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Langsames England

Was für eine Reise … man denkt nichts Böses und dennoch kommt es schlimmer. Eigentlich dachte ich, dass Fahrt vom Flughafen und die Hotelkosten vom Veranstalter übernommen werden – zumindest habe ich es schriftlich vor mir zu liegen (man druckt ja alles aus, was wichtig sein könnte) und was erwartet mich? Für den Abholservice durfte ich 50 Pfund abdrücken und die Hotelkosten durfte ich auch im Voraus bezahlen – nebst Essen und Unterkunft bis Freitag bescheidene 340 Pfund. Zum Glück hatte ich ne Kreditkarte dabei – das Dumme nur, dass es meine eigene ist und ich deswegen erst einmal alles auf meine Kappe nehmen darf. Meine Firma kann dafür nichts, dennoch sitze ich erstmal hier bedeppert und leicht geschockt herum. Ich muss das morgen definitiv klären, wenn ich den ersten Schulungstag habe.

Zudem habe ich für bescheidene 45 Pfund Internet für die Woche beantragt. Der Flyer liest sich großartig – Highspeed Internet for Business Uses. Specially for VPN and remote worker. Das Großartige bleibt aber beim Lesen, denn erstens hatte es fast 2h gedauert, bis ich überhaupt via Kreditkarte den Internetzugang freischalten konnte (Der Hotelproxy für den Bezahlservice kam einfach nicht) und zweitens merke ich von dem Speed rein gar nix. Ich habe bereits manuell versucht die IP-Einstellungen zu “tunen” (andere DNS-Server & Co), aber das was ich rausgeholt habe ist im Bereich des Lächerlichen. By the way: Google ist wahnsinnig schnell – komischerweise.

uk-hotel-ichat.jpg Videochat via iChat ist gen der Unmöglichkeit. Einer der beiden Partner hat ordentlich Ton, der andere versteht den Gegenüber fast gar nicht und von der Qualität des Videobildes will ich gar nicht erst reden. Ich habe das Gefühl ein Video anzusehen, welches ich damals das erste Mal auf der CD der PC Player mit Heinrich Lehnhardt und Boris Schneider 1995 mir zu Eigen machen durfte. Schrecklich … Während ich das Ganze hier so schreibe, versuche ich einen Speedtest via dsl-speed.de laufen zu lassen, um mal zu sehen, was hier im Endeffekt durchgeht. Der Test dauert schon 5 Minuten. Sollte der Test überhaupt noch fertig werden, dann reiche ich den nach – aber vielleicht bricht der eh vorher ab. (Update: Hatte einmal kurz 24KBit laut Anzeige … Wahnsinn)

Fernarbeit ist fast gar nicht möglich, es sei denn, man hat eine Menge Zeit. Und mit Menge meine ich in der Größenordnung, wie die Menschheit in ihrer Entwicklungsgeschichte benötigt hat. Der Bildaufbau ist mehr als entsetzlich und weitaus schlimmer als Fernwartung via ISDN. Hier gehen einfach Datenpakete verloren, die das Ganze zum Scheitern verurteilen, denn wie gesagt: Google-Suche und Anzeige der Seiten aus dem Google-Cache ist wahnsinnig schnell. Insofern frage ich mich – zu Recht – was hier eigentlich mit dem Internet los ist. Bei den meisten von mir genutzten Seiten oder DynDNS-Services (VPN) habe ich Packet Drops von ca. 50%. Bei Google liegt das weit unter 0,01%. Schon seltsam …

Sagenhafte 10 TV-Sender sind auf dem Zimmer empfangbar! Ich lasse das nebenbei dudeln und frage mich, ob das wirklich das normale Fernsehprogramm in England ist. Talkshows, Wiederholungen von Talkshows, Werbung bis zum Abwinken, nebst Angebote von Augen-Laser-OPs für 350 Pfund pro Auge, Leute, die sich in aller Öffentlichkeit im Fernsehen schämen, weil sie im Fernsehen sind und sich schämen. Das Einzige, was man gucken kann, ist den Sport-Sender und man entspannt bei einer hektischen Party Billiard … oh mann, ich habe Kopfschmerzen!

Naja .. ich geh jetzt mal rüber in den Pub etwas essen. Me hungry …

De-Mail nicht kostenlos?

Wie darf ich die Aussage zur folgenden Frage in der FAQ zur De-Mail verstehen?

Wie teuer wird der De-Mail-Versand?

Preise und Modalitäten wird jeder Anbieter von De-Mail im freien Wettbewerb um die Kunden selbst festlegen. Es wird voraussichtlich ein ähnliches Prinzip wie beim Postversand gelten: der Absender zahlt ein e-Porto.

Ähm, hallo? Um zB. mit Behörden zu kommunizieren zahlt man dann trotz elektronischem Versand über das Internet (was ja auch pauschal bei den meisten was kostet) ebenfalls?

Auch wenn der freie Wettbewerb das Ganze auf 0,- € bringen sollte, bringt das Ganze zu den bisherigen Vorgängen kaum Verbesserung (die schnellere Bearbeitung lass ich mal außen vor, da das nicht prüfbar ist bzw. ich befürchte, dass sich da kaum was zu jetzt verändern wird) als zur Schneckenpost heute. Wird ja nur mit Steuergeldern mitfinanziert, die wir alle leisten?

Apropos – wie wird denn das e-Porto dann bezahlt? Direkt per Einzugsermächtigung?

Da kann ich auch gleich weiter Schneckenpost versenden – dazu fällt mir gar nichts mehr ein!

Vom ePerso, Kostengaukelei und Fasching

Der Gesetzentwurf zum elektronischen Personalausweis (ePerso) ist veröffentlicht worden. Wenn man sich das Ganze durchliest, die Kommentare und Zitate sich auf der Zunge zergehen lässt und ein wenig darüber nachdenkt, fallen einem sofort wieder Blöd- und Ungereimtheiten auf.

…eine Stellungnahme des Normenkontrollrates, der für den neuen Ausweis eine Einsparung von 123,29 Millionen Euro an Bürokratiekosten errechnet hat …

Auf den ersten Blick klingt das ja ganz nett. Nun nehmen wir die Mathematik zu Hilfe und rechnen mal nach, was das bedeutet. Nehmen wir an, wir hätten im Land 60 Millionen Ausweispflichtige (Kinder und Jugendliche unter 16/18 ausgenommen), dann erhalten wir

123.290.000 € / 60.000.000 Personen = 2,05 € / Person

Sprich 2,05 € eingesparte Bürokratiekosten pro Person. Einsparungen, die wir als Bürger mit Sicherheit nicht zurückerhalten. Das klingt nicht mehr so toll, oder? Aber es wird besser – versprochen!

Der ePerso wird natürlich leicht teurer. Derzeitige anvisierte Kosten schwanken zwischen 30-59 €, wobei wir derzeit gerade mal 8 € hinlegen müssen. Bei so etwas freut man sich sicherlich ein Loch in den Bauch , oder? Der Staat spart sich am Bürger Bürokratiekosten von je 2,05 € ein, dafür muss der Bürger zwischen 22-51 € mehr auf den Tisch legen.

Die Personalausweisbehörden sind mit der erforderlichen Hardware und Software auszustatten, insb. Fingerabdruckscannern, soweit solche nicht vorhanden sind und genutzt werden können. [...] Es wird angestrebt, die Kosten der Personalausweisbehörden über ein Gebührenmodell zu finanzieren, so dass insoweit Belastungen für den Bundeshaushalt nicht entstehen“. Für die entsprechende Ausrüstung der Zollbehörden mit Lesegeräten rechnet der Gesetzentwurf mit Kosten von 2,02 Millionen Euro.

Wie darf ich das nun verstehen? Jeder Einzelne von uns darf auch noch via Gebühr die Anschaffung und Wartung der Software und Technik bezahlen, welche für die Einführung der Personenkennziffer benötigt wird? Wo bitte leben wir denn? Das heißt, allein für die Zollbehörden (Einwohnermeldeämter, Polizeiämter usw. kommen ja auch noch extra) sollen wir mit mindestens 2,02 Millionen € herhalten. Wenn ich dann mal hochrechne, dann packe ich mal auf die Kosten des ePerso nochmal 4 € drauf, damit auch die Polizei und andere Ämter sich neues Spielzeug kaufen können. Das wären dann 26-55 €, die jeder auszugeben hat.

Wir alle in der Gemeinschaft finanzieren den Staat. Wieso muss ich für etwas bezahlen, was mir der Staat in seiner allmächtigen Güte aufzwingt zu nutzen? Es gab mal eine Zeit, wo Ausweise kostenfrei waren. Ist gar nicht mal so lange her. 

Der Gesetzentwurf führt dazu auf Seite 39 begründend aus, dass deutsche Personalausweise zwar zu den fälschungssichersten Dokumenten der Welt gehörten, aber zunehmend echte Dokumente von verkleideten Personen missbraucht werden. Dagegen sollen Fingerabdrücke helfen.

Oha! Wenn der Entwurf dann Gesetz ist, heißt das dann, dass Fasching, Karneval oder Halloween verboten werden, damit sich keiner mit echten Ausweisen verkleidet sich “falsch” ausweisen kann *hust*? Welche Sicherheit sollen mir Fingerabdrücke im ePerso bringen, wenn nicht überall, wo meine Identität überprüft werden sollte ein geeigneter Scanner vorhanden ist? Und sind Fingerabdrücke nicht fälschbar bzw. vortäuschbar? Ich erinnere mal an die Aktion des CCC und des Abdruckes Schäubles oder an das hier.

Wenn unsere derzeitigen Ausweise die fälschungssichersten der Welt sind – warum bitte schön brauchen wir noch fälschungssichere? Und wie bitte schön passt diese Aussage und Begründung Ende 2007 dazu:

Gleichzeitig räumte das Ministerium ein, dass der Regierung kein Fall bekannt sei, in dem seit dem Jahr 2000 gefälschte deutsche Personalausweise bei der Planung und Durchführung von Terroranschlägen eine Rolle gespielt hätten.

Und weil das noch nicht alles ist, kommt das Beste zum Schluß.

Die Kammer möchte den Online-Abruf gespeicherter Lichtbilder in den Personalausweisregistern nicht auf die Verfolgung von Straftaten beschränken, sondern allgemein zum “Zwecke der Gefahrenabwehr” nutzbar machen.

Zweckbindung ade! Ihr wisst schon, was “Gefahrenabwehr” ist, oder? Wird denn nun Jemand aus den Gründen für den ePerso schlau? Ich jedenfalls nicht …

 

(Kontrollierte) Datensicherung = unnötige Kosten?

Diese Frage dürfte für einen Kunden nicht mehr in dieser Form im Raum stehen.

Aus welchem Grund auch immer hat sich das RAID 5 seines SBS 2003 Servers verabschiedet. Da die Festplatten als Solches nach der Prüfung als weiterhin i.O. gelten, gehe ich davon aus, dass eine mehrfache Stromunterbrechung, wie sie auch geschildert wurde, dazu führte, dass die RAID-Informationen nicht mehr korrekt waren und der RAID Controller das Raid als ungültig definierte. Selbst mit einigen unserer herkömmlich eingesetzten Tools war ein Rankommen an die Daten nicht möglich.

Zum “Glück” gab es einen von uns damalig (vor 2 Jahren) eingerichteten Sicherungsjob, der mittels der SBS Sicherungen die Daten auf eine externe Festplatte sichern sollte – nur verweigert diese seit dem letzten halben jahr ihren Dienst und sicherte nur dann, wenn ihr danach war. Wie sich herausstellte, war auch die zweite externe, für die Datensicherung bestimmte Festplatte niemals an dem Server angeschlossen gewesen und vegetierte im Schrank dahin. Es hatte sich keiner die Mühe gemacht, gemäß unserer Einweisung und späteren Nachfragen die Datenträger zu tauschen und die korrekte Funktion zu überprüfen (Protokoll / automatischer Ausdruck des Protokolls / eMail intern des Protokolls). Vom Kunden wurde uns damals “untersagt” derartige Protokolle und Statusinformation an unsere Mail-Adressen automatisiert zu senden – ergo waren wir über den Un-Stand nicht informiert. Wir können auch nur darauf hinweisen und Empfehlungen geben, aber letztendlich ist der Kunde mit seiner Entscheidung selbst verwantwortlich.

Derzeitig läuft noch ein Tool, um ggfs. Datensicherungen auf der externen Platte aufzuspüren. Dennoch sieht es so aus, dass eine Neuinstallation unausweichlich ist.

Die Kosten für z.B. Acronis inkl. 2 ausreichend großer Sicherungsplatten wollte der Kunde damals nicht tragen. Angeblich wäre dies mit unnötigen Anschaffungs- und Folgekosten verbunden. Folgekosten, wie sich herausstellte, in Bezug auf Anschaffung möglicher weiterer Festplatten und Zeiten für das Austauschen und Wegschließen (Bank/Safe) der Sicherungsplatten, sowie Kontrollieren des Sicherungsstatus.

Ob er in Hinblick auf den derzeitigen entstandenen “Schaden” immer noch so denkt?

Ich empfehle sowohl den Privatanwendern, als auch Firmen, sich Gedanken über eine ansprechende Sicherung der Daten zu machen. Denn wenn der Schaden eingetreten ist, dann ist es meist zu spät und nur mit teilweisen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand mit geringer Erfolgs-Wahrscheinlichkeit zu beheben …