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Wozu dann Netzsperren?

Gestern gab es eine tolle Pressemitteilung des BKA-Präsidenten Jörg Ziercke und seiner Behörde, wonach es für das BKA sehr schwierig, bis gar unmöglich ist, Seiten mit Kinderpornographie im Ausland zu löschen.

Ein Mitarbeiter des BKA-Referats Kinderpornografie erklärte, das BKA versuche schon seit Jahren, die Seiten im Ausland löschen zu lassen. Der Erfolg sei «sehr begrenzt».

Der Grund hierzu ist ebenso auf die Schnelle mit angegeben:

Die Seiten verschwänden nach drei bis fünf Tagen, um dann an anderer Stelle in leicht abgeänderter oder auch identischer Form wieder aufzutauchen.

Interessante Steilvorlage …

Was das Thema Kinderpornographie betrifft, sind DNS und das WWW meiner Meinung nach ohnehin Nebenkriegsschauplätze. Wenn man also in dieser Hinsicht (Netzsperren) aktiv wird, dann lediglich als Vorbereitung einer generellen Zensur-Infrastruktur. Ganz schnell werden Seiten auf Grund von Meinungsdelikten, fadenscheinigen Urheberrechtsverletzungen, möglicher Terrorgefahren oder zur Durchsetzung von schwammigen Jugendschutzgesetzen (Kennzeichnungspflicht von Internetangeboten) gesperrt.

Denn es darf bei allem Aktionismus nicht vergessen werden, dass es bei der ganzen Sache stets um real misshandelte und missbrauchte Kinder geht. Ob nun Webseiten, auf denen einschlägiges Material temporär zu sehen ist, gelöscht oder gesperrt werden ist Jacke wie Hose. Die Täter müssen verfolgt werden.

Und um damit zu beginnen, haben “wir” derzeit ein paar ganz prägnante Fälle innerhalb der Reihen der katholischen Kirche. Wie ist denn da der Stand? Ist die Staatsanwaltschaft bereits unterwegs? Ich für meinen Teil denke, dass nach Geschehnissen und Veröffentlichungen aus Irland und Deutschland noch viel mehr zu Tage kommen wird – zumal mögliche Taten anscheinend vertuscht wurden. Und das alles im realen Leben, ohne das “Tatwerkzeug” Internet ..

Wieviel Frau von der Leyen an missbrauchten “Kindern” wirklich liegt

Irgendwie ist dieser Artikel an mir, und sicherlich auch vielen Anderen vorbei gerauscht – sprich es hat nicht die Aufmerksamkeit erhalten, wie eigentlich erforderlich.

Dass Frau von der Leyen, nebst ihrer “Christlichen” und”Demokratischen” Vereinigung (welche mit christlich, wie den 10 Geboten, und demokratisch nicht viel zu tun hat), angeblich so viel für Kinder übrig hat – und vor allem die Kinder, die missbraucht und ausgebeutet werden – erkennt man erst recht deutlich in dem Artikel von der TAZ.

Da erstrahlt doch der stählerne Gang und der Kampf an allen Fronten für Netzsperren gegen KiPo in einem ganz anderen Licht! Ich sage es immer wieder – diese Netzsperren haben rein gar nichts gegen KiPo zu tun und sie werden auch niemals helfen, etwas gegen KiPo auszurichten. Da müssen andere Seiten für aufgezogen werden – den Vertrieb aufspüren und zur Rechenschaft ziehen. KiPo ist an erster Stelle nur Mittel zum Zweck – Hr. Schäuble hat sich bereits vorsorglich aus der “Schusslinie” zurückgezogen und lässt halt andere vor seinen Wunschtraum-Karren spannen.

Über den Tellerrand Nr.7

Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten – überall wo das Auge blickt. Einige sind interessant, andere wiederum nicht. Ob diese jetzt interessant sind oder nicht, zeigt euch im Kopf das Licht … oder so ähnlich. Also fangen wir an:

  1. Der Stern berichtet, dass bei der Sauerland-Gruppe vermutlich der CIA mitmischte. Wenn ja, dann wären alle Sicherheitsbemühungen der deutschen Regierung für den Anus. Sollte das stimmen, könnte man meinen, dass alle Involvierten inkl. den Aufklärern Bescheid wussten.
  2. Das Vorbild aller Autofahrer in Nordrhein-Westfalen – der hiesige Verkehrsminister - wurde mit 109 km/h innerhalb einer Ortschaft geblitzdingst. Ja – Politiker, egal ob sie langsam sprechen oder denken, haben es halt eilig. 
  3. Apropos eilig – Minister Glos hatte es auch eilig und sein Fahrer fuhr einem Polizisten über die Füße, da dieser (der Polizist) seiner Weisung folgte und das Fahrzeug von Hr. Glos nicht durchlassen wollte. Befehl ist Befehl, wie ich finde, und was trotz “Erregung” und Anweisung passierte, ist in meinen Augen eine Sauerei – vom Fahrer und dem Glos. Wenn es nicht so traurig und ein Spiegel des Inneren eines jeden Politikers wäre, könnte man fast einen Film daraus machen: “Plattfuß in Berlin”.
  4. Die Bahn-Chefetage war sicherlich der Meinung “Nicht kleckern, sondern klotzen – wenn, dann richtig!”. Getreu diesem Motto ist der nächste Verdacht aufgedeckt worden. Nachdem nicht nur 173000 Angestellte, sondern später auch alle 230000 Angestellten gescreent, einige hundert Personen von einer privaten Ermittlungsfirma durchleuchtet wurden, ist nun erneut ein Fall aus dem Jahre 2000 am Aufkochen, wo Missbrauch mit Bankdaten begangen wurde.
    Ich glaube fest, Hr. Mehdorn arbeitete nach dem Motto “Mir nach, ich folge …” – weswegen er anfangs ja auch kaum etwas davon, bzw. gerade erst , bzw. jetzt doch lückenhaft davon wusste. Interessant ist, dass jetzt Rücktrittsforderungen an Hr. Mehdorn laut werden. Noch interessanter, dass Frau Merkel den Mehdorn nicht vor dem Superwahljahr 2009 gehen lassen will, da das Verkehrsministerium derzeitig der SPD unterstellt ist. Da stelle ich mir doch, zu Recht, die Frage – hat sie das zu entscheiden? Ich glaube nein …
  5. Anstatt den Automobilkonzernen das Geld und Bonusse in den Allerwertesten zu blasen, hätte die Regierung die Zulieferer und Einzelteilehersteller für jene Automobilkonzerne bedenken sollen. Nicht nur die Großen, sondern auch die Kleinen versteht sich … denn das, was jetzt nach und nach losgeht, ist der Domino-Effekt. Die Automobilkonzerne haben zwar Geld, aber die Zulieferer fallen nach und nach weg. Und wenn diese weggefallen sind, dann haben es die Automobilkonzerne wieder schwer Autos zu verkaufen. Wieso? Na woher sollen so schnell wieder Teile in der gewünschten Bauweise und Qualität herkommen?
  6. Lesetipp bezüglich Google Latitude. Ich belasse das unkommentiert, denn ich habe den Ausführungen von Hr. Ferner nichts hinzuzufügen.
  7. Und zum Abschluss für heute: Mr. Security. Ein Bericht über einen Künstler, der mittels seiner Kunstaktionen in Form einer fiktiven Sicherheitsfirma auf die Terrorliste des FBI geraten ist. Auch bei den hiesigen Behörden in Deutschland macht er sich keine Freunde, obwohl er kein Gesetz bei seinen Aktionen gebrochen hat. Schon interessant – anscheinend haben die Behörden alle etwas zu verbergen …

eGK noch sicherer vor sich selbst …

Mal ehrlich – ich steh diesem System mehr als skeptisch gegenüber, aber mit den “geplanten Neuerungen” wandelt sich die Skepsis in komplettes Unbehagen.

Ich streite nich ab, dass die eigentliche Idee des Ganzen möglicherweise gut sein könnte. Aber so, wie sie derzeitig realisiert und weiterhin geplant ist, wird das in meinen Augen ein GAU sondergleichen. Wieso?

Ich sprach bereits über die 6-stellige PIN. Da ja vornehmlich ältere Leute dazu neigen, diese zu vergessen, ist geplant, die Karte mit Biometrie zu füttern – Fingerabdrücke. Nun sollte man aber wissen, dass vornehmlich bei Kindern und älteren Menschen die Biometrie nicht mehr zuverlässig funktioniert – Stichwort verändernde Fingerkippen bzw. “Verschleiß” der Oberfläche des Fingers. Sprich die Merkmale zur Identifikation sind/werden ungenauer bzw. verschwinden. Und dieser Sachverhalt ist amtlich und nachgewiesen. Wieso also brauchen wir das dann?

Damit die “Verarbeitung” schneller von statten geht, soll die eGK nun auch RFID erhalten. Meine Bedenken hierzu sollten jedem Leser bekannt sein – wenn nicht, dann sind diese hier gesammelt zu finden. Kurz zusammengefasst: unsicher, ungeschützt aus bis zu 45m auslesbar, geschützt (Aluhülle) aus ca. 40cm, passiv und ohne Kenntnis des Trägers sind die Daten und die Position mit geeigneter Technik feststellbar.

Und wenn ich dann höre, dass eine USB-Schnittstelle angedacht ist, wo ein Großteil aller Botnetz-, Trojaner-, Schadsoftware-kontrollierten Rechner die im vollen Umfang oder zu Teilen auf der eGK befindlichen Daten (nach PIN-Eingabe) auslesen könnten, dann wird mir schwarz vor Augen. Der Anwender ist ahnungslos bezüglich der Infektion, Daten, wie Inhalte, PIN, Gesundheitsverlauf, Verschlüsselungspasswörter von eGK, ePerso oder De-Mail können abgezogen werden und bilden ein noch besseren Überblick darüber, wer was wann wie macht für bestimmte Organisationen. Oder aber der Identitätsdiebstahl ist vorprogrammiert.

Das Projekt eGK läuft noch nicht einmal ansatzfähig in Bruchteilen und viele Punkte sind noch nicht einmal im Ansatz durchgesprochen. Es gibt eine Unmenge an Stellen, wo es massiv hakt und dennoch wird fleißig weiter geplant, welche Ausfallpunkte man noch einbauen könnte. Was bei ePass und ePerso begann, wird auch auf die eGK ausgeweitet. Die Lobby lässt grüßen. Sinn und Zweck? Weitere verschwindbare Datenhalden mit sensiblen Informationen für Staat und Wirtschaft und die Wirtschaft reibt sich die Hände und verdient sich bei erfolgreichem Durchsetzen eine goldene Nase damit und in der Politik wandern die Koffer. Und wir sind die gelackmeierten melkbaren eierlegenden Wollmilchsäue.

Über den Tellerrand Nr. 6

  1. Dass Daten “niemals” für persönliche Zwecke missbraucht werden, zeigt der Vorfall bei der Deutschen Bahn, wo über 170000 Daten von Angestellten (meine Eltern sind sicherlich auch davon betroffen) für andere Zecke missbraucht wurden, um so deutlicher. Was jetzt bekannt wurde ist, dass der Chef persönlich, Hr. Mehdorn, diese Informationen für private Zwecke genutzt hat.  Mindestens eine Person hatte er genauer durchleuchten lassen, da diese Person ihn wegen eines Steuerdeliktes angezeigt hat. Und eine Entschuldigung oder Information lässt auf sich warten …
    Aber es ist ja alles rechtlich erlaubt und legitim. Und noch einmal – wo Daten sind, egal ob in wirtschaftlicher oder staatlicher Hand, werden diese früher oder später anderweitig verwendet – für was, dass lasse ich offen – denn die “niederen” und unter Umständen kriminellen Beweggründe kann kaum einer erahnen. Vielleicht s0ltten sie mal mit dem BKA oder BND kooperieren, dann können die noch was lernen.
  2. Was man nicht alles mit Biometrie machen will: die EU-Männel und Frauen wollen damit einen sicheren Zahlungsverkehr gestalten, da der Kreditkartenbetrug ein immer drängenderes Problem wird. Ich verweise hier auf den Datenschutz-Blog, der in seinem Fazit es treffend formuliert – biometrische Informationen sind kopier- bzw. fälschbar, mit Fingerabdrücken geht es bereits und der Iris-Scan wird auch nicht mehr lange auf sich warten. All das, was erreicht wird ist eine Erhöhung des Identitätdiebstahls, der es Kriminellen und Institutionen vereinfacht, Zutritt zu gesicherten Informationen und Objekten zu erhalten.
  3. Die Polizei, dein Freund und Helfer: mit Fingerspitzengefühl, ohne den Bogen an “Gewalt” zu überspannen und (un)vollkommen verhältnismäßig ist sie zur Stelle, um “Sünder” ihre Vergehen aufzuweisen …
  4. Alle Kinder sind gleich – einige sind gleicher! Das wussten wir schon lange und nun beweisst England mal wieder aufs Neue, dass es so ist. Schlimm genug, dass es eine Datenbank mit derart vielen Informationen über Kinder gibt, wo Hinz und Kunz sich auch noch “öffentlich” bedienen kann. Schlimmer ist es, dass einige Kinder von Politikern und Prominenten darin nicht auftauchen. Die Eltern sind ja sowieso über alle Zweifel erhaben und müssen geschützt werden – ich verstehe! Abschaffenn dieser Datenbanken schützt eher und schürt auch Vertrauen, aber das begreifen die Politiker nicht, denn es widerspricht ihren Zielen …
  5. Etwas Positives: Die Verfassungsbeschwerde gegen das BKA-Gestz läuft. Ich drücke Twister und uns allen die Daumen.
  6. “Monster”mäßiger Datendiebstahl: 4,5 Millionen geklaute Daten inkl. Passwörter und allem Drum und Dran bei der Monster-Jobbörse in UK. Toll, oder?
  7. Missbrauch vorprogrammiert: Die riesigen Daten aus den Call-Centern, die letztes Jahr einfach so herumgeisterten (und keiner war es gewesen, versteht sich) haben jetzt ihr erstes Opfer gefunden. Eine alte Dame, die nicht einmal das Wort Internet aussprechen kann, geschweige ein internetfähiges Gerät besitzt, soll angeblich sich überall registriert haben und die Gewinnspiel-Fuzzies haben ihr mal knappe 2000 Euro vom Konto abgebucht – ohne Einzugsermächtigung versteht sich!
  8. Wieder einmal die Kripo: Während die eine Seite meint, sie könnten gar nicht dem “Cybercrime” etwas entgegensetzen, da das Know-How, die Technik und das Personal fehlt, fordert die andere Gewerkschaft mehr Befugnisse, insbesondere den vermehrten Einsatz des Bundestrojaners. Es ist interessant zu erfahren, dass auf einmal aus einem Unikat “Bundestrojaner”, welcher für jedes System zusammengestellt und programmiert werden solle, jetzt ein Softwaretool auf einmal existiert, welches binnen weniger Minuten im Einsatz ist. “Beunruhigt zeigte sich der Datenschützer, dass beim Einsatz des Bundestrojaners bisher von speziell anzufertigender Untersuchungssoftware in Form von “Unikaten” die Rede war. Nun erkläre die Kripo, dass ein entsprechender verdeckter Zugriff auf IT-Systeme “innerhalb einer halben Stunde machbar” sei.” Na Leute? Macht es bei euch “Klick”?

Ich wünsche angenehmes Lesen, Überlegen, Diskutitieren und Verinnerlichen!

Elektronische Girokarte, äh Gesundheitskarte

Was hat man, wie auch ich, nicht prophezeit, was man mit der eGK für ein Schindluder treiben kann. Nun melden sich die Sparkassen, dass sie sich bei bestimmtem wirtschaftlichen Interesse vorstellen können, ihre Terminals auch für die eGK zugriffig zu machen. Hintergrund ist das Auslesen der Daten, damit sich Tante Emma über den Inhalt kundig machen kann, und das möglicherweise in Auftrag geben von elektronischen Bestellungen zur (Online) Apotheke.

Nebenbei wird dann auch mal die Krankheitsgeschichte mit abgezogen, damit bei einem möglichen Kreditantrag das Kreditinstitut des Vertrauens auch gleich weiß, ob man dem Antragsteller bezüglich des Ausfüllens des Antrages trauen kann. Oder, um gleich die entsprechenden Zinssätze festzulegen. Geht nicht? Hmm, der Anwender muss doch seine PIN eingeben, um die Daten sehen zu können. Daten werden angezeigt und sind somit intern abruf- und kopierbar.

So tief stecke ich nicht in der Materie, was man als ein Geld- und Kreditinstitut alles mit Patientendaten machen kann. Es wird mit Sicherheit einen schier großen Anwendungsbereich geben. Eine Versicherung wäre da zumindest sehr dran interessiert diese Informationen vor Abschluss von einer Lebensversicherung oder Ähnlichem in ihre Finger zu kriegen. Da ergeben sich Missbrauchmöglichkeiten, die sich jetzt noch so keiner richtig bewusst werden kann.

Langsam fällt es auf und wird zu offensichtlich. Aber der Großteil wird es Schreiend und nach “Mehr” verlangen hinnehmen.