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Pest & Cholera

Oh mann. Ich kann nicht anders gerade. Was waren das nicht für erkenntnisreiche und schockierende Tage. Unser Bundespräsident, äh Ex-Bundespräsident macht dies, was das Wort Ex mitunter deutlich macht – er tritt zurück – umgehend – unwiderruflich. Er tritt zurück, da die Welt, oder besser das deutsche Internet und die Medien respektlos gegenüber seinem Amt sind und ihm “angeblich” Dinge in den Mund legen, die er nicht gesagt haben soll.

Nein – nicht respektlos dem Amt gegenüber, sondern zu recht schockiert über seine Aussagen, welche in einem Interview seinerseits fielen, welches auch nachträglich gekürzt wurde. Internet sei Dank, dass die volle Länge bereits im Netz der Netze kursierte.

[...] dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung, und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss dass im Zweifel, im Notfall, auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern [...]

Auch wenn er einer der wenigen im Bundestheater ist, der mal endlich Tacheles redet und die Wahrheit ausspricht – etwas, was viele von uns schon lange vermuteten und den Aussagen, wir müssen die Sicherheit Deutschlands nun am Hindukusch verteidigen zu recht missbilligten – kann und darf man so etwas nicht mal annähernd in den Mund nehmen. Armee zur Sicherung der Wirtschaftsinteressen – so weit sind wir nach 60 Jahren gekommen – oder sagen wir mal lieber so rückständig sind wir als Aufgeklärte geworden. Er hat sicherlich das Eine oder Andere richtig gemacht, nicht unterschrieben usw .. aber …..

Ein paar Tage zuvor verkündete uns der Koch, seines Zeichens noch Ministerpräsident von Hessen, dass “Politik nicht sein Leben wäre” und er gehen wollen möchte. Eben genau jener Koch, der uns glaubhaft machen wollte, dass wir nur durch Einsparung in der Bildung weiter vorwärts und aus der Krise hinaus kommen. Ein Herr Koch, wo es mir derart unverständlich sein kann, dass er so lang in seinem Amt bestätigt werden konnte. Ein Herr Koch, der augenscheinlich mit anderen Vertretern aus der Politik Einfluss auf öffentlich rechtliches Fernsehen nahm. Ein Herr Koch, der mehr als unverständlichen und “unterirdischen” Wahlkampf auf NPD-Niveau betrieb.

Wie blind und taub kann der Bürger eigentlich sein, dies nicht bereits Jahre vorher erkannt zu haben, welch grenzwertige Einstellung gegenüber dem Souverän vorhanden ist? Wie kann man einer solchen Person noch Glauben schenken, wenn aus der “brutalstmöglichen Aufklärung” nur eine heiße Luftnummer mit Eigenverwicklung wurde?

Tja, und nun geht das Gezanke und Gerangel um die Nachfolgeschaft vom Ex-Köhler los. Die Kandidaten, die aus dem Hut gezaubert werden, lassen mich an dem Realitäts- und Wirklichkeitsempfinden der re’gier‘enden Parteien mehr als zweifeln.

Wer da nicht alles ausgegraben wird:

  • Rüttgers, ein Mann der Worte, des Sponsorings und Spenden
  • Schäuble, jener Welcher, der nur um unser aller Sicherheit auf Vorrat besorgt ist nebst Freischuss bei Gefährdern. Wer ihn noch nicht kennt, dem sei der Such-Link auf mein Blog empfohlen – wo sich mir immer noch die Frage stellt, wo die 100.000 DM geblieben sind
  • Koch, ohne dessen Eskapaden Hessen besser da stehen würde
  • unsere Von der Laien Leyen, der anscheinend jedes schockierende und zerfetzende Mittel recht ist, mittels Emotionskeule das Volk dahingehend zur Ordnung zu rufen, dass eine Etablierung von Moral- und Sittenblockwarte inkl. Notrufsäule für besonders kritische Inhalte, leicht von statten geht. Die Frau, die es zusammen mit Hr. Ziercke geschafft hat, dass kaum jemand mit erhobenen Hauptes durch die Straße gehen kann, ohne dass man als pädophil verschrien wird, nur weil man sich erdreistete einen Augenblick in Richtung Kinderlaute zu sehen. Diese Frau, deren Papi nichts besseres zu tun hatte, als ein “Cellar Loch” zu produzieren. Die Frau, die Journalisten schändliches, “zerfetzendes” Material vorführte ohne belangt zu werden. Die Frau, die es für eine tolle Sache hält Pädophile mittels Stoppschildern zu warnen. Die Frau, die unterste Demagogie anwendet, Fakten und Zahlen vertuscht bzw. verdreht und öffentlich ohne mit der Wimper zu zucken in Hinblick auf die Fakten Unfaktisches und leicht Widerlegbares behauptet. (kleines Archiv)

Das sollen respektvolle Personen für das respektvolle Amt des Bundespräsidenten sein? Soll ich in Lach- oder Weinkrämpfe verfallen? Das ist ein Gruselkabinett – freigegeben erst ab 18. Es ist doch bezeichnend, dass der Mangel an weisen und klugen Erwachsenen mit echtem Präsidentenpotential für politische Tätigkeiten hier mehr als auffällt.

Und welche Wahl hat man bei den Kandidaten? Pest? Cholera? Pest? Cholera?

Müssen nun vor dem Schloss Bellevue Stoppschilder aufgestellt werden, um sie und Herrn Schäuble vor der Erklimmung des Schlossthrons zu hindern? Wer das Volk belügt – und das nachgewiesen und aufgedeckt – der darf nicht BundespräsidentIn werden.

Es ging heute ein schöner symbolischer Spruch durch die twitter-Welt:

Wenn Zensursula Bundespräsidentin wird, trete ich mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Bundesbürger zurück.

Lügen und feuchte Träume

Ich hatte nun diese Woche Zeit, mich aus England schmalbrüstigem Internet heraus weitgehendst zu informieren. Was die letzten Tage an geistiger Diarrhöe in Umlauf gebracht wurde, grenzt schon an der Abschaffung der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Andere würden Verfassungsfeinde dazu sagen.

Erst heute bin ich auf diesen Artikel gestoßen, wo doch tatsächlich auf einmal eine Echtzeitüberwachung der Zugriffe auf die Stoppschild-Seite gefordert wird. Dabei wurde bis vor wenigen Tagen definitiv das vollkommen ausgeschlossen.

Ein “aufgrund der Umleitung zur Stoppseite erfolgloser Versuch, eine Internetseite mit kinderpornographischem Material aufzurufen, erfüllt die Voraussetzungen dieses Straftatbestands und begründet daher den für strafrechtliche Ermittlungen notwendigen Anfangsverdacht”. [...] Geriete man etwa versehentlich oder durch böswillige Hinweise provoziert zu einem Stoppschild, würde dann de facto eine Hausdurchsuchung oder Schlimmeres drohen. Auch dies bestätigte Staudigl: “Ob und gegebenenfalls wer sich strafbar gemacht hat, wird regelmäßig erst durch die sich daran anschließenden strafrechtlichen Ermittlungen geklärt werden können.”

Na? Geblickt? Ihr surft auf eine Seite, klickt auf einen Link und dummerweise ist die dahinterliegende Seite zB. KiPo (oder später eine Lotto-Seite oder politische Organisation, Bürgerrechtler usw.), bekommt die Stop-Seite zu sehen und habt ein Verfahren an der Backe!

Das kann euch nicht passieren? Wirklich nicht?

  1. Tippt ihr die URL eures Ziels ab und zu mal per Hand ein? Habt ihr euch noch nie vertippt? Habt ihr schon einmal mitbekommen, dass bewusst einige Anbieter Domains registrieren, die wie zB google.de inkl Tippfehler aussehen? Und zufälligerweise ist diese Seite auf der Stop-Liste … und ihr habt Ärger!
     
  2. Surft ihr mit den Standard-Einstellungen des Firefox? Der hat eine nette Funktion, die sich Network Prefetch oder Link Prefetching nennt. Allein die Googlesuche oder eine andere Seite mit Links reicht aus, dass die ersten Links aus der Ergebnisliste oder der Seite durch den Firefox im Hintergrund im Voraus geladen werden, ohne dass ihr einen Finger krumm gemacht habt. Dummerweise war darunter eine Seite, die geblockt ist und ihr seit nun dem BKA bekannt!
     
  3. Popups werden durch seriöse Seiten eingeblendet und es werden Bilder oder Werbung präsentiert, die mitunter nicht kontrolliert werden. Diese könnten auf der Liste ebenso stehen – und ihr habt ein Problem!
     
  4. Ihr sucht etwas Bestimmtes in einer Suchmaschine und glaubt das Ergebnis in einem der Links gefunden zu haben und klickt darauf. Die Seite ist auf der Liste und ihr bekommt Besuch! 
     
  5. Schon einmal eine tiny.url angeklickt?

Realisiert ein Teil überhaupt, was hier in Deutschland gerade passiert? Oder ist es denen egal, weil sie entweder nur Einzelpersonen sind oder “nichts zu befürchten haben”? Hier geht es nicht um KiPo .. hier geht es um weitaus mehr. Die Begehrlichkeiten wurden bereits geweckt. Am Anfang war es “nur” KiPo. Nun ist es, wie es vorauszusehen war schon angedacht, Glücksspielseiten, Gewaltdarstellungen (darunter fiele auf Berichterstattungen von Krisengebieten), und Seiten, die der Content-Mafia nicht gefallen zu blocken. Mit welchen Mitteln hier gegen die Kritiker gearbeitet wird ist weitaus tiefer, als die Gürtellinie erlaubt:

Als “Unfug” bezeichnete Müller-Piepenkötter den Vorwurf einer Internetzensur: “Eine Freiheit Kinderpornografie zu verbreiten und zu konsumieren gibt es nicht.” Ähnlich sei das Problem im Bereich Urheberrechtsverletzungen. “Es kommt hier zu einer Enttabuisierung, weil es Gleichgesinnte gibt”, sagte die Ministerin.

Ich danke Ihnen, Frau Müller-Piepenkötter, für diese Beleidigung unterster Schublade. Auch wenn der geneigte Leser meint, dass Vergleiche mit der NS-Zeit hinken, so sollten wir alle aus dem Übel dieser Zeit doch gelernt haben. Wir sollten die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.

Zum Beispiel führten die Nazis 1939 den Straftatbestand “Rundfunkverbrechen” ein. Am Anfang wurden die Senderskalen an den Radiogeräten an bestimmten Stellen geschwärzt, was dann dazu führte, dass man als Hörer und interessierter Mensch nach den Sendern (zB. Radio Vatican, BBC, Radio Moscow) gesucht hatte und trotz Schwärzung diese fanden, denn die Sender strahlten ja ihre Sendungen weiterhin aus. Ebenso verhält es sich mit dieser Stop-Seite. Die Seiten existieren weiterhin, weil die Strafverfolgungsbehörden anscheinend nicht gewillt sind, diese vom Netz nehmen zu lassen. Stattdessen wird geschwärzt.

Gegen die Hörer der “Feindsender” wurde dann der Straftatbestand “Rundfunkverbrechen” eingeführt, der es den Deutschen bei Todesstrafe verbot, diese zu hören. Die Todesurteile wurden auch vollstreckt. Nun kann man noch zum Glück sagen, dass wir keine Todesstrafe haben, aber ein “Internetverbrecher” kann allein schon durch einen Verdacht wirtschaftlich durch Beschlagnahmung seiner Arbeitsgrundlagen, Rechner, Aufzeichnungen usw. derart ruiniert werden, dass es einer Todesstrafe nahe kommt. Schon allein, dass Nachbarn und Angehörige davon Kenntnis haben ist völlig ausreichend und den neugewonnenen “Leumund” wird man nicht mehr los, auch wenn man unschuldig ist.

Heute gibt es keine Feindsender mehr, aber illegale Webseiten. Was illegale Webseiten sind, weiß keiner, da die Kenntnis darüber geheim ist. Das Abschalten unliebsamer Seiten ist meist einfacher, als ein Telefonat zu führen und die Frage, die ich schon so oft gestellt habe, ist, wieso nicht angerufen oder gemailt wird? Die Antwort kann nur lauten, dass dann die Begründung obsolet wäre, das eigentliche Ziel durchsetzen zu können –  Kontrolle und Überwachung.

Geschichtlich ist bewiesen, dass nur Despoten und Diktatoren so große Angst vor ihren Untertanen haben/hatten, dass sie eine, die jeweils technische Grenzen ausschöpfende Totalüberwachung anordneten. Darunter fiel zB. der KGB, die GeStaPo oder die Stasi. Bisher nicht bewiesen, aber auf Grund der Geschehnisse zu vermuten, ist, dass die Arroganz der Macht grundsätzlich darauf hinausläuft, den Souverän – das Volk – langsam zu Untertanen zu erklären, was immer mit Totalüberwachung verbunden war und immer sein wird.

Bewiesen ist aber auch, dass mit dem Totschlagargument Kriminalität (in welcher Form auch immer – je schlimmer, um so besser) die Einrichtung von Überwachungsbehörden bei den Überwachten auf wenig Widerstand führt. Die Argumente sind immer die gleichen: “Es ist für eure Sicherheit” und “Nur Kriminelle (damals Volksverräter, heute zB Pädophile) sind dagegen”.

Offene Unterdrückung führt zu Widerstand. Implizierte Unterdrückung , die meist von paranoiden und größenwahnsinnigen Menschen selbst ausgeht, hat kaum einen Widerstand und eine weitreichendere Tragweite. Wenn ich jemanden mit einer Waffe bedrohe und seine Geldbörse fordere, dann wird er mich verabscheuen. Wenn ich aber so lange auf die Gefahr von Räubern hinweise, die einen wegen der Brieftasche umbringen könnten, dann werden die Menschen zu mir kommen und ihre Geldbörse freiwillig abgeben, weil es ja ohne “erwiesenermaßen viel sicherer ist”.

Wenn man beobachtet, wer seit Schäubles Vorstößen im Hintergrund ständig die Fäden gezogen, die Vorträge und die Materialien, sowie die falsch interpretierbaren Statistiken zur Verfügung gestellt hatte und nun Frau von der Leyen tatkräftig unterstützt, nur weil Hr. Schäubles Argument mit der Terrorgefahr nicht mehr zieht, der kann erahnen, welche Behörde damit gemeint ist. Eben jene, die durch diese Machenschaften am Meisten profitiert. Fängt mit B an und hört mit KA auf.

Es wird in zukünftiger Zeit immer leichter werden unliebsame Personen los zu werden. Sei es der Nachbar, der ständig mit seiner lauten Mucke nervt, seien es die Lehrer in der Schule, die einen mit Noten drangsalieren oder der Arbeitgeber, der einem nicht die Gehaltserhöhung geben will. Man muss nur, und das geht sehr leicht, diese Person dazu zu bringen, auf eine unliebsame Seite sich zu bewegen … willkommen im Web 3.0 – das Web des gläsernen Bürgers Untertans!

Update: KiPo-Sperren – Kampf mit unlauteren Mitteln

Update: Heise hat zu den Sperren in den jeweiligen Ländern einen guten Artikel verfasst und zeigt mitunter auf, von wem das Ganze initiert wird/wurde, wie sie funktionieren, welcher Schindluder mit betrieben wird und welche Pannen bei den Listen passier(t)en.

Wenn wirklich pro Tag 18000 Anfragen  auf insgesamt 8000 Server geblockt werden, dann entspricht das im Schnitt 3 Anfragen pro Tag und Server. So wenig Anfragen zeigen eigentlich, dass die Server zum überwiegenden Teil nicht existieren und sollte sich dennoch jemand darauf verirren, dann ist es entweder die Polizei oder die Googlebots & Co., der prüfen, ob die Seiten noch da sind oder irgendeine Malware, die versucht sich weiterzuverbreiten.
Wie sagte Jemand: “Es ist davon auszugehen, dass die überwiegende Mehrheit der noch verfügbaren KiPo-Server von staatlichen Stellen (siehe auch Cellar Loch oder Begründung des Bundesverfassungsgerichts zur Ablehnung des NPD-Verbotsantrag) betrieben werden, denn ansonsten wären sie schon längst abgeschaltet.” 

Kommentar: Heute tagte erneut die Arbeitsgruppe zu KiPo-Sperren – ergebnislos. Langsam wird einem aber bewusst, mit welchen Mitteln dort versucht wird, auf die ISPs Druck auszuüben. Interessant ist zudem, dass bisher nur Unions-geführte Ministerin sich zu Wort gemeldet haben bzw. überhaupt in das Ganze involviert sind. Gänzlich außen vor ist bisher das Bundesjustizministerium geblieben – und wenn die Aussage stimmt, dann ist es eine Frechheit, denn genau das fiele unter deren Ressort.

Das Bundesjustizministerium fühlt sich in der Auseinandersetzung unterdessen übergangen. “Wir haben erst Ende vergangene Woche den Vertragsentwurf erhalten”, erklärte eine Sprecherin der Behörde gegenüber heise online. Vorher sei das Haus von Ministerin Brigitte Zypries (SPD) “ausdrücklich nicht an den Beratungen beteiligt gewesen” und habe darüber erst aus der Presse erfahren. Man werde das Vorhaben nun gründlich auf datenschutz- und verfassungsrechtliche Fragen prüfe

Die Schlammschlacht wird aber noch besser:

Generell soll das Familienministerium die großen Provider massiv bearbeiten. So wurde dem Justiziar eines Zugangsanbieters, der das Sperrvorhaben sehr kritisch sah, nach Informationen aus Branchenkreisen zwischenzeitlich die Zuständigkeit für den Themenbereich entzogen. Mit weiteren “Einzelmassagen” rechnen die beteiligten Provider, zu denen neben Telekom und Vodafone etwa auch 1&1, Alice/Hansenet, Freenet, Kabel Deutschland sowie O2/Telefonica gehören, nun vor dem nächsten Treffen.

Soll heißen, dass massiv Druck auf die ISP’s ausgeübt wird. Wieso haben es Frau von der Leyen und ihre Kollegen so eilig? Kann mir das jemand mal erklären? Dieses Druck ausüben, trotz ungeklärter rechtlicher Fragen hat einen sehr schlechten Beigeschmack. Ein Schelm, der …. 

Da wird versucht Provider-Chefs mit Alkohol willig und gefügig zu machen, damit die auch noch den Schwachsinn durchdrücken und die Justizministerin fühlt sich zu recht hintergangen und dazu noch eines Wahlkampfthemas beraubt.

(Beitrag Heise-Forum)

Experte: Die Sperre ist sinnlos und jeder DummDau kann es nach einmal googlen umgehen.
v.d.L.: Aber es geht doch um die Kinder!

Experte: Zensur in Deutschland ist generell gefährlich und wird unbeteiligte Dritte treffen.
v.d.L.: Aber es geht doch um die Kinder!

Experte: Wir schützen damit kein einziges Kind und machen die Strafverfolgung der Täter noch schwieriger.
v.d.L.: Aber es geht doch um die Kinder! 

Zypries: Uns hat erst gar keiner gefragt …
v.d.L.: Aber es geht doch um die Kinder! 

Kasperletheater – es hilft keinem Kind. Schon gar nicht diesem Kind.

Kein Grundrechtseingriff bei KiPo-Sperren?

Die Ministerien sehen keinen Grundrechtseingriff in KiPo-Sperren. Ist klar, dass unsere Ministerien niemals nie nicht Grundrechtseingriffe sehen:

  • altes und neues BKA-Gesetz
  • bei vielen Teilen der Hartz IV Gesetzgebungen
  • beim Versuch Einsatz der Bundeswehr im Inneren
  • beim Versuch gekaperte Maschinen durch Terroristen abschießen zu lassen
  • Vorratsdatenspeicherung

Und viele weitere “nicht gesehene Grundrechtseingriffe” gibt es. Hier auch noch zu glauben, dass es keine Verletzung des Fernmeldegeheimnisses gäbe, nur weil der Staat nicht direkt mitmischt, zeigt, wie unserer aller Rechte mit Füßen getreten werden.

Der Datenschutzbeauftragte zeigt seine eigene Analyse auf – mit dem Ergebnis, dass hier nicht nur ein Grundrechtseingriff statt findet, sondern wahrscheinlich weitaus mehr – und das nicht einmal mit großem Suchen ..

Beratungsrestistent, merkbefreit, beides oder Absicht?

KiPo – überall wo man hinblickt fällt man über KiPo. Rechtsexperten verlauten, dass der “freiwillige” Vertrag, welcher eine Vorabzensur verwirklicht, rechtlicher Unsinn sei. IT-Experten und die ISPs verlauten, dass es rechtliche Unklarheiten gibt und die Sperrungen für den Anus sind, da diese sehr leicht umgehbar sind.

Dennoch tutet der nächste, in meinen Augen vom Typ Internetausdrucker, ins Horn und krault der Frau von der Leyen den Rücken.

Es sei “absolut richtig”, dass die CDU-Politikerin ihren Blick “auf den Schutz dieser Kinder lenke” und gemeinsam mit Kabinettskollegen Zugriffssperren im Internet durchsetzen wolle. “Access Blocking” sei in anderen europäischen Ländern “sehr erfolgreich”. Deutschland sollte bei der Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet “nicht Nachzügler, sondern Vorreiter sein”.

Hallo? In welchen Ländern? Wo sind die Fakten der Politik? Wie darf ich mir derzeitig das Spiel in der Politik vorstellen?

Ursula: “Och menno – keiner will mir zuhören. Aber es geht doch um die Kinder – alle, ja alle möchte ich beschützen vor Missbrauch und für deren Aufklärung und der Bestrafung der Täter sorgen!  Mir sind die doch sehr wichtig für meinen Aufstieg, äh meine Ideologie. Ilse, so steh mir doch bei …”
Ilse: “Na gut, wenn es um die Kinder geht … ich schreib und sag dazu mal was!”

Ilse: “Verdammt, Ursula – das hat nicht funktioniert und die Kritiken werden immer lauter. Gibt es denn nicht noch einen, der dir beistehen kann? Ich verzieh mich mal schnell ins Ausland, denn ich kann die Kritik gerade nicht so gut vertragen. Weißt ja, was man nicht sieht, das existiert auch nicht.”
Ursula: “Bestimmt der Johannes … ich werde mal mit ihm reden. Sicherlich hilft er mir bei der Einführung der Zensur, äh, dem Schutz der Kinder. Johannes?”

Johannes: “Na klar Ursel … für dich als Vorzeige-Mutti doch immer. Und wen die Ilse dir schon hilft, dann helf ich dir auch … ich mach mal gleich was dazu fertig! Irgendwie muss man doch die Leute mundtot kriegen. Je schneller und leiser, umso besser”

Also noch einmal: wo sind die Fakten der Politik, außer, dass die anderen Länder es angeblich so erfolgreich machen, obwohl es nachgewiesener Weise in keinem Fall erfolgreich ist? Warum muss etwas brachial und schnell durchgesetzt werden, was keinerlei Wirkung zeigt und massiv in Grundrechte und andere Gesetze und Freiheiten eingreift? Wieso wird zu den nachweisbaren Kritiken keine Stellung genommen? Weil man keine Antwort darauf hat? Weil es nicht das eigentliche Ziel ist? Wie wird den missbrauchten Kindern damit geholfen? Die Täter müssen gefasst werden und wo kein Zugriff mehr erfolgt, da gibt es auch keine Zugreifer mehr …

Man, dieses Geschwafel von dort oben kann einem nur Angst und Bange machen. Wenn es wirklich um die Sache gehen würde, dann wäre auch ein kontroverses und argumentatives Gespräch möglich. Aber so? Wie sagt Dieter Nuhr so schön: “Wenn man mal keine Ahnung hat – einfach Fr* halten …”

Wieviel Frau von der Leyen an missbrauchten “Kindern” wirklich liegt

Irgendwie ist dieser Artikel an mir, und sicherlich auch vielen Anderen vorbei gerauscht – sprich es hat nicht die Aufmerksamkeit erhalten, wie eigentlich erforderlich.

Dass Frau von der Leyen, nebst ihrer “Christlichen” und”Demokratischen” Vereinigung (welche mit christlich, wie den 10 Geboten, und demokratisch nicht viel zu tun hat), angeblich so viel für Kinder übrig hat – und vor allem die Kinder, die missbraucht und ausgebeutet werden – erkennt man erst recht deutlich in dem Artikel von der TAZ.

Da erstrahlt doch der stählerne Gang und der Kampf an allen Fronten für Netzsperren gegen KiPo in einem ganz anderen Licht! Ich sage es immer wieder – diese Netzsperren haben rein gar nichts gegen KiPo zu tun und sie werden auch niemals helfen, etwas gegen KiPo auszurichten. Da müssen andere Seiten für aufgezogen werden – den Vertrieb aufspüren und zur Rechenschaft ziehen. KiPo ist an erster Stelle nur Mittel zum Zweck – Hr. Schäuble hat sich bereits vorsorglich aus der “Schusslinie” zurückgezogen und lässt halt andere vor seinen Wunschtraum-Karren spannen.