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Von Plastik zurück zum Öl

Ich bin heute über ein Video bei Youtube gestolpert und frage mich derzeit, ob das möglich ist. Ein Erfinder in Japan hat, unter anderem wegen der starken Vermüllung, eine “Maschine” erfunden, mit der man Plastik zurück in Öl bzw. sogar durch Weiterverarbeitung in Benzin, Diesel und Kerosin umwandeln kann. Der Erfinder selbst spricht von über 80% CO2 Einsparung gegenüber Verbrennung von Plastik für die Beseitigung von Müll und nachträglicher Energiegewinnung dadurch .. Gibt und funktioniert dies wirklich, wie im Video dargelegt und wenn ja, wieso wird dies nicht großflächiger eingesetzt?

Big Brother is watching and controlling you

Ja, der Große Bruder wacht über uns! Er möchte alles von uns wissen und uns kontrollieren, um sein Machtgefüge nicht zu verlieren. Und dieses Möchten setzt Big Brother immer vehementer um.

Nehmen wir zum Beispiel mal Big Brother Wirtschaft. Es hat sich zugetragen, dass auf Grund von massiven Drängen der Verwertungsindustrie Amazon “gezwungen” wurde, angeblich unrechtmäßig verkaufte elektronische Bücher (eBooks) für deren Kindle eBook Reader aus der Ferne zu löschen. Einzig und allein, weil der Verkäufer auf Amazon nicht das Recht besaß, zwei bestimmte Bücher nicht zu vertreiben, wurde eine digitale Bücherverbrennung – Bücherverbrennung 2.0 – durchgeführt. Nun kann man sagen: “Was solls, die haben doch ihr Geld zurück erstattet bekommen!”. Wenn man das Ganze aber auf die Realität anwendet, wäre der Rechteverwerter zu uns ins Haus gekommen, hätte die Bücher aus dem Regal genommen und anschließend auf einem literarischen Scheiterhaufen zu Asche umwandeln lassen. Die Ironie des Ganzen: es handelte sich um die Werke von George Orwell – “1984″ und “Animal Farm”. Ganz großes Kino, liebe Leute. Das zeigt erst recht, was man von DRM und aus der Ferne kontrollierbaren Machenschaften halten muss!

Und weil es so schön ist und wir noch nicht genug kontrolliert werden, fordert die “SPD” eine freiwillige Selbstkontrolle für den Buchhandel. Edathy höchst persönlich setzt sich dafür ein, dass Bücher von einer “unabhängigen” Instanz kontrolliert und freigegeben werden sollen. Hallo? Jemand zu Hause bei Ihnen Herr Edathy? Wir leben in einem freien Land, in einer freien Gesellschaft und als solche muss diese auch extremes Gedankengut aushalten können. Diskussionswürde Literatur bedarf nicht deren Entfernung, sondern der Diskussion! So etwas nennt man sonst Zensur – ach was rede ich da. Nach dem Erfolg des Schlages gegen das Internet geht es nun weiter: Das Bücherregal darf kein rechtsfreier Raum sein! Es ist ja für die Kinder … baut Stopp-Schilder auf, liebe Leute – wir mögen das nicht sehen.

Wie sagte Johann Nestroy vor ca. 150 Jahren:

Die Zensur is’ die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. Die Zensur is’ das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.

Solange Meinungen, Äußerungen und Gedanken in Ton, Schrift, Bild und anderen Medien nicht gegen Gesetze verstoßen, Verleumden oder Hetze betreiben, dann gilt ungeachtet dessen die Meinungs- und Rezipientenfreiheit. Es ist die Aufgabe der Bildungseinrichtungen mitunter dafür Sorge zu tragen, dass jeder in diesem Land unsinnige Behauptungen als solche erkennen und den Autor solcher Aussagen entsprechend einschätzen kann. Bildung und kritische Medienkompetenz, statt Zensur. Eine kritische Medienkompetenz richtet sich natürlich auch gerade gegen eine Regierung, die es bevorzugt, das Volk für Blöde zu verkaufen und es auch schon zig Jahre vehement versucht. Nicht umsonst haben wir eine nachfolgende Generation, die so ist, wie sie ist. Und das verdanken wir mitunter wem?

So wie für uns das Internet zur Verfügung steht, so steht es auch ebenso für den Staat und dessen Behörden zur Verfügung. Da wird auch schön nachgesehen, ob vielleicht der Leistungsempfänger oder Steuerzahler auch wirklich Leistung bedarf bzw. Steuern in korrekter Höhe bezahlt. Ganz einfach über Social Networking Plattformen werden Fotos kontrolliert oder Nachrichten überprüft und ggfs. die Brüder vom Amt auf euch gejagt. Kommt bloß nicht auf den Gedanken, eure Freunde zum grillen via Internet einzuladen. Das könnte schlimm enden!

Der Staat kontrolliert immer weiter unsere Kommunikation mit anderen Menschen. Mit wem, wann und wo wir telefonieren, mit wem wir Mails austauschen und chatten, welche Seiten wir besuchen und wann wir überhaupt im Internet sind, wo sich unser Handy gerade befindet, was wir gerade elektronisch via EC oder online eingekauft haben, wieviel Lohn und Gehalt wir erhalten, woran wir erkrankt waren und sind. Es ist nicht nur ein lokales Problem, sondern auch andere Länder sind Vorreiter, von denen wir in Deutschland mit Sicherheit lernen werden.

Es werden immer mehr Menschen, die aufwachen. Die Gründe, wieso sie geschlafen haben sind vielseitig und auch legitim. Marcus zum Beispiel hat mit mir zusammen ein Treffen der Piraten Brandenburg besucht und auch ihm ist der dunkle Schatten, der über uns kommt, einfach zu viel. Es ist schön zu sehen, dass er sich, in seinen zeitlichen Mitteln selbstverständlich, versucht zu engagieren. Ich selbst denke sogar noch ein Stück weiter, um mich einzubringen. Das wäre das erste Mal überhaupt, dass ich nach über 30 Jahren an einen Beitritt nachdenke und versuche die Dinge und Gedanken, die mir vorschweben und die ich in der jetzigen Politik als Fehler ansehe, gemeinsam mit anderen Mitstreitern auf den Weg zu bringen, um es für alle besser zu machen. Und Andere sollten ebenso bezüglich Engagement nachdenken – bevor es zu spät ist.

Es ist nicht mehr 5 vor 12. Es sind nur noch wenige Sekunden vor 12. Die Teleschirme werden schon nach und nach in unseren Wohnungen montiert!

Grundrechte und Kriminalität

Man kann es nun halten wie man will. Was genau? Naja, Google Street View half der Polizei dabei ein Verbrechen aufzuklären – und zwar mit Hilfe ihrer von ihren Fahrzeugen aufgenommenen Fotos, welche Google von allen Straßen gern hätten. Nun scheint es auf den ersten Blick recht löblich und ich höre schon Einige sagen, dass an dieser Stelle Datenschutz ja Täterschutz gewesen wäre.

In besonders lustigen Tagen hätte ich vielleicht gesagt, dass die Straßen kein rechtsfreier Raum bleiben dürfen. Wenn ich das Ganze dann aus anderer Ecke betrachte, könnte man sich gut vorstellen, dass das BKA anstelle dessen ein riesengroßes Stopp-Schild aufgestellt hätte. Fürwahr können derartige Geschehnisse dazu führen, um weitere permanente Kameraüberwachungen nebst Aufzeichnungen zu fordern – gemäß dem Motto der “Ich habe nichts zu verbergen”-Fraktion: “Wer gegen die flächendeckende Videoüberwachung ist, muss sich fragen lassen, warum er Verbrecher unterstützt!”

Ist es wirklich so, das ein Problem geringerer Ausprägung Grundrechte aller aushebeln darf?

EU will das Internet regieren

Auf den ersten Blick hört es sich oberflächlich ganz interessant an, wenn die EU-Kommission in das Internet eingreifen will, damit “das Internet ein Instrument für Innovation, freie Meinungsäußerung und wirtschaftliche Entwicklung bleibt“.

Was ich mich aber wirklich frage, ist, was die EU-Kommission mit den “roten Linien” und “nicht überschritten werden dürfen” und “Kontrolle dieser roten Linien” meint. Mir drängt sich da der Verdacht auf, im Hinblick auf das bei uns beschlossene “Zugangserschwernisgesetz” (KiPo-Sperre bzw. Zensurgesetz) und deren geforderten Ausweitung auf alle EU-Länder, dass es hier nicht um Stärkung der Freiheiten der Bürger geht, sondern um mehr Kontrolle und Verbote.

Rote Linien sind immer etwas Einschränkendes. Sie grenzen bestimmte Dinge aus. Ein Gesetz zB. legt eine Linie fest und wer diese überschreitet, “kann” belangt werden. Man darf nur 80 km/h fahren, aber fährt 100 km/h. Gibt es keine Kontrolle an einer bestimmten Stelle, hat man Glück – aber gibt es eine, dann kann man belangt werden. Eine rote Linie kann aber auch eine Gruppierung oder ein Grundrecht einschränken, insbesondere, wenn “live” das Übertreten der Linie kontrolliert wird – sei es wissentlich oder unwissentlich!

Eine Live-Überwachung von Linien impliziert mitunter bezogen auf das Internet, dass Inhaltsdaten im Datenverkehr überwacht und ausgewertet werden müssen, um den Übertritt zu bemerken. Das impliziert ebenso eine verdachtsunabhängige Kontrolle und Überwachung eines Jeden. Im Vergleich mit dem zu schnell fahrenden Auto wäre dies so, als ob ständig der Tacho, das Gaspedal, GPS-Positionsdaten und anderes relevantes Gedöns aufgezeichnet und in Echtzeit an die Polizei übermittelt wird. Klingt nicht sehr berauschend, oder?

Man sollte zumindest dieses Ansinnen seitens der EU nicht aus den Augen verlieren …

Digitale Langzeitarchivierung?

Gibt es das überhaupt? Diese Frage stelle ich mir seit einigen Tagen vehement. Ich denke, jeder von uns, der seine Daten archiviert, kennt das Problem. Datei-Formate werden abgelöst und alte Dateien müssen umkonvertiert werden. Programme zum Darstellen oder Erzeugen dieser Formate ändern ihr Format beim nächsten Release oder sind von der Struktur her anfällig (Word). So weit so gut.

Aber was passiert mit Daten, die verschlüsselt oder mit einer Signatur versehen sind? Der Schlüssel hierfür ist zeitlich begrenzt und nach Ablaufen des Zeitraumes sind die Daten Geschichte. Wieso? Bei konsequenter Nutzung von Signaturen werden verschlüsselte bzw. signierte Daten ungültig und aus ebenso aus oben genannten Aspekt unlesbar.

Das wird sicher interessant bei den Vorhaben der Politik – ich verweise zum Beispiel mal in Richtung ELENA oder eGK, wo die Signatur sich alle 3 Jahre ändert. Ebenso bei anderen Vorhaben Dokumente, wie Geburts- und andere Urkunden signiert zu archivieren. Besonders pikant wird es, damit das Dokument seine Gültigkeit auch bei der sogenannten Übersignierung behält, dass ich diese mit einem neuen Schlüssel übersignieren muss.

Und selbst wenn ein anderer, wie bei einer beglaubigten Kopie, anstelle meiner einer das Ganze übersigniert, wie vertrauenswürdig ist diese Person? Und auf dem “Original” ist die alte Signatur abgelaufen – das passiert bei einem Papier-Original nicht, wo meine Unterschrift drauf ist.

Ob sich die da oben dazu überhaupt Gedanken gemacht haben? Schwieriges Thema – vielleicht habe ich ja einen Denkfehler. Ich stelle das mal hier zur Diskussion.