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Big Brother is watching and controlling you

Ja, der Große Bruder wacht über uns! Er möchte alles von uns wissen und uns kontrollieren, um sein Machtgefüge nicht zu verlieren. Und dieses Möchten setzt Big Brother immer vehementer um.

Nehmen wir zum Beispiel mal Big Brother Wirtschaft. Es hat sich zugetragen, dass auf Grund von massiven Drängen der Verwertungsindustrie Amazon “gezwungen” wurde, angeblich unrechtmäßig verkaufte elektronische Bücher (eBooks) für deren Kindle eBook Reader aus der Ferne zu löschen. Einzig und allein, weil der Verkäufer auf Amazon nicht das Recht besaß, zwei bestimmte Bücher nicht zu vertreiben, wurde eine digitale Bücherverbrennung – Bücherverbrennung 2.0 – durchgeführt. Nun kann man sagen: “Was solls, die haben doch ihr Geld zurück erstattet bekommen!”. Wenn man das Ganze aber auf die Realität anwendet, wäre der Rechteverwerter zu uns ins Haus gekommen, hätte die Bücher aus dem Regal genommen und anschließend auf einem literarischen Scheiterhaufen zu Asche umwandeln lassen. Die Ironie des Ganzen: es handelte sich um die Werke von George Orwell – “1984″ und “Animal Farm”. Ganz großes Kino, liebe Leute. Das zeigt erst recht, was man von DRM und aus der Ferne kontrollierbaren Machenschaften halten muss!

Und weil es so schön ist und wir noch nicht genug kontrolliert werden, fordert die “SPD” eine freiwillige Selbstkontrolle für den Buchhandel. Edathy höchst persönlich setzt sich dafür ein, dass Bücher von einer “unabhängigen” Instanz kontrolliert und freigegeben werden sollen. Hallo? Jemand zu Hause bei Ihnen Herr Edathy? Wir leben in einem freien Land, in einer freien Gesellschaft und als solche muss diese auch extremes Gedankengut aushalten können. Diskussionswürde Literatur bedarf nicht deren Entfernung, sondern der Diskussion! So etwas nennt man sonst Zensur – ach was rede ich da. Nach dem Erfolg des Schlages gegen das Internet geht es nun weiter: Das Bücherregal darf kein rechtsfreier Raum sein! Es ist ja für die Kinder … baut Stopp-Schilder auf, liebe Leute – wir mögen das nicht sehen.

Wie sagte Johann Nestroy vor ca. 150 Jahren:

Die Zensur is’ die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. Die Zensur is’ das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.

Solange Meinungen, Äußerungen und Gedanken in Ton, Schrift, Bild und anderen Medien nicht gegen Gesetze verstoßen, Verleumden oder Hetze betreiben, dann gilt ungeachtet dessen die Meinungs- und Rezipientenfreiheit. Es ist die Aufgabe der Bildungseinrichtungen mitunter dafür Sorge zu tragen, dass jeder in diesem Land unsinnige Behauptungen als solche erkennen und den Autor solcher Aussagen entsprechend einschätzen kann. Bildung und kritische Medienkompetenz, statt Zensur. Eine kritische Medienkompetenz richtet sich natürlich auch gerade gegen eine Regierung, die es bevorzugt, das Volk für Blöde zu verkaufen und es auch schon zig Jahre vehement versucht. Nicht umsonst haben wir eine nachfolgende Generation, die so ist, wie sie ist. Und das verdanken wir mitunter wem?

So wie für uns das Internet zur Verfügung steht, so steht es auch ebenso für den Staat und dessen Behörden zur Verfügung. Da wird auch schön nachgesehen, ob vielleicht der Leistungsempfänger oder Steuerzahler auch wirklich Leistung bedarf bzw. Steuern in korrekter Höhe bezahlt. Ganz einfach über Social Networking Plattformen werden Fotos kontrolliert oder Nachrichten überprüft und ggfs. die Brüder vom Amt auf euch gejagt. Kommt bloß nicht auf den Gedanken, eure Freunde zum grillen via Internet einzuladen. Das könnte schlimm enden!

Der Staat kontrolliert immer weiter unsere Kommunikation mit anderen Menschen. Mit wem, wann und wo wir telefonieren, mit wem wir Mails austauschen und chatten, welche Seiten wir besuchen und wann wir überhaupt im Internet sind, wo sich unser Handy gerade befindet, was wir gerade elektronisch via EC oder online eingekauft haben, wieviel Lohn und Gehalt wir erhalten, woran wir erkrankt waren und sind. Es ist nicht nur ein lokales Problem, sondern auch andere Länder sind Vorreiter, von denen wir in Deutschland mit Sicherheit lernen werden.

Es werden immer mehr Menschen, die aufwachen. Die Gründe, wieso sie geschlafen haben sind vielseitig und auch legitim. Marcus zum Beispiel hat mit mir zusammen ein Treffen der Piraten Brandenburg besucht und auch ihm ist der dunkle Schatten, der über uns kommt, einfach zu viel. Es ist schön zu sehen, dass er sich, in seinen zeitlichen Mitteln selbstverständlich, versucht zu engagieren. Ich selbst denke sogar noch ein Stück weiter, um mich einzubringen. Das wäre das erste Mal überhaupt, dass ich nach über 30 Jahren an einen Beitritt nachdenke und versuche die Dinge und Gedanken, die mir vorschweben und die ich in der jetzigen Politik als Fehler ansehe, gemeinsam mit anderen Mitstreitern auf den Weg zu bringen, um es für alle besser zu machen. Und Andere sollten ebenso bezüglich Engagement nachdenken – bevor es zu spät ist.

Es ist nicht mehr 5 vor 12. Es sind nur noch wenige Sekunden vor 12. Die Teleschirme werden schon nach und nach in unseren Wohnungen montiert!

Wer ist Jörg Tauss?

Ausgehend von dem Austritt aus der SPD und Eintritt in die Piratenpartei des Herrn Jörg Tauss mehren sich auch die “kritischen” Stimmen, wovon einige scheinbar aus den Ex-Reihen zu kommen scheinen. Insbesondere wird immer wieder auf das laufende Ermittlungsverfahren gegen ihn hingewiesen und er somit öffentlich diffamiert. Aufgrund dessen steht natürlich die Frage im Raum, wer Jörg Tauss eigentlich ist und wofür er steht. Welche Beweggründe er mit seinen Anliegen zu haben scheint. Ist es für eine Partei, wie der Piratenpartei, sinnvoll Herrn Tauss als Mitglied aufzunehmen?

Ich denke – ja, definitiv – und möchte einige zeitliche Abläufe, Zusammenhänge und Stellungnahmen aus meiner Sicht dem geneigten Leser nicht vorenthalten. Weiter lesen …

Interview mit Jörg Tauss

Einige haben es sicherlich schon mitbekommen. Jörg Tauss ist aus der SPD ausgetreten und schließt sich der Piratenpartei an. Ein gutes, wie auch mitunter persönliches Interview nach der heute statt gefundenen Demo, ist bereits online.

Update: Beim möglichen unrechtmäßigen Online-Schnüffeln ertapptes Bayern

Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt einen Kommentar dazu abgebe – schließlich wird man vorsichtig in seiner Wortwahl und sichert sich nach und nach durch Informationen ab. Was aber gestern vermeldet und schon letzte Woche als Konsequenz aus einer Aktion im Januar diesen Jahres in meinen Augen repressalisch und unrechtsstaatlich durchgeführt wurde, kann man nicht ungelesen, ungehört oder ungesehen einfach verkommen lassen – es muss informiert werden.

Was ist zusammengefasst passiert? Ein Informant aus dem Justizministerium in Bayern hat augenscheinlich brisante bzw. ein brisantes internes Dokument dem CCC und der Piratenpartei zugespielt, welche dieses auch veröffentlichten. Dieses Dokument könnte ein Beweis dafür sein, dass die bayrische Justiz schon vor irgendwelchen gesetzlichen Regelungen (Anfang/Mitte 2007) sich “illegaler”, nicht rechtlich abgedeckten Mechanismen bedient hat, um verschlüsselte Kommunikationen am Zielrechner selbst abzufangen und auszuleiten (die Installation erfolgt via Anhang per eMail oder durch Beamte vor Ort laut Programmbeschreibung).  Ebenso, wenn dies der Fall sein sollte und der Verdächtige nicht so dumm war den eMail Anhang auszuführen und er dennoch überwacht wurde, hieße dies, dass auch heimlich in seine Wohnung eingedrungen wurde, um den “Trojaner” aufzuspielen – und das ohne gesetzliche Grundlage und somit illegal.

Was das Ganze noch brisanter macht, ist die Art und Weise, wie nun die bayrische Justiz zähnefletschend reagiert. Das ganze Engagement richtet sich nicht gegen die bescheidenen Missstände und  dubiosen Machenschaften im eigenen Haus, nein: gegen den Informanten, der aus moralischen Gründen über die Missstände informieren wollte und vlt. auch musste. In meinen Augen wurden nicht rechtskräftige Durchsuchungen und Beschlagnahmungen bei Zeugen durchgeführt (als diese gelten die beiden Durchsuchten) und es wurden laut Meldungen Repressalien angedroht, nur um die Identität des Informanten zu erlangen.

Man könnte nun meinen, dieses Vorhaben der Justiz war ein Eigentor, da eine derartige Aktion eigentlich nur bestätigen kann, dass das veröffentlichte Dokument korrekt ist. Und wenn es korrekt ist, zeigt es die nicht vorhandene gesetztreue Haltung und Durchführung einzelner Staatsorgane.

Was ich hoffe, dass Udo Vetter, der Betreiber des Lawblog und anscheinend Anwalt der Durchsuchten, etwas Wind in die Geschichte bringt, sodass auch die “großen” Medien darüber berichten, sofern diese nicht schon in irgend einer Art und Weise “unterwandert” oder verhindert sind. Wieso? Die ARD zum Beispiel berichtete vollkommen unterschiedlich (und vor allem falsch) im Vergleich zu Heise und Fefe über die Anhörung zum BKA-Gesetz.

Was ich mich letztendlich frage: der von der Bundesregierung verabschiedete Hackerparagraph §202c – ist jener Paragraph nicht ein Eigentor für den Staat selbst? Wer sich diesen Paragraphen mal durchliest sollte feststellen, dass man meiner Meinung nach die Firma DigiTask GmbH danach belangen und verurteilen kann – wie auch jede andere Firma oder staatliche Einrichtung, die solche oder ähnliche Software herstellt.

Update: Auch der Spiegel Online schreibt dazu etwas …