sollen. Es sind Kinder!
Was soll das Ganze bringen bzw. verbessern? Man muss es nicht übermäßig ernst nehmen, nur weil man einige Kinder als Terror-Zwerge betitelt, weil sie unsere Nerven strapazieren.
Eben im Radio drüber gestolpert und auf dem Tagesspiegel gelesen. Einfach irre, wie ich finde. Wenn ich daran denke, dass wir Vollmachten/Erlaubnis für die Personen ausstellen, die unsere Lütte aus der Kita abzuholen dürfen, dann frage ich mich, wieso da unbedingt ein Fingerabdruck-Scanner eingeführt werden soll? Vor allem, dass für den Fingerabdruck die Personen auch mal vorher vorstellig werden müssen bei der Vergabe der Erlaubnis. Wenn ich dran denke, dass dafür extra ein 200km langer Anfahrtsweg fällig wäre für meine Eltern?
Wie erhöht so etwas die Sicherheit? Wie viele Kinder sind denn fälschlicherweise schon durch fremde Leute abgeholt worden, die ein derartiges System rechtfertigen? Wahrscheinlich tausende, oder? Und wenn ja – wer hat die Kinder unberechtigterweise an die fremden Personen übergeben?
Stellt sich dann die Erzieherin hin und sagt “Fingerabdruck bitte, und wenn gültig, dann dürfen sie das Kind mitnehmen”? Wieso reicht es nicht, dass der Perso herausgehalten und mit der Vollmachtenliste verglichen wird? Ein solches System hilft ebenso wenig, wenn nicht kontrolliert wird – sei es bei den Vollmachten oder bei dem Fingerabdruck. Wenn es bisher passiert ist, dass Kinder von fremden Leuten abgeholt worden sind, dann hat die Kita-Leitung und/oder die jeweilige Erzieherin ihrer Sorgfaltspflicht nicht ausreichend Rechnung getragen.
Es zeigt sich, wie ohne Nachdenken des Für und Wider unnötige Technik und die damit verbundenen Kosten eingeführt werden sollen. Mit Sicherheit zu Lasten der Eltern, in finanzieller Hinsicht.
Ich lasse mich überraschen …
Über die mangelnde Kompetenz einiger Politiker brauche ich nicht reden. Da saß jemand und entschied über Finanzen, der in Mathe gerade so 2+2 zusammengezählt bekam, Großstadt-Cowboys erklärten den Bauern, wie sie in der Landwirtschaft zu agieren haben oder Menschen bestimmten über die Armee, hatten aber niemals nie nicht gedient.
Sei es drum – was gestern in einer Lesung zum ePerso von sich gegeben wurde, dass sprengt schon gewaltig meine Toleranz über Personen in falschen Positionen und mit Unkenntnis gesegnete Entscheidungsträger. Hauptsache man kommt zu Wort und kann Seifenblasen in die luftleeren Räume ablassen.
Es solle aber auch Betrügern durch biometrische Kontrollen ein Strich durch die Rechnung gemacht werden, die sich einen echten Ausweis mit dem Lichtbild einer Person besorgen, die ihnen ähnlich sieht. Zugleich betonte Binninger, dass es der Union lieber wäre, wenn neben dem Gesichtsbild auch die Aufnahme zweier Fingerabdrücke wie beim E-Pass verpflichtend vorgeschrieben würde.
Hatten wir das nicht schonmal? Die Statistik beruft sich auf ca. 200 Fälle bei mehreren zig Millionen ausgestellten Ausweisen. Wozu also? Um die restlichen 0,0000025% auszumerzen? Restrisiko ist überall und bei den Ausweis (nicht elektronisch) ebenso – und vor allem verschwindend gering dazu. Zum Thema Fingerabdrücke hole ich etwas später aus.
Man müsste dazu in nächster Entfernung eine Abhöranlage mit Mikrofonen einrichten und bräuchte leistungsstarke Rechner zu Entschlüsselung der Mitschnitte.
Aua! Den RFID-Chip mittels Mikrofon auslesen? Hat der ePerso Sprachausgabe oder macht Geräusche? Bitte sagt mir, dass das nur ein Abtippfehler war. Und zur Sache mit den “leistungsstarken Rechnern”. Wer sich mal die Leistungskurve der letzten 10 Jahre ansieht, wo fast alle 2 Jahre sich die Leistung verdoppelt, der wird bemerken, wo wir in 10 Jahren stehen werden. Und wie lange ist ein Ausweis gültig? 10 Jahre? Ui, dann kann ich vielleicht sogar schon mit meinem Handy die Verschlüsselung knacken – wenn es nicht schon vorher einen einfachen Hack gibt – und das mit Sicherheit. Und überhaupt: Es gibt Technik, welche auch die gewünschten einzusetzenden RFID-Chips aus mehr als nur 20cm Entfernung auslesen kann.
Die Antragszahlen für E-Pässe zeigen für Hofmann zudem, dass viele “Vertrauen in die neue Technologie gefasst haben”.
Och, bitte werter Herr Hofmann. Wie kann man Vertrauen in Technologie damit erklären, dass man den ePass nutzen muss. Es gibt keine andere Wahl, wenn ich außerhalb der EU verreisen möchte. Und wenn es keine andere Wahl gibt, dann muss ich in den sauren Apfel beißen, wenn ich ins Ausland will, oder bleibe daheim. Das aber mit Vertrauen gleichzusetzen entbehrt jedweder Logik. Es ist erstaunlich, wie man an der Stelle Bananen mit japanischen Autos vergleicht. Es gibt überhaupt keinen Zusammenhang zwischen A und B.
Entweder brauche der Staat zwingend den Fingerabdruck oder nicht. “Alles andere ist der Einstieg in eine biometrische Totalerfassung, weil ein Aufsatteln jederzeit möglich ist.” Über kurz oder lang würden wieder Forderungen nach Einrichtung einer Zentraldatei der Biometriemerkmale aufkommen.
Wahrlich prognostizierend, wie wir es alle schon miterlebt haben. Das Thema nennt sich Zweckbindung und wie mitunter bei der Maut wissen wir, wie zuverlässig Zweckbindungen und Versprechen sind. Auch wenn Frau Pilz gern für die Gegner (wie meiner Einer) ist, dann sollte sie es auch hier bessere Beziehungen zwischen Fingerabdrücken und dem Speichern machen. Meine Fingerabdrücke gehören mir. Sie sind Teil meines Erbgutes und ein eindeutiges Identifikationsmerkmal meiner Person. Und solange ich nicht einer strafbaren Handlung eindeutig für schuldig gesprochen wurde, hat auch kein Anderer was damit anzufangen oder zu speichern. Ich meine wirklich, wenn schuldig gesprochen und nicht schon bei möglichem Verdacht.
Wichtig sei ferner, dass die Fingerabdrücke nirgends in den Ämtern gespeichert “und erst recht nicht abrufbar sein” dürften.
Also, wer soll ihnen das denn abkaufen, Herr Hofmann? Fingerabdrücke werden im Amt abgenommen und müssen irgendwie ja bis zur Bundesdruckerei ja gespeichert sein. Vom Amt bis zur Druckerei kann Vieles passieren und kopiert werden. Wir leben nicht umsonst in einer Informationsgesellschaft.
Eine Manipulation der auf dem kontaktlos auslesbaren Chip im Ausweis vorgehaltenen Daten bezeichnete auch der SPD-Innenpolitiker als “weitgehend ausgeschlossen”.
Eigentlich geht es nicht um die Manipulation. Dass diese aber weitgehend ausgeschlossen ist, das ist sicherlich nur in ihren Träumen so Herr Hofmann. Einige Zeilen vorher habe ich auf den “Hack” eines ePasses aufmerksam gemacht. Insofern wird auch der Ausweis manipulierbar – so wie der ach so sichere ePass.
Auch das Erstellen von Bewegungsprofilen sei praktisch nicht möglich. Bei den nun anstehenden Beratungen im Innenausschuss sei noch darüber zu diskutieren, wie sicher die geplanten neuen Möglichkeiten etwa zur An- und Ummeldung von Kraftfahrzeugen, zur Online-Bekanntgabe eines Wohnungswechsels oder zur Kontoeröffnung bei einer Bank übers Netz seien und ob sie von den Bürgern überhaupt angenommen würden.
Och menno Herr Hofmann. Wie kann man sich nur derart disqualifizieren? Gerade weil alles mit meiner Identität verknüpft ist, ich mit dem komischen Ausweis alles machen kann, meine Online-Geschäfte damit realisieren soll und das Ganze wegen der Rechtsgeschäftssicherheit auch durch die Läden und Shops gespeichert werden muss – gerade deshalb im Zusammenhang mit der VDS und ELENA und der eGK macht es zu einem gefunden Fressen für alle diejenigen “Überwacher”, die wissen wollen, was, wer, wie, wo und wann macht. Schonmal darüber nachgedacht?
Der massenhafte Einsatz eines hoheitlichen Dokuments etwa bei Online-Bestellungen schaffe eher “mehr Sicherheitslücken, als er schließen kann”. Die Identifikationsfunktion biete der “Phishing-Mafia” angesichts der löchrigen Schutzvorkehrungen privater PCs ein neues Betätigungsfeld.
Hier spricht der Herr Wieland Worte, welche ich bereits vor einiger Zeit auch öffentlich auf meinem Blog kund tat.
Was soll ich also von der Veranstaltung halten? Bloßes Mund aufmachen und bewegen, wie ein auf Grund gelaufener Kabeljau? Wenn es denn doch mal so wäre, aber ich glaube die Eckkneipe war interessanter, als sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.
Da der entsprechende Tagesordnungspunkt für nach 21:00 Uhr angesetzt war, gaben die Abgeordneten ihre Reden zu Protokoll.
Ich kann Pispers nicht oft genug zitieren – und es passt fast überall!
Was meinen Sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden, was hier los ist!
Der Gesetzentwurf zum elektronischen Personalausweis (ePerso) ist veröffentlicht worden. Wenn man sich das Ganze durchliest, die Kommentare und Zitate sich auf der Zunge zergehen lässt und ein wenig darüber nachdenkt, fallen einem sofort wieder Blöd- und Ungereimtheiten auf.
…eine Stellungnahme des Normenkontrollrates, der für den neuen Ausweis eine Einsparung von 123,29 Millionen Euro an Bürokratiekosten errechnet hat …
Auf den ersten Blick klingt das ja ganz nett. Nun nehmen wir die Mathematik zu Hilfe und rechnen mal nach, was das bedeutet. Nehmen wir an, wir hätten im Land 60 Millionen Ausweispflichtige (Kinder und Jugendliche unter 16/18 ausgenommen), dann erhalten wir
123.290.000 € / 60.000.000 Personen = 2,05 € / Person
Sprich 2,05 € eingesparte Bürokratiekosten pro Person. Einsparungen, die wir als Bürger mit Sicherheit nicht zurückerhalten. Das klingt nicht mehr so toll, oder? Aber es wird besser – versprochen!
Der ePerso wird natürlich leicht teurer. Derzeitige anvisierte Kosten schwanken zwischen 30-59 €, wobei wir derzeit gerade mal 8 € hinlegen müssen. Bei so etwas freut man sich sicherlich ein Loch in den Bauch , oder? Der Staat spart sich am Bürger Bürokratiekosten von je 2,05 € ein, dafür muss der Bürger zwischen 22-51 € mehr auf den Tisch legen.
Die Personalausweisbehörden sind mit der erforderlichen Hardware und Software auszustatten, insb. Fingerabdruckscannern, soweit solche nicht vorhanden sind und genutzt werden können. [...] Es wird angestrebt, die Kosten der Personalausweisbehörden über ein Gebührenmodell zu finanzieren, so dass insoweit Belastungen für den Bundeshaushalt nicht entstehen“. Für die entsprechende Ausrüstung der Zollbehörden mit Lesegeräten rechnet der Gesetzentwurf mit Kosten von 2,02 Millionen Euro.
Wie darf ich das nun verstehen? Jeder Einzelne von uns darf auch noch via Gebühr die Anschaffung und Wartung der Software und Technik bezahlen, welche für die Einführung der Personenkennziffer benötigt wird? Wo bitte leben wir denn? Das heißt, allein für die Zollbehörden (Einwohnermeldeämter, Polizeiämter usw. kommen ja auch noch extra) sollen wir mit mindestens 2,02 Millionen € herhalten. Wenn ich dann mal hochrechne, dann packe ich mal auf die Kosten des ePerso nochmal 4 € drauf, damit auch die Polizei und andere Ämter sich neues Spielzeug kaufen können. Das wären dann 26-55 €, die jeder auszugeben hat.
Wir alle in der Gemeinschaft finanzieren den Staat. Wieso muss ich für etwas bezahlen, was mir der Staat in seiner allmächtigen Güte aufzwingt zu nutzen? Es gab mal eine Zeit, wo Ausweise kostenfrei waren. Ist gar nicht mal so lange her.
Der Gesetzentwurf führt dazu auf Seite 39 begründend aus, dass deutsche Personalausweise zwar zu den fälschungssichersten Dokumenten der Welt gehörten, aber zunehmend echte Dokumente von verkleideten Personen missbraucht werden. Dagegen sollen Fingerabdrücke helfen.
Oha! Wenn der Entwurf dann Gesetz ist, heißt das dann, dass Fasching, Karneval oder Halloween verboten werden, damit sich keiner mit echten Ausweisen verkleidet sich “falsch” ausweisen kann *hust*? Welche Sicherheit sollen mir Fingerabdrücke im ePerso bringen, wenn nicht überall, wo meine Identität überprüft werden sollte ein geeigneter Scanner vorhanden ist? Und sind Fingerabdrücke nicht fälschbar bzw. vortäuschbar? Ich erinnere mal an die Aktion des CCC und des Abdruckes Schäubles oder an das hier.
Wenn unsere derzeitigen Ausweise die fälschungssichersten der Welt sind – warum bitte schön brauchen wir noch fälschungssichere? Und wie bitte schön passt diese Aussage und Begründung Ende 2007 dazu:
Und weil das noch nicht alles ist, kommt das Beste zum Schluß.
Die Kammer möchte den Online-Abruf gespeicherter Lichtbilder in den Personalausweisregistern nicht auf die Verfolgung von Straftaten beschränken, sondern allgemein zum “Zwecke der Gefahrenabwehr” nutzbar machen.
Zweckbindung ade! Ihr wisst schon, was “Gefahrenabwehr” ist, oder? Wird denn nun Jemand aus den Gründen für den ePerso schlau? Ich jedenfalls nicht …