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Eure Letzten Euros Nun Abgeben (ELENA)

und schummeln oder den Staat übers Ohr hauen gilt nicht mehr, denn bald weiß er genau, was wir alle verdienen. Der Bundestag hat heute den elektronischen Einkommensnachweis verabschiedet – genannt ELENA. Dass dort sensible Datenberge aufgehäuft werden – davon will ich gar nicht sonderlich reden, sondern diesmal eher über das “Was bringt MIR/UNS das?”.

Zuerst einmal: was bringt es dem Arbeitgeber und dem Staat?

  1. Arbeitgeber: ca. 86 Millionen Euro Nettoentlastung pro Jahr
  2. Staat: Einsparung von ca. 60 Millionen Papierbescheinigungen (leider keine Währungseinheit)

Und jetzt für den Bürger? Für ca. 10 Euro erhält er alle 3 Jahre eine gültige Signatur.

Lohn- und Gehaltsdaten von rund 30 Millionen Bundesbürgern würden für den Fall aufbewahrt, dass sie “irgendwann einmal Anspruch auf Sozialleistungen haben könnten”.

Ich darf nicht einmal mit Kollegen über mein Gehalt sprechen, aber der Staat darf es wissen … nagut, also 30 Millionen Bürger mal 10 Euro macht 300 Millionen Euro Einnahmen pro 3 Jahre – ergo 100 Millionen Euro pro Jahr.

während der Arbeitnehmer für den Datenabruf und die bislang für ihn kostenlose Zusendung eines Einkommensnachweises zahlen müsse.

Es wird also propagiert, dass ICH die volle Kontrolle über meine Daten hätte, und wenn ich sie kontrollieren will, dann natürlich nur gegen Extra-Cash. Oder auf gut Deutsch: Damit die Unternehmen finanziell entlastet werden, wird der Bürger finanziell belastet.

Aber es geht weiter – keine Sorge.

Angesichts einer “tiefen Verunsicherung in der Bevölkerung in Bezug auf das Speichern von Daten” betonte Wegner, dass das ELENA-System die höchsten Sicherheitsstandards erfülle.

Genial. Selbstverständlich nur das Beste vom Besten. Auf heutiger Sicht versteht sich. Wie damals die Gardinenwerbung: mit Goldkante! Aber worauf es eigentlich ankommt, sagt folgender Ausspruch und den bitte ich wirklich mehrfach zu lesen:

 Es gewährleiste “die volle Kontrolle des Bürgers über seine gespeicherten persönlichen Daten”

Na? Verstanden, was der Gute meint? Ach, ihr seid der Meinung, WIR haben Kontrolle über die Daten? Dann bitte noch einmal lesen oder noch einmal einen Deutschkurs besuchen.

Ich mache es mal leicht und stelle den Satz inhaltlich nur anders um – die deutsche Sprache macht es möglich, Sätze umstellen zu können und der Sinn des Ganzen bleibt erhalten:

Über seine gespeicherten Daten gewährleistet ELENA (es) die volle Kontrolle des Bürgers!

Ja, richtig gelesen. Und dieser Mann hat noch nicht einmal gelogen, sondern nur feinste Rhetorik angewandt. Deutsche Sprache ist doch was Schönes, oder? Damit dürften viele Leute ihm auf den Leim gegangen sein, weil sie dachten er sagt das, was sie glaubten, dass er sagt.

Aber darum geht es letztendlich nicht. Es geht darum, dass der Staat nicht nur Staat ist, sondern die Wirtschaft ebenso mit drin hängt – Lobby und schwarze Koffer mit eingeschlossen – und entsprechende Verbände und mittlerweile staatliche Sicherheitsinteressen eine totale Kontrolle über den Bürger erlangen (wollen). Payback, Vorratsdatenspeicherung, eGK, ePerso, ePass, ELENA – das alles betrachtet mal bitte im Zusammenhang – besonders, wo die Berechtigungen (Zugriff) und Datenberge liegen.

Apropos: Schaut euch mal genau an, wie über den privaten Schlüssel bzw. MasterKey argumentiert und die Hoheit/Kontrolle darüber hin- und hergeschoben wird. Ich sagte ja mehrmals: der Staat hat den MasterKey für die Daten – aber er wird diesen ja niemals im Leben nicht “missbrauchen”. Das hat er NIE und wird er auch NIE, seine Machtstellung missbrauchen. Und ob der bei ihm selbst oder einer Firma oder Institut verweilt, ist doch vollkommen Wurscht. Der Mensch ist schlecht – es ist nur eine Frage des Preises.

Die “Gute Tat” der Woche …

Als ich heute auf dem Weg zur Bank an den Parkplätzen vorbeikam, sah ich das Fahrzeug einer meiner Nachbarn – der Schlüssel steckte im Schloss der Fahrertür. Nach meinem Bankbesuch, welches ca. 5 Minuten dauerte, war der Sachverhalt immer noch der Gleiche: Schlüss in Tür und keiner ist in der Nähe.

Ich habe das Fahrzeug abgeschlossen und den Schlüssel mitgenommen, um diesen in den Briefkasten des Nachbarn zu werfen – nur gab der Briefkasten in keinster Weise die Möglichkeit zu erkennen, welches Fach für den spezifischen Nachbarn gedacht war und der Nachname desjenigen war mir ebenso nicht bekannt.

Ich wartete, schaute ab von meinem Balkon, ob ich ihn sehe. Nach einer Stunde kam er vom Einkaufen und ich überreichte ihm den Schlüssel. Er hatte noch nichts davon bemerkt, dass er den Schlüssel zurückgelassen bzw. vergessen hatte und es fiel ihm ein Stein vom Herzen, dass sich jemand um die “Sicherung” seines Fahrzeuges gekümmert hatte.

Das ehrlich gemeinte und erleichterte Danke war für mein Ego eine wundervolle Geste :-) und als Abschluss des Tages war das Gläschen GlenFiddich ein doppelter Gaumenschmaus.

Sichere Kommunikation

Angefangen habe ich ja schon vor einer Weile: Nutzung von GnuPG unter Mac OS zum Verschlüsseln von Emails und anderen Inhalten. Es kann nämlich keiner garantieren, ob auch bei einer Vorratsdatenspeicherung die Inhalte von Emails weggelassen werden (sollen sie, aber wer kontrolliert es). Der Inhalt einer Email ist oft ziemlich verzahnt mit den sonstigen Informationen, die für den reibungslosen Versand von Nöten sind. Des weiteren ist eine Email, wie Artanis schon treffend formulierte, im eigentlichen eine Postkarte. Hinz und Kunz können ganz einfach darauf zugreifen und lesen – mit etwas Verständnis für die Materie bei denen vorausgesetzt.

Was ich vergaß, war meinen öffentlichen Schlüssel auch bekannt zu geben, wie es auch Artanis und Marcus bereits getan haben. Mein Schlüssel ist hier oder auf der Seite Über mich zu finden.