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Demagogen, Lobbyisten und PR

Ein wirklich “treffendes” Abbild der Meinung der deutschen Bevölkerung hat die “Deutsche Kinderhilfe” da mittels finanzieller Beauftragung von Dimap pinseln lassen. Da wurden 10.000 Leuten die “richtigen” Fragen gestellt und man kann sich brüsten, dass 92% der Bevölkerung für Sperrung von strafbaren Inhalten im Internet ist. Das wird auch unkommentiert von der Welt verbreitet, indem einfach 1:1 die AFP Meldung wiedergegeben wird. Nun gut – 10.000 Leute sind ja auch gleich 80.000.000, aber hier geht es um etwas ganz anderes: pure Demagogie! Wie auch im Tagesspiegel online zu lesen ist ..

Mal ein Beispiel, was die mitunter so rauskloppen:

Unterstützen Sie die Kampagne ‘Stop! Meine Stimme gegen Kinderpornographie’ im Internet’, indem Sie auf der als Anlage beigefügten Liste Unterschriften für die Sperrung kinder’pornographischer’ Seiten im Netz sammeln. Es darf kein Grundrecht auf Verbreitung kinder’pornographischer’ Seiten geben.

Damit werden alle Kritiker und Bürgerrechtler, die sich gegen diese unwirksamen und demokratieschädlichen Sperren stellen, auf eine Stufe mit Pädokriminellen gestellt. Pfui Teufel! Aber was ist das denn für ein Verein? Schmeißen wir mal Google an und schauen, was denen so viel an den Kindern liegt:

  1. Hinter dem Image der Wohltätigkeit stecken kommerzielle Interessen: eine Lobby-Organisation und ein Direkt-Marketing-Unternehmen – die 3W GmbH aus Bielefeld. Wenn man sich den Artikel der Welt durchliest, dann bekommt man ein gutes Bild darüber, was mit den Spendengeldern, die man FÜR Kinder in Not ausgab, letztendlich als Resultat erhält. Datenschützer stehen bereits auch in der Spur (3-Teiler Bericht). Der Verein soll mehrfach wegen dubioser Spenden- und Geschäftspraktiken mehr als negativ aufgefallen sein.
     
  2. Auf Grund der ganzen Machenschaften, hat der Deutsche Spendenrat die Kinderhilfe von der Spenderliste ausgeschlossen – ähnlich einem Arzt, dem die Approbation entzogen wird. Zitat: “Die verdeckte Massenabfrage unter den Mitgliedsverbänden mit nachfolgenden Massenabmahnungen hatte eindeutig politischen Charakter. „Hier hat ein Verband versucht, das System für sich zu instrumentalisieren und dabei billigend in Kauf genommen, dass alle Spenden sammelnden Organisationen in schlechten Ruf geraten und gemeinnützige Mittel für unnötige Rechtsstreitigkeiten verschwenden. Das kann man nicht akzeptieren“.
    Toller Verein, was? Aber es geht noch weiter …
     
  3. Interessant ist, dass der Verein anscheinend Daten von Fördermitgliedern weiterveräußert haben soll – an Versicherungen.
     
  4. Mit seiner aktuellen Unterschriftensammlung zeigt der Verein offenbar einmal mehr seinen Hang zu zweifelhaften Machenschaften. Schon der Titel dieser Unterschriftensammlung “gegen Kinderpornographie im Internet” ist irreführend – denn Kinderpornografie ist auch im Internet längst verboten und unter Strafe gestellt. Tatsächlich sollen die Leute einfach den Satz “Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet ab” unterschreiben. Mehr steht da nicht.
    Die Aktion der Kinderhilfe richtet sich explizit gegen die ePetition beim Bundestag, die mittlerweile von fast 80.000 Mitzeichnern unterstützt wird. Denn die von Familienministerin von der Leyen vorgeschlagenen Internetsperren sind wirkungslos. Anstatt Server mit Kinderpornografie abzuschalten, sollen sie nur blockiert werden nach dem Motto “Wenn ich es nicht sehen kann, ist es nicht passiert”.
     
  5. Seit der “Aufmerksamkeit”, die die Deutsche Kinderhilfe durch deren Vorpreschen für Fr. von der Leyen erhalten hat, wurde auch ein kleines bissel im Wikipedia geschnippelt und man/sie haben einfach mal Informationen weg-editiert – zum Glück kann man alle Änderungen im Wiki nachverfolgen – liest sich spannend.

Nach all dem Ganzen hat sich die Deutsche Kinderhilfe verstärkt auf PR- und Lobbyarbeit orientiert, um mittels der “Kinder” massiv politischen Druck und Forderungen zu Gunsten der CDU durchzuführen. Vornehmlich oder hauptsächlich für konservatives Gedanken- und Ideengut. Wie der Spiegelfechter schreibt, wirkt der Verein wie eine Vorfeldorganisation der CDU und anscheinend immer dann herausgezogen wird, um das Feuer von den eigenen Reihen abzulenken – zuletzt, als der pöbelnden JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder meinte, alle Hartz IV Empfänger als Alkohol- und Tabaksüchtige verhöhnte.

Und das sind nur einige Dinge, die ich nach nicht einmal 15 Minuten Recherche gefunden habe. Auch eine andere Organisation Innocence in(en) danger hat direkte Kontakte zu Frau von der Leyen – nämlich über den mitwirkenden Wirtschaftsminister von und zu Guttenberg mit Unterstützung seiner Frau. Schon einmal aufgefallen, wieso sich so “hohe” Menschen gegen die Agrarsubventionen aus EU-Töpfen sträuben? Und vor allem wer

Ich kann nur empfehlen, bei der ePetition gegen Internetsperren mitzumachen (aktuell 84647 Zeichner). Sie helfen in keinster Weise die Täter ausfindig zu machen – sind somit nutzlos – und sind in ihrer Ausführung demokratiefeindlich, verstoßen gegen das Trennungsgebot von Legislative, Judikative und Exekutive und auf Grund der Beschaffenheit des Internet, wird so gut wie jeder, der unwissentlich auf solche Seiten gelenkt wird, mit strafrechtlichen Untersuchungen konfrontiert und kann die Unabsichtigkeit den Behörden in keinster Weise beweisen. Zumal der Beweis der Absicht auf Seiten der Staatsanwaltschaften liegen sollte und muss – nicht beim Bürger, aber auch das wird nach und nach in unserem Lande abgebaut!

Keine Gefahr, da verboten

Welche Drogen muss man genommen haben, um in meinen Augen, massive Sicherheitslücken so wischiwaschi mit nichtssagenden Sprachblasen aus der Welt schaffen zu wollen?

Das DECT Forum  die Kerle, die den DECT Standard für schnurlose Telefone “entwickelt” haben, hatte eine Stellungnahme zur gelungenen Abhörmöglichkeit von Gesprächen veröffentlicht. Ich fasse mal zusammen: Da das Abhören von Telefongesprächen eine Straftat darstelle, sei es nicht möglich, Telefongespräche zufällig abzuhören. Nur Personen, die mit krimineller Energie und Absicht handeln sowie über detaillierte technische Kenntnisse und Ausstattungen verfügen, sind überhaupt in der Lage, Gespräche abzuhören.

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Zufällig passiert dort eh nichts und wer Mithören will, der schreckt auch vor der Strafe nicht zurück. Wenn mein Nachbar das technische Know-How besitzt und einfach Spaß dran hat mitzulauschen, dann wird er es auch tun. Da muss nicht einmal gesonderte kriminelle Energie dahinterstecken – Neugierde reicht aus. Das Risiko erwischt zu werden ist doch eh bei null. Und was mit detaillierte technische Ausstattung gemeint wäre, verstehe ich auch nicht, wenn das Forscherteam dahinter eine einfache kostengünstige Laptop-Karte und Linux einsetzte.

Wenn ich mir das Ganze durchlese, dann ist im DECT-Standard eine Menge faul. Aber es besteht ja keine Gefahr belauscht zu werden – schließlich ist es ja verboten. Politsprech in Perfektion auf dem Weg in die Wirtschaft und alle Welt glaubt es …