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Wieder Post aus Bonn

Gestern haben auch die restlichen im Haushalt Lebenden Post aus Bonn erhalten. Es ist im direkten Vergleich interessant zu sehen wie “unterschiedlich und rein zufällig” die Nummern vergeben wurden und daraus überhaupt keine Rückschlüsse gezogen werden können *hust*.

Das bereits in einem vorherigen Beitrag verlinkte Schreiben habe ich selbst noch mit einigen Fakten ausgeschmückt und es ist als Einschreiben mit Rückschein mit 3 Beschwerden beinhaltend unterwegs.

Für alle die, die es interessiert: Hier ist meine Vorlage Beschwerde Vergabe der Steuer-ID.

Ich, wie auch andere, sind keine Nummer!

Missbrauch undenkbar …

So langsam sollte es auch Denjenigen auffallen, die sonst die Datenschützer, “Freiheit statt Sicherheit”-Anhänger und andere, welche gegen die ausufernde Datensammelwut agieren, als Spinner, Verschwörungstheoretiker oder sonstwas betiteln.

Da schwirren einfach mal locker und flockig 6 Millionen (eine Sechs mit sechs Nullen dran) Datensätze bei unter anderem Call-Centern herum, wobei allein 4 Millionen davon Kontodaten beinhalten. Wie krass und ausufernd ist das denn? Und das für schlappe 850 Euro Investition.

Man stelle sich mal nur etwas kleine kriminelle Energie vor – nur 1 Euro lasse ich mittels einer fingierten/vorgetäuschten Einzugsermächtigung (also keine) von jedem Konto abbuchen. Wenn ich Glück habe, fällt es ja nicht einmal auf. 1 Euro auf dem Kontoauszug? Da regen sich einige nicht einmal auf und belassen es dabei zwei ihrer sonst Millionen von Zahnrädern im Hirn in Bewegung zu setzen.

1 Euro! Sicherlich wenig – aber bei 4 Millionen Einträgen? Huch – ein Millionär ist geboren. Aber Missbrauch ist ja undenkbar – im Kleinen, wie auch im Großen, oder liebe Datensammler bei den mir liebgewonnenen Institutionen?

Überlegt mal weiter: Was wäre, wenn jemand, aus welchen Beweggründen auch immer (Zoff in der Familie, Habgier, Eifersucht, auf Anweisung, unter Drohung usw.) seine Informationsquellen und Möglichkeiten ausschöpft. Was wäre, wenn dieser Jemand nicht nur im Call-Center arbeitet, sondern die eine oder andere höher gelegene Position bekleidet?

Was wäre wenn?

Schonmal nachgedacht, was einfacher Zugriff auf 82 Millionen Steuerdaten verursachen kann? Oder 82 Millionen Datensätze von Krankenakten? Einheitliche Steueridentifikationsnummer und eGK sei Dank. Und das Ganze gibt es dann für einen kleinen Obolus beim Schwarzmarkthändler des Vertrauens. 

Und je mehr Daten zusammenfließen, um so leichter wird es für Diejenigen mit den Möglichkeiten, diese zu missbrauchen, zu fälschen oder mit Unwahrheiten zu erweitern und das Ganze mit realen Fakten aus der Privatsphäre zu untermauern.

Wer kann sich dann noch dagegen wehren? Ach muss ich nicht? Stimmt, ich vergaß: Missbrauch ist undenkbar.

“Wir sind ratlos, wo das Problem liegen könnte”

Es ist ja bekanntlicherweise schon amtlich und Viele bekamen bereits Post (ich noch nicht, aber ich brenne schon darauf mit einer Musterklage mal beim Anwalt vorbeizuschauen). Der Inhalt? Die eineindeutige Steueridentifikationsnummer.

Man könnte beinahe anfangen zu lachen, wenn das eigentliche Grundthema nicht so traurig wäre. Das es schier schwierig, vielleicht gar unmöglich ist, sämtliche Daten aus den einzelnen Behörden zusammenzufassen, das war fast jedem im Hinterkopf klar. Das die Zusammenführung derart Müll produziert hat sollte Jedem aufzeigen, wie gewissenhaft mit den Daten vor der Zentralisierung umgegangen wurde und mit Sicherheit danach weiter umgegangen wird.

Ich habe nicht einmal genügend Finger an meinen Händen, um die verzögerten, schief gelaufenen und unnützen IT-Projekte des Bundes zu zählen. Das kostet unser aller Geld – Steuergelder für Dinge, die keinen sichtlichen Nutzen mitbringen (außer es ist alles zentral und wird alles besser – wer es glaubt). Wieso gibt man diese Unsummen nicht für wichtige Dinge aus? Geld für die Bildung, Unterstützung von sozial Schwachen, die dieses Geld weitaus dringender bedürfen oder Schaffung und Unterstützung von Arbeitsplätzen. All das ist weitaus besser als in sinnlose Projekte das Ganze zu verpulvern.

Zusätzlich kostet es vielleicht auch irgendwann einmal die Identität, wenn, wie beim Datenabgleich, Einträge auftauchen:

… heißt zudem etwa der Rentner William Jung jetzt mit Nachnamen “Ficken” und wurde in “Hamburg, Kasachstan” geboren. Astrid Brauer stammt demnach angeblich aus dem Iran, ihr Mann aus Russland und ihr Sohn aus Spanien.

Und wir reden hier “nur” von der Steuernummer – nicht einmal vom ePerso. Wenn ich mir ein derartiges Fiasko bei der Einführung der biometrischen Ausweise vorstelle, wird mir ganz schlecht. Ich frage mich sicherlich später, wo ich dann geboren wurde, welchen Nachnamen ich derzeit besitze und wieso um Gottes Willen ich eine Namensänderung vornehmen lassen muss, nur weil das Amt 1000%-ig sicher ist, dass deren falschen Daten stimmen und ich ergo in deren Augen lüge?

Die Damen und Herren spielen mit Dingen, die leicht nach hinten losgehen können und wahrscheinlich auch werden. Ich mag mir nicht vorstellen, wenn ich durch einem Fehler im System auf einmal durch eine falsche Herkunft, eines Namens oder der Religion auf einer ganz anderen Liste stehe und die netten Herren vom BKA, BND, SEK oder sonst wer an meine Türe “sanft” anklopfen oder die Wohnung verwanzt und überwacht wird.

Aber sie können nichts dafür – sie sind ratlos, wo das Problem liegen könnte. Oder anders gesagt: Sie wissen nicht, was sie tun.

Ungereimtheiten, Unglaubwürdig- und Widersprüchlichkeiten

Wieder einmal existieren Meldungen voller unzureichender Informationen, Unklarheiten und Widersprüche, die mich mitunter an der Glaubwürdigkeit jener massiv zweifeln lassen. Der ePerso ist noch nicht einmal beschlossene Sache, aber er wird 2010 kommen. Und bis dato hat der Bürger ja Zeit sich für ein Verfahren der qualifizierten digitalen Signatur zu entscheiden. Möchte er diese auf seiner eGK oder seinem ePerso oder einer anderen kompatiblen Karte mit Chip haben.

Ich frage mich, je mehr ich versuche weitergehende Informationen zu erhalten, wie die Regierung, der durchschnittliche Beamte oder Amtsangestellte dem durchschnittlichen Bürger, Rentner, technisch Unwissenden oder sozial Schwachen klar machen will, dass sie eine qualifizierte digitale Signatur benötigen und was das überhaupt ist, inklusive aller Vor- und Nachteile. Wie erklärt man der breiten Bevölkerung die Grundzüge der PKI, wenn schon bei Vielen PC-Nutzern noch nicht einmal der Unterschied zwischen “Speichern” und “Speichern unter …” bekannt ist.

Im Saarland möchte der Innenminister Klaus Meiser ähnliche gesetzliche Rechte erwirken, wie es auch (in meinen Augen verfassungswidrig) die Bayern bereits beschlossen haben. Erstens ist es für mich unverständlich, dass ein aktenkundlicher vorbestrafter Politiker wieder überhaupt ein Amt bekleiden kann.

Zweitens, wiederhole ich mich gern: Die Installation eines “Trojaners” zur Ausforschung und Manipulation informationstechnischer Systeme, sowie das heimliche Betreten und Durchsuchen einer Wohnung machen in meinen Augen diese für Beweiszwecke faktisch unbrauchbar. Faktisch verfällt der Beweiswert der sichergestellten Gegenstände und Informationen vollkommen gegen 0. Für eine Anklage, gestützt auf dieser Grundlage, wird es in meinen Augen sehr dünn und sollte von jedem wissenden Rechtsanwalt zu Gunsten des Angeklagten verwertet werden können.

Was mich noch mehr stutzig macht ist die gestrige Meldung auf Heise, Weiter lesen …

Adressbuch im Web

Habt ihr mal die Nummer oder Adresse eines Bekannten verlegt? Hat sich dieser auch noch dummerweise nicht ins Telefonbuch der T-Com eintragen lassen? Was? Ihr kennt aber dessen Internet Adresse?

Dann sei ein Blick auf das gute alte Whois Gold wert. Sei es unter Mac, Linux, BSD oder via Web, nicht nur private, sondern mit Sicherheit auch wirtschaftliche Interessen können damit bedient werden. Ich denke da so an Werbung oder die leidlichen, “lieb gewonnenen” Abmahnungen. whois.jpg

Zu finden sind teilweise die komplette Adresse des Domain-Besitzers, als auch in einigen Fällen Mail-Adresse oder Telefonnummer. Interessant wird es, wenn der Provider diese Daten aktualisiert bzw. aktualisieren kann, bevor man sich nach einem Umzug bei diesem mit jener Info überhaupt meldet. Letztendlich hat es ihn nur zu interessieren, dass bezahlt wird. Von wem, dürfte keine Rolle spielen, oder?

Wieso eine derartige Datenpreisgabe (siehe geschwärzter Screenshot) in Hinblick auf Datenschutz-Bestimmungen seitens Provider sein muss, verschliesst sich mir vollends. Ich glaube ich muss mal mit 1&1 ein “Wörtchen” reden …