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Auf, auf und davon …

.. aber ich komme wieder – hoffentlich! ;-)

Morgen zieht es mich beruflich ins Überwacherland Nr. 1 – nach Groß Britannien, ein paar Kilometer entfernt von London. Dort bin ich eine Woche lang auf einer Schulung, nebst Hotelübernachtungen und allem Drum und Dran. Gerade habe ich mich online eingecheckt … faszinierend, was heutzutage alles schon möglich ist. Fehlt nur noch, dass man sein Gepäck auch online abgeben kann – oder gar online direkt dorthin fliegen!

Die letzten Tage der Vorbereitung waren sehr stressig, da eine Menge schief gegangen und ein Großteil der Vorbereitungen an meiner Person hängen geblieben ist. Mein Handy hatte sich gestern massiv tiefentladen und musste via Starthilfe wieder zum Leben erweckt werden, alle Banken in BRB waren nicht in der Lage rechtzeitig Britische Pfund zu besorgen (obwohl ich rechtzeitig angefragt hatte), Termine der veranstaltenden Firma wurden des Öfteren verschoben oder in Frage gestellt, bei der Suche nach einem passenden Hin- und Rückflug und eines geeigneten Flugunternehmens ist massiv an Zeit verloren gegangen, ein passender Parkplatz in Tegel musste gefunden werden (damit ich nachts am Freitag auch wieder nach Hause komme, ohne die letzte Bahn verpassen zu müssen), Kundentermine mussten kurzfristig umgelegt werden (leider zum Leidwesen der Kunden), private Verpflichtungen kamen ebenso hinzu und benötigten meine Aufmerksamkeit.

Parallel dazu, hatte ich einige Rechnerprobleme zu lösen, die durch ein paar Bekannte auf meinen Tisch gelandet sind. Ich sag nur: nie wieder SP3 auf einen Rechner mit nur 256MB RAM installieren – das hat “nur” knappe 3 Stunden gedauert und war heute früh um 2 Uhr beendet. Und ich hatte keinen RAM mehr hier rumliegen, damit ich das Ganze beschleunigen konnte. Da hat man schon für fast jede erdenkliche Situation Krams zu Hause, um anderen helfen zu können, und dann scheitert es an der Nichtexistenz von SD-RAM ….

Alles in allem nervenaufreibend. Ich frage mich jetzt nur noch, ob es Sinn macht eine Digitalkamera mitzunehmen, nachdem ich heute gelesen habe, dass es mitunter ein Verdacht auf terroristische Aktivitäten geben könnte, wenn man die Gebäude, Sehenswürdigkeiten, Busse oder U-Bahnstationen fotografiert – mit Aufforderung der Löschung von den Fotos bzw. Beschlagnahmung der Kameras. Irre – aber es muss wahrscheinlich wohl so sein – zum Schutze der Kinder und vor Terroristen *Kopf -> Tisch -> Knall*

Krass ist dennoch, dass in Britannien über 6 Millionen Kameras aufs Volk und deren Gäste gerichtet sind, aber wenn diese zurück fotografieren, kackt sich der Staat vor Schreck ins arthursche Kettenhemd.

Naja zur Verteidigung muss man wohl sagen: “tourist” und “terrorist” hören sich ja fast gleich an … das kann man schon als Polizist sprachlich verwechseln!

Kameraüberwachung

Zwei gute und hinterfragende Beiträge zu diesem Thema, habe ich auf dem Datenschutz-Blog gefunden.

Zeigen sie doch interessanterweise aufkommende Fragen möglicher und auftauchender sicherheitsrelevanter Probleme (Geldbörseninhalt / PIN-Eingabe) und/oder Fragestellungen, wofür die Kameras letztendlich genutzt werden (Fahndung nach ausgerissener Jugendlichen anstatt Aufklärung von Kriminalität). Ebenso wird dort die Datensicherheit bei der Übertragung (Funk) ins Scheinwerferlicht gerückt und mitunter, wie leicht die Datenübertragung bzw. der Zugriff auf die Kameras abgreifbar/gewährleistet ist. 

Querverweise sind dort vorhanden und ich empfehle Jeden, diese lesenswerten Beiträge zu verinnerlichen.

Anonyme Fortbewegung und Reisen

Reisen per Flugzeug = Vollerfassung, Vollerfassung
Reisen per Bahn = Vollerfassung
Reisen per Bus/U-/S-Bahn = Vollerfassung
Reisen per Schiff = Vollerfassung
Reisen per Auto – auf Autobahnen (Maut), Tunneln, Grenzen und wo sonst Kameras aus dem Boden sprießen  = Vollerfassung

Fehlt nur noch ein Chip im Fahrrad, Motorrad und anderem Gefährt (Beine) und alle Welt (Obrigkeit) weiß, dass wir nicht nur ins Ausland außerhalb, sondern auch innerhalb der EU nebst im eigenen Land unterwegs sind. Was für ein Spaß. Da kommt bei mir richtig Freude auf!

PS: Es war mir sowas von klar, dass es bei den Passagierdaten außerhalb der EU nicht bleiben wird. Wer  hatte  eigentlich behauptet, ich sehe viel zu Vieles schwarz und neige zur extremen Übertreibung? Hat schon Jemand mal gemerkt, wie sich langsam von “Nur gegen terroristische Aktivitäten” hin zu “auch Straftaten, die einen Haftbefehl nach sich ziehen” der Wind dreht?

PPS: Die Anonymität des Einzelnen in der Gesellschaft als Ganzes ist eine Grundvorrausetzung der Demokratie!

Ärger: Kameras überall …

Geschuldet durch meine immer weiter steigende Aufmerksamkeit und Vorsicht und vielleicht auch die immer weiter aufkeimende Paranoia, sehe ich immer mehr Kameras in Brandenburg. Nun gut, Kameras als Solche sind so schlecht nicht. Auf Firmengeländen (nicht innerhalb der Firma in den Büros) und nur das Firmengelände aufzeichnend können diese recht nützlich sein.

Mich ärgert es nur, wenn erstens kein Hinweisschild angebracht wurde, dass man aufgezeichnet werden kann und ggfs. ins Internet gestellt wird, und zweitens, dass zunehmend immer mehr öffentliche Bereiche durch das Objektiv auf den Sensor projiziert wird. Mich ärgert es zusätzlich, weil eigentlich viele Gerichte (teils auch OLG’s) in dieser Sache mehr als einmal gegen die Aufzeichnung und Publizierung von Bildmaterialien ohne Zustimmung und Kenntnis der Betroffenen entschieden hat. Ein Aufzeichnen von öffentlichen und anderer privaten Bereiche (außer Behörden in öffentlichen Bereichen) oder ohne Zustimmung der betroffenen Personen selbst ist nicht erlaubt.

Eine einfach Suche in Google verweist zum Beispiel auf Meetingpoint Brandenburg, die es als “unbedenklich” erachten einige der öffentlich publizierten Kameras zu verlinken.

Nehmen wir zum Beispiel die Webcam der Pension Havelfloß. Diese Webcam ist eine schwenkbare Außenkamera mit Zoom-Funktion.  Vor dem Steg können Gäste sitzen, die ohne Wissen aufgezeichnet können und somit in alle Welt publiziert und gesehen werden können. Von einer Info, dass dort eine Webcam existiert, ist mir nichts bekannt.

Ein weiteres Beispiel ist die Cafebar an der Jahrtausendbrücke. Diese kann man, wenn man etwas genauer hinsieht, erkennen. Sie ist den ganzen Tag aktiv und veröffentlicht mal flockig 1440 Bilder ins Internet. Eine Info, dass dort eine Kamera ist, fehlt völlig.

Massiv ärgert mich eine Webcam der Wobra. Eine davon nimmt im Sekundentakt meine, wie auch die Wohnungen anderer Mitmieter auf. Nun gut, mag der Eine oder der Andere sagen, das kann man ja nicht so genau erkennen, wieso störst du dich daran? Ich störe mich daran, weil der geneigte Interessierte mit Hilfe dieser Kamera wissen kann, ob jemand zu Hause ist, auf dem Balkon sitzt bzw. in welchem Zimmer man sich befindet. Das wird besonders nachts interessant, da durch das Licht in der Wohnung alles noch deutlicher wird. Mit PDA inkl. UMTS bewaffnet, habe ich einfach mal den Test gemacht. Auf einer Seite des Gebäudes stehend, die andere Seite beobachtend durch die Webcam und ich konnte mit ziemlicher Sicherheit feststellen, ob jemand zu Hause ist oder gerade geht. Man muss nur ein “Ziel” sich aussuchen und weiss zumindest dadurch schon einiges Bescheid. 

Um es krass auszudrücken: Überwachung light – leicht gemacht für Jedermann.

Eine Info seitens der Wobra bekam ich nicht, eine Stellungnahme in der Presse wurde einfach damit abgetan, dass man ja keine Personen bzw. Autokennzeichen erkennen kann. Die Wobra selbst ist “stolz” darauf, dass mehr als 10000 Zugriffe im Monat auf die Kameras erfolgen.

Super! :-(