Man mag über die TAZ denken und halten, was man will. Man kann auch über den Hr. Schäuble denken und halten was man will. Meine Meinung zu ihm sollte ja hinsichtlich bekannt sein. Und ich glaube auch nicht, wenn ein Interview zwischen der TAZ und Hr. Schäuble abgedruckt wird, dass die TAZ dazu dichtet oder etwas erfindet.
Genau auf Grund dieses Artikels sehe ich meine Meinung über Hr. Schäuble mehr als bestätigt. Er sieht sich als Wahrer der Demokratie, bezeichnet die Kritiker und Demonstranten, welche in Berlin unterwegs waren, als Ängsteschürer und Verantwortungslose.
Ich halte diese Kritik für unberechtigt und ich halte auch die Ängste, die da bei jungen Menschen erzeugt werden, für falsch und unverantwortlich.
Ich frage mich wirklich, wer hier die Ängste schürt? Die Kritiker geben zu denken, was mit den Gesetzesänderungen passieren kann und wird. Hr. Schäuble und Mithelfer schüren die Ängste vor einem imaginären Feind – dem Islamistischen Terrorismus – mit Folge von massiven Freiheitseinschränkungen per Gesetz. Also? Wer schürt nun die Ängste und geht sogar noch einen Schritt weiter und bedroht in meinen Augen unsere freiheitliche demokratische Grundordnung.
Wer schürt denn diese Angst? Wer hat denn den Leuten eingeredet, dass eine sechsmonatige Speicherung ihrer Kommunikationsdaten eine Bedrohung der Freiheit sei? Das waren gewisse Medien, Organe wie das Ihre gehören leider bisweilen auch dazu. Dabei ist es eine Frechheit, dass wir uns ausgerechnet von der politischen Linken vorhalten lassen müssen, unsere Sicherheitsorgane seien mit der Stasi vergleichbar. Dahinter steckt bei manchen natürlich auch der Versuch, die Stasi im Nachhinein zu verharmlosen.
Entweder weiß er es nicht und kann die ganzen Abhängigkeiten nicht abschätzen oder er versucht uns für blöd abzustempeln. Die derzeitigen Fälle zeigen, wie einfach es auch den Rechteverwertern gemacht wird auf Vorratsdaten zuzugreifen – es ist einfach nur eine Definitionsfrage der Daten seitens der TK-Anbieter. Dass sie diese Daten länger als 8 Tage hätten nicht speichern dürfen (Flatrate), zeigt, wie schwammig und lückenhaft diese große Koalition Gesetze beschließt und das ehemalige Staatsunternehmen trotz brechen von Gesetzen und Urteilen auch noch unterstützt wird.
Herr Obermann hat bei den bekannt gewordenen Vorfällen richtig reagiert. Ich habe auch den Eindruck, dass bei der Telekom ein hinreichendes Maß an Sensibilität für die Schwere der Vorfälle und des Vertrauensverlustes vorhanden ist.
Wir wollen mal festhalten, dass Herr Obermann augenscheinlich von den letzten beiden Skandalen hätte Bescheid wissen müssen, da diese in seiner Amtszeit aufgetreten sind. Insofern ist es mir unerklärlich, wie Hr. Schäuble eine derartige Ansicht vertreten kann.
Ja, manchmal ärgert mich das schon. Besonders dann, wenn dieser Vergleich von Menschen kommt, die man eigentlich für gebildet hält. Die Gleichsetzung meiner Person mit der Stasi ist eine Beleidigung. Wer behauptet, es gäbe auch nur die entfernteste Ähnlichkeit zwischen der Realität in der DDR und in der Bundesrepublik, ist nicht nur geschichtsblind.
Aua! Das tut weh. Ich denke, ich habe einen relativen Überblick über die Geschichte, wie andere eben auch. Und als frei denkender Mensch bin ich auch in der Lage Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge ziehen zu können. Ebenso sollte alles mit einem kritischen Auge betrachtet werden, sodass eben nicht ohne Weiteres schleichend ein System erwacht, wie ’33. Ich verweise dazu gern hierauf.
Und wer von alle dem noch meint, Hr. Schäuble bringt Dinge klar auf den Punkt und will sich für uns als Bürger einsetzen, der kann, sofern er geneigt ist, mal folgende Kommentare sich zur Brust nehmen.
Ich bilde mir meine Meinung – Hr. Schäuble!