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Polizei wegen dänischer Sperrliste unterwegs

Mir fiel es wie Schuppen aus den Haaren, als ich die Meldung im Lawblog gelesen habe. Interessant ist der Artikel vom 02. März 2009 auf dem darin verlinkten Blog ebenso – denn der Blogbetreiber hat auch bereits eine Vorladung erhalten (beim Vorgänger wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt), in dem ihm vorgeworfen wird, durch das Verlinken auf die KiPo Sperrlisten sich strafbar gemacht zu haben. 

Irgendwie fange ich wirklich an, an diesem System zu zweifeln – klar war es mir bereits. Genauso kann man Google für das Verlinken von Links heranziehen. Was soll man also von solch einer Vorgehensweise halten, wenn ich fragen darf? Ich hab das Gefühl in einem ganz schlechten Film zu sein …

Über den Tellerrand Nr. 9

Neue Woche, neues Glück …

  1. Das BDI fordert einen Schnellstart der eGK – endlich wurden wir erhört und es sagt einer der Verzapfer dieses “Machwerkes” worum es bei der eGK wirklich geht: Profit für die beteiligten Unternehmen! War ja klar, denn mit Sicherheit, Prävention und besserer Dienstleistung hat das Ganze überhaupt nichts zu tun
  2. Biometrische Gesichtserkennung in Laptops gehackt – dieses unausgereifte “Kinderspielzeug” Biometrie ersetzt eben nun mal kein gutes und komplexes Passwort. Merke: Biometrie != Sicherheitsgewinn aber Biometrie == Sicherheitsverlust.
  3. Hach die Bahn, die deutsche Bahn. Sie hatte doch schon alles ausgesagt, alle Machenschaften lagen auf dem Tisch und nun das. Was ich nicht ganz verstehe, ist, wieso nach all dem Mist, den Mehdorn verzapft bzw. durchgehen lassen hat, er immer noch im Amt sitzt?
  4. Da wird diskutiert und beraten, Gremien einberufen, Gänseblümchen ihre Blätter gezupft, Götter und Orakel befragt, Gollum gefangen, um den Ring an sich zu reißen, um eine Grundsatzregelung  zum Arbeitnehmer-Datenschutz zu Papier zu bringen. Haben wir nicht ein allgemeines Datenschutzgesetz? Gilt dieses nicht für uns “arme” Arbeitnehmer, oder wie? Wenn doch, wozu brauchen wir ein neues und spezielles Datenschutzgesetz für Arbeitnehmer? Ach ich verstehe – wie es halt immer bei Gesetzen mit Hr. Schäuble & Co. ist – um neue Ausnahmen und Umgehungsmöglichkeiten einzubauen.
  5. Unsere Daten sind wichtig. Unsere Profile sind wichtig. Da kann man so schön wirtschaftlichen Schindluder mit treiben. Und Dollarzeichen in den Augen und Scheine in der Geldbörse gibt es ohne Ende dazu. Kann ja nicht angehen, dass man die Daten, Nachrichten, Verknüpfungen, Profile eines gekündigten Accounts nicht mehr weiternutzen darf. Der Nutzer hat doch eh gekündigt, also braucht er das doch nicht mehr …..
    Abstoßend – und das noch in aller Öffentlichkeit. Deutlicher geht es wirklich nicht mehr – Warnung an alle von mir. 
  6. In dem großen Britannien ist gemäß neuem Gesetz verboten Polizisten zu fotografieren – und jetzt kommt es: es ist ein Anti-Terrorismus-Gesetz. Genial ist der letzte Satz: “Photographers who refuse to stop taking pictures after a warning face arrest, up to 10 years in prison or unspecified fines.”
    Die spinnen, die Briten … so kann man auch ganz schnell Journalisten mundtot machen. Was? Du willst kein Foto von mir machen? Dann sperre ich dich mal ein und behaupte das Gegenteil. Wer wird glaubwürdiger sein, hmm? 
  7. Ohne Worte – Kinder spielten SEK und Nachbar rief das echte SEK! Sensationell auch: “die dort mit offenbar unlauteren Absichten etwas suchten”. Wie weit sind wir schon in diesem Land gekommen? Vermutungen, vage Behauptungen reichen bereits aus ..
  8. Conficker läßt grüßen: nachdem nun alle Welt weiß, dass auf U-Booten der britischen Marine Windows läuft, brauchte es auch nicht lange, dass diese mal so richtig ge”conficked” wurden. Und wer glaubt, dass es nur die Briten traf: nee, unsere ArmeeBundeswehr war ebenso nicht dazu in der Lage sich dagegen zu schützen. “… PATCH EINSPIELEN? SIE WOLL’N MICH WOHL VERARSCHEN, GEFREITER MÜLLER! WIR SIND HIER BEI DER BUNDESWEHR – DA WIRD NICHT GESPIELT!” Jawoll, Herr Oberstabsfeldwebeldingens … hach, wie ich den Verein nicht vermisse … und spätestens jetzt weiß ich auch warum ..

Und zum Abschluss des Abends ein Kräuterli … zum Wohl!

Datenbankenverquirlung

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Vornehmlich die Union, zu Teilen aber auch die SPD, wollen Datenbanken des BND mit denen des Verfassungsschutzes und den deutschen Polizeibehörden koppeln. Andere Datenbanken sollen weiter aufgebläht werden. Daneben geht es mitunter auch um das Belauschen via Internet geführter Telefonate und das Mitlesen von eMails, nebst Abhören von Deutschen im Ausland und Befugniserweiterungen.

Aber nein: die Herren Politiker wollen niemals nie nicht Polizeien und Geheimdienste miteinander verstricken. Das wäre ja etwas, wie nach ’33 mit der Gestapo und ist gemäß unserem Grundgesetz doch verboten, oder? Das würden die doch niemals machen …

Apropos: ist euch schon einmal aufgefallen, dass die bisherigen Datenmissbrauchskandale vornehmlich bei Staats- bzw. Exstaatskonzernen aufgetreten sind?

Über den Tellerrand Nr. 6

  1. Dass Daten “niemals” für persönliche Zwecke missbraucht werden, zeigt der Vorfall bei der Deutschen Bahn, wo über 170000 Daten von Angestellten (meine Eltern sind sicherlich auch davon betroffen) für andere Zecke missbraucht wurden, um so deutlicher. Was jetzt bekannt wurde ist, dass der Chef persönlich, Hr. Mehdorn, diese Informationen für private Zwecke genutzt hat.  Mindestens eine Person hatte er genauer durchleuchten lassen, da diese Person ihn wegen eines Steuerdeliktes angezeigt hat. Und eine Entschuldigung oder Information lässt auf sich warten …
    Aber es ist ja alles rechtlich erlaubt und legitim. Und noch einmal – wo Daten sind, egal ob in wirtschaftlicher oder staatlicher Hand, werden diese früher oder später anderweitig verwendet – für was, dass lasse ich offen – denn die “niederen” und unter Umständen kriminellen Beweggründe kann kaum einer erahnen. Vielleicht s0ltten sie mal mit dem BKA oder BND kooperieren, dann können die noch was lernen.
  2. Was man nicht alles mit Biometrie machen will: die EU-Männel und Frauen wollen damit einen sicheren Zahlungsverkehr gestalten, da der Kreditkartenbetrug ein immer drängenderes Problem wird. Ich verweise hier auf den Datenschutz-Blog, der in seinem Fazit es treffend formuliert – biometrische Informationen sind kopier- bzw. fälschbar, mit Fingerabdrücken geht es bereits und der Iris-Scan wird auch nicht mehr lange auf sich warten. All das, was erreicht wird ist eine Erhöhung des Identitätdiebstahls, der es Kriminellen und Institutionen vereinfacht, Zutritt zu gesicherten Informationen und Objekten zu erhalten.
  3. Die Polizei, dein Freund und Helfer: mit Fingerspitzengefühl, ohne den Bogen an “Gewalt” zu überspannen und (un)vollkommen verhältnismäßig ist sie zur Stelle, um “Sünder” ihre Vergehen aufzuweisen …
  4. Alle Kinder sind gleich – einige sind gleicher! Das wussten wir schon lange und nun beweisst England mal wieder aufs Neue, dass es so ist. Schlimm genug, dass es eine Datenbank mit derart vielen Informationen über Kinder gibt, wo Hinz und Kunz sich auch noch “öffentlich” bedienen kann. Schlimmer ist es, dass einige Kinder von Politikern und Prominenten darin nicht auftauchen. Die Eltern sind ja sowieso über alle Zweifel erhaben und müssen geschützt werden – ich verstehe! Abschaffenn dieser Datenbanken schützt eher und schürt auch Vertrauen, aber das begreifen die Politiker nicht, denn es widerspricht ihren Zielen …
  5. Etwas Positives: Die Verfassungsbeschwerde gegen das BKA-Gestz läuft. Ich drücke Twister und uns allen die Daumen.
  6. “Monster”mäßiger Datendiebstahl: 4,5 Millionen geklaute Daten inkl. Passwörter und allem Drum und Dran bei der Monster-Jobbörse in UK. Toll, oder?
  7. Missbrauch vorprogrammiert: Die riesigen Daten aus den Call-Centern, die letztes Jahr einfach so herumgeisterten (und keiner war es gewesen, versteht sich) haben jetzt ihr erstes Opfer gefunden. Eine alte Dame, die nicht einmal das Wort Internet aussprechen kann, geschweige ein internetfähiges Gerät besitzt, soll angeblich sich überall registriert haben und die Gewinnspiel-Fuzzies haben ihr mal knappe 2000 Euro vom Konto abgebucht – ohne Einzugsermächtigung versteht sich!
  8. Wieder einmal die Kripo: Während die eine Seite meint, sie könnten gar nicht dem “Cybercrime” etwas entgegensetzen, da das Know-How, die Technik und das Personal fehlt, fordert die andere Gewerkschaft mehr Befugnisse, insbesondere den vermehrten Einsatz des Bundestrojaners. Es ist interessant zu erfahren, dass auf einmal aus einem Unikat “Bundestrojaner”, welcher für jedes System zusammengestellt und programmiert werden solle, jetzt ein Softwaretool auf einmal existiert, welches binnen weniger Minuten im Einsatz ist. “Beunruhigt zeigte sich der Datenschützer, dass beim Einsatz des Bundestrojaners bisher von speziell anzufertigender Untersuchungssoftware in Form von “Unikaten” die Rede war. Nun erkläre die Kripo, dass ein entsprechender verdeckter Zugriff auf IT-Systeme “innerhalb einer halben Stunde machbar” sei.” Na Leute? Macht es bei euch “Klick”?

Ich wünsche angenehmes Lesen, Überlegen, Diskutitieren und Verinnerlichen!

Der Fisch stinkt vom Kopf her

Endlich mal etwas Realismus. Kriminalbeamte lassen doch tatsächlich verlauten, dass Webseitensperrung von KiPo-Material nicht ausreicht. Dies würde nur eine “trügerische Sicherheit vorgaukeln”.

Sag ich doch die ganze Zeit – mehr qualifizierte Leute einstellen oder massiv schulen, die auch tatsächlich nach geltendem und moralischem Recht fahnden können und die Materie “Wie funktioniert das Internet” auch verstehen, anstatt Abermilliarden in Filter-, Datenspeicher- und Überwachungssysteme zu stecken.

Und solange Leute, die über verdächtiges Material bei der Polizei Meldung machen, nicht als erstes durchsucht werden und die Polizei nicht “mehr Zeit” hat, wenn man wegen eines aktiv aktuellen sträflichen Vorganges diese anruft – solange wird sich ebenso nichts rühren und die “Internet-Notrufnummer” wird eine Nullnummer.

Dennoch zeigt es, dass es Einige in dem Verein gibt, die realistisch und kritisch das Ganze betrachten und sich somit weit am Ende des Fisches befinden. Nicht so, könnte man meinen, ein Hr. Schäuble, Fr. von der Leyen, Fr. Zypries oder Hr. Ziercke, denn, wie sagt der Volksmund: “Der Fisch stinkt vom Kopf her!”

Update: Kontodaten gefällig?

Ich bin immer erstaunt, was und wie Fefe so alles raus kramt. Wie sicher mitunter vertrauliche Daten in Behördenhand sind, zeigt diesmal die Internetwache Brandenburg just am heutigen Tage. Gesucht wird ein ec-Kartendieb und Betrüger, welcher auch prompt am 9. Februar 2008 von einem ec-Automaten aufgenommen wurde.

Man beachte bitte das Datum des Vorfalles und vergleiche es mit dem Tag der heutigen Meldung. Sind ja nur etwas über 10 Monate seitdem vergangen – sprich zeitnah.

Besonders pikant wird es aber, wenn man das “Fahndungsfoto” mal genauer betrachtet, denn auf dem Foto sind die Bankverbindungsdaten der gesteckten ec-Karte eingeblendet und das volle Pulle im Großformat (beim Klick auf das Bild) nebst Höhe der “geklauten” Geldmenge im Internet für alle einsehbar. Ein schwarzer Balken bewirkt manchmal Wunder! So haben gewiefte Leutchen es sehr leicht an Geld zu kommen …

So viel zum Datenschutz (“Schwärzung” von mir – originale Links, sofern noch verfügbar, von der Polizei) …

Wie die Polizei Datenschutz pflegt

Update: Die Internetwache hat die vertraulichen Informationen bereits retuschiert.