Getagged : Speicherung

Über den Tellerrand Nr. 18

Ja, ich bin erstmal wieder zurück. Man hat mich heute aus dem Gebäude für Weißkittel wieder herausgelassen. Tiptop bin ich zwar noch nicht, aber besser als nix. Und da ich gerade sehe, dass der letzte Tellerrand doch schon ein Weilchen her ist, kommen nun wieder ein paar gesammelte “Werke”. Los gehts …

  1. Egal ob Vielreisender oder nicht: Wie doof muss man sein, dass eine Institution die eigene Post öffnet und einscannt, nur um sie via eMail zuschicken zu können? Wer keine Familienmitglieder oder Freunde hat, die mal in den Briefkasten schauen können, der sollte sich Jemanden anstellen, der mal für 5 Minuten am Tag dies erledigt. Von Postgeheimnis hat da noch keiner was gehört, oder? Der Artikel steht da im Grundgesetz nicht ohne Grund!
  2. Still und heimlich hatte Mr. Schäuble versucht die polizeiliche Kriminalstatistik von 2008 an die Menschheit zu bringen. Verschwiegen hat er mal locker die Passagen über KiPo. Aber die Information darüber und der Bericht sind bereits im Netz, zB. bei Mogis! Und was sieht man da? Sinkende Werte auf fast allen Fronten: Besitz und Besitzverschaffung um ca. 25% runter, der angebliche kommerzielle Massenmarkt um fast 66% runter, Verbreitungsdelikte (also das Austauschen und Weitergeben nehme ich mal an) ist nahezu konstant und selbst die Fälle des schweren Kindesmissbrauches zur Herstellung von KiPo ist um knappe 20% gesunken. Es sind zwar immer noch Werte und Zahlen, die erschrecken, aber wenn ich nur von den Zahlen ausgehe, dann rechtfertigt das in keinster Weise die Einführung einer Internetzesnur zur KiPo-Bekämpfung, denn die Zahlen belegen, dass auch mit bisherigen Mitteln gute Ermittlungsarbeit möglich ist.
  3. Was andere Staats- oder ehemalige Staatsunternehmen dürfen, dass darf auch die Deutsche Post: Post speicherte Mitarbeiter-Krankendaten! Telekom, Post, Bahn? Und da traut der Großteil des Wahlviehs auch noch dem Staat mit all seinen “Wünschen” und “Forderungen” ohne jeglichem Datenmissbrauch? Och bitte …
  4. Wer des Lesens mächtig ist, dem lege ich (verursacht durch Fefe) folgenden Telepolis-Artikel ans Herz: “Sicherheit statt Freiheit”. Lesen, Verstehen und Selbsteinschätzung ..
  5. Und wieder einmal ein Link durch Fefe. Es ist anscheinend möglich selbst mit aktiviertem NoScript Plugin für FireFox den Surfverlauf auszulesen.
  6. Wenn Riesen, wie Sie’neh’mens und IBM etwas so richtig anpacken, dann geht das in die Hosen. Und wer zahlt? Warum frage ich eigentlich …
  7. Ach, und fragen sich einige, wieso es so düster auf dem Arbeitsmarkt aussieht? Naja, 750.000 Jobs werden durch 1-Euro-Jobber belegt. Obwohl sie sich anstrengen und sich mühen, gibt es meist keine Vollzeitstelle. Wozu auch, denn die Firmen sparen kräftig dabei und die, die sonst immer Zahlen, zahlen den Firmen die Arbeitskräfte (Nicht falsch verstehen, die 1-Euro-Jobber können für den Bockmist nichts).

LOL – wieso ist darauf vorher keiner gekommen? Youporn ruft auf seiner Seite gegen Internetsperren auf und verlinkt auf die Online-Petition … (via Fefe)

    Terroristenkinder

    Na? Schon interessant, welche Ausmaße das Ganze langsam annimmt? Die CDU will dem Verfassungsschutz erlauben, auch Daten von Kindern ab 14 – besser noch ab 12 – Jahren zu speichern. Und jetzt kommts: “Ziel sei eine bessere Überwachung terrorverdächtiger Minderjähriger”. Was sind bitte schön “terrorverdächtige Minderjährige”? Etwa diese hier? Dann können (und werden) sie auch gleich alle überwachen.

    Langsam müsste man es doch auch in der Bevölkerung peilen, was hier abgeht. Auf der einen Seite faseln die was von Missbrauch von Kindern und sowohl auf der einen, wie auch auf der anderen Seite “missbrauchen” sie die Kinder für ihre Machenschaften.

    Das Gesetz soll vor der Sommerpause geändert werden.

    Oha – so schnell schon? Und wann soll der Arbeitnehmer-Datenschutz beschlossen werden? Ach erst nach der Wahl?

    Man sieht, wo die Prioritäten liegen …

    Eure Letzten Euros Nun Abgeben (ELENA)

    und schummeln oder den Staat übers Ohr hauen gilt nicht mehr, denn bald weiß er genau, was wir alle verdienen. Der Bundestag hat heute den elektronischen Einkommensnachweis verabschiedet – genannt ELENA. Dass dort sensible Datenberge aufgehäuft werden – davon will ich gar nicht sonderlich reden, sondern diesmal eher über das “Was bringt MIR/UNS das?”.

    Zuerst einmal: was bringt es dem Arbeitgeber und dem Staat?

    1. Arbeitgeber: ca. 86 Millionen Euro Nettoentlastung pro Jahr
    2. Staat: Einsparung von ca. 60 Millionen Papierbescheinigungen (leider keine Währungseinheit)

    Und jetzt für den Bürger? Für ca. 10 Euro erhält er alle 3 Jahre eine gültige Signatur.

    Lohn- und Gehaltsdaten von rund 30 Millionen Bundesbürgern würden für den Fall aufbewahrt, dass sie “irgendwann einmal Anspruch auf Sozialleistungen haben könnten”.

    Ich darf nicht einmal mit Kollegen über mein Gehalt sprechen, aber der Staat darf es wissen … nagut, also 30 Millionen Bürger mal 10 Euro macht 300 Millionen Euro Einnahmen pro 3 Jahre – ergo 100 Millionen Euro pro Jahr.

    während der Arbeitnehmer für den Datenabruf und die bislang für ihn kostenlose Zusendung eines Einkommensnachweises zahlen müsse.

    Es wird also propagiert, dass ICH die volle Kontrolle über meine Daten hätte, und wenn ich sie kontrollieren will, dann natürlich nur gegen Extra-Cash. Oder auf gut Deutsch: Damit die Unternehmen finanziell entlastet werden, wird der Bürger finanziell belastet.

    Aber es geht weiter – keine Sorge.

    Angesichts einer “tiefen Verunsicherung in der Bevölkerung in Bezug auf das Speichern von Daten” betonte Wegner, dass das ELENA-System die höchsten Sicherheitsstandards erfülle.

    Genial. Selbstverständlich nur das Beste vom Besten. Auf heutiger Sicht versteht sich. Wie damals die Gardinenwerbung: mit Goldkante! Aber worauf es eigentlich ankommt, sagt folgender Ausspruch und den bitte ich wirklich mehrfach zu lesen:

     Es gewährleiste “die volle Kontrolle des Bürgers über seine gespeicherten persönlichen Daten”

    Na? Verstanden, was der Gute meint? Ach, ihr seid der Meinung, WIR haben Kontrolle über die Daten? Dann bitte noch einmal lesen oder noch einmal einen Deutschkurs besuchen.

    Ich mache es mal leicht und stelle den Satz inhaltlich nur anders um – die deutsche Sprache macht es möglich, Sätze umstellen zu können und der Sinn des Ganzen bleibt erhalten:

    Über seine gespeicherten Daten gewährleistet ELENA (es) die volle Kontrolle des Bürgers!

    Ja, richtig gelesen. Und dieser Mann hat noch nicht einmal gelogen, sondern nur feinste Rhetorik angewandt. Deutsche Sprache ist doch was Schönes, oder? Damit dürften viele Leute ihm auf den Leim gegangen sein, weil sie dachten er sagt das, was sie glaubten, dass er sagt.

    Aber darum geht es letztendlich nicht. Es geht darum, dass der Staat nicht nur Staat ist, sondern die Wirtschaft ebenso mit drin hängt – Lobby und schwarze Koffer mit eingeschlossen – und entsprechende Verbände und mittlerweile staatliche Sicherheitsinteressen eine totale Kontrolle über den Bürger erlangen (wollen). Payback, Vorratsdatenspeicherung, eGK, ePerso, ePass, ELENA – das alles betrachtet mal bitte im Zusammenhang – besonders, wo die Berechtigungen (Zugriff) und Datenberge liegen.

    Apropos: Schaut euch mal genau an, wie über den privaten Schlüssel bzw. MasterKey argumentiert und die Hoheit/Kontrolle darüber hin- und hergeschoben wird. Ich sagte ja mehrmals: der Staat hat den MasterKey für die Daten – aber er wird diesen ja niemals im Leben nicht “missbrauchen”. Das hat er NIE und wird er auch NIE, seine Machtstellung missbrauchen. Und ob der bei ihm selbst oder einer Firma oder Institut verweilt, ist doch vollkommen Wurscht. Der Mensch ist schlecht – es ist nur eine Frage des Preises.

    Sie predigten Wasser und tranken Wein!

    Wie bitte soll man den Artikel bei Heise werten? Neben Großbritannien geht jetzt auch Irland in die “sanfte” Offensive, denn noch “bitten” sie die Mobilfunk-Anbieter um die Speicherung der Inhalte und Adressen aller besuchten Webseiten ihrer Kunden, nebst der Inhalte, die via Webmail (also eMails und deren Inhalte) übermittelt werden.

    Was sagt denn eigentlich das Urheberrecht dazu, dass zB. meine Webseite mit meinen Fotos durch einen TK-Anbieter gespeichert werden soll? Ich erteile denen jedenfalls nicht die Erlaubnis, dieses zu tun – und ich denke, viele andere Webmaster und Inhaber ebenfalls nicht.

    Was aber am Meisten bedenklich ist, ist das schleichende Einführen der Speicherung von Inhalten, wie auch von privaten oder geschäftlichen eMails. Hier wird auch bewusst die Gesetzgebung umgangen, da ja “nur gefordert” wird – aber im Gespräch am großen runden Krisentisch saßen sie bereits schon.

    Ich warte darauf, dass auch bei uns Derartiges kommt. Bisher haben es die Inselaner immer vorgemacht, was “wir” bzw. unsere Regierung nachgeäfft hat. Ich bin mir sicher, dass durch irgend eine, bewusste, Lücke in Gesetzen dies auch bei uns in Deutschland Einzug halten wird. Und dann wird es aus sein mit unserem verbrieften Recht auf das Post- und Fernmeldegeheimnis im Grundgesetz und wieder ein Grundrecht wird flöten gehen.

    Es ist sichtlich primitiv und erbärmlich, dass fast alle Regierungen in den EU-Staaten zu Mitteln und Methoden greifen wollen, die sonst nur in China oder anderen SchurkensStaaten Verwendung finden, sich aber dennoch über das Unrecht und die Überwachung dort aufregen.

    Allein dem Staat Machtinstrumente in die Hand zu geben, mit denen er seine Macht trotz Abwahl erhalten könnte, ist undemokratisch. Die Instrumente derzeit sind vergleichbar mit einer Pistole. Ich möchte keine Pistole vor meiner Nase Weiter lesen …

    Ein Elefant vergisst nichts, liebe SPD … Wählbarkeit ade!

    Obwohl sie schon früher gegen Dr. Schäubles Massen-Überwachungspläne hätten sein müssen, zeigt sich jetzt, hervorgerufen durch die Datenmissbrauchsskandale, das wahre Gesicht der SPD. Ich hatte schon in früheren Beiträgen über die Bauchschmerzen und das Abnicken  einiger bzw. vieler Abgeordneter der SPD geschrieben.

    Jetzt ist das Geschrei groß und die SPD, welche die schlimmsten Überwachungs- und Datensammelgesetze nach ’45 mit “abgenickt” haben, gehen gegen Hr. Schäubles Pläne vor. Seien es diejenigen aus der SPD, die die Vorratsdatenspeicherung mit “Bauchschmerzen” abgenickt haben oder Dr. Wiefelspütz, der fast täglich andere Ansichten zu bestimmten Sachthemen vertritt – solange es nicht die Ansichten besorgter und fragender Bürger sind (ich empfehle mal die spitzen und in meinen Augen arroganten Antworten auf abgeordnetenwatch.de) – so definiert er und man sich als Volksvertreter. 

    Hier ein kleiner Auszug – ich kann beim besten Willen keine negativ gestellte Frage erkennen, welche eine derartige (und nicht die einzige in diesem Stil) Antwort verursachen könnte: Weiter lesen …