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Internetfilter

So wie es aussieht, werkelt die Große Koalition erfolgreich und fast unabänderbar im Geheimen im EU-Parlament an der Internetfilterung im Allgemeinen. Es ist zwar “nur” eine Empfehlung, aber die Vergangenheit hat gezeigt, was aus “Empfehlungen” wurden. Hier geht es nicht mehr nur um KiPo, sondern mitunter auch um Urheberrechtsverletzungen.

Obwohl die Fr. Zypries vehement öffentlich ablehnte, dass es so etwas wie Internetfilterung zur Aufspürung von Urheberrechtsverletzungen in Deutschland nicht geben wird, wird es diese dennoch geben – per Express aus der EU.

Ergo, um solche Verletzungen in Downloads usw. zu erkennen, muss der komplette Content, sprich der komplette Dateninhalt eines jeden Zuganges gefiltert werden. Und wer glaubt, dass andere Kommunikations- und Downloadarten davon nicht betroffen sind, dem sei eines gesagt: wie soll vorher ansonsten erkannt werden, dass es sich um “Illegales” handelt?

Es geht hier in der Empfehlung auch nicht darum, dass mitunter Provider nach Aufforderung eines Gerichtes bzw. eines gerichtlichen Beschlusses tätig werden – nein, es geht darum, dass die Rechteinhaber direkt das Recht erhalten, sich an die Provider zu richten.

Ich verweise hierzu einfach mal auf §5 des GG: 

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Und das wird es dann nicht mehr geben – denn sämtlicher Content wird durchleuchtet. Wenn das kommen sollte, dann ist mitunter die Deppen-Mail blanker Hohn bezüglich sicher und vertraulich – ich sag nur unverschlüsselt bis zum Provider!!!

Über den Tellerrand Nr. 4

  1. Die Regierung in Irland plant einen neuen Anlauf zur Abstimmung über den EU-Reformvertrag.
    Irgendwie muss man durch vehemente Wiederholungen dem Volk ja beibringen, dass deren Demokratieverständnis Mist ist. “Was? Ihr seid nicht dafür? Na dann wiederholen wir das, bis es euch aus den Ohren herauskommt … denn nur unsere Meinung ist die Einzige!”
  2. Wie unsinnig Urheberrecht sein kann, zeigt eine Entscheidung des LG Berlin. Als ob Buchhändler jedes Buch lesen müssten, was sie zum Verkauf anbieten. Da täte mir ja Amazon richtig leid, wäre das Urteil nicht zum Vorteil der Buchhändler entschieden worden …
  3. Bush in Abschiedsmission im Irak. Dass er im Allgemeinen nicht sonderlich beliebt war/ist, besonders dort im Irak, kommt spätestens bei seiner Ansprache  dort herüber. Auf die Schuhe, fertig, los …. man beachte bitte die Übersetzungen, welche eingeblendet werden – ich kann den Schuhwerfer verstehen …
  4. Zeitungsberichte über Demonstrationen oder polizeiliche Aktionen werden meist positiv den Polizeien gegenüber geschrieben und somit stehen zB. Demonstranten immer im schlechten Licht – egal wogegen und wie (friedlich) sie demonstrieren. Das belegt jetzt auch eine wissenschaftliche Arbeit - ich denke, die Zahlen sprechen für sich. Wo bleibt der investigative Journalismus? Achso? BKA-Gesetz und Vorratsdatenspeicherung behindern Journalisten massiv bei dieser Arbeit? Hmm … und wo ist der Aufschrei die Jahre gewesen? Dieser hier kann ja nicht alles gewesen sein, oder (Abschnitt Update)?
  5. Schon irre, welche Zusammenhänge man aus dem Allgegenwärtigen im Internet finden kann. Google Trend Labs macht’s möglich mit der Frage: Wie passen Kekse und Abnehmen über das Jahr verteilt zusammen? Dank an Fefe, für den lustigen Hinweis …
  6. Und zum Abschluss hat Ruthe bildhaft dargestellt, wieso Hr. Schäuble all unsere Daten braucht

“Illegal” downloaden, oder im Laden klauen?

Mal im Ernst. Wenn man die Überschrift so liest, dann heisst es klar: downloaden. Doch heutzutage werden durch die Abmahnindustrie immer größere Steine in den Weg geworfen. Erst jüngst, während meines Urlaubes, ist die neue Klausel des Urheberrechtgesetz verläutet worden. Und wenn man sich das Ganze wirklich mal auf der Zunge zergehen lässt und dabei bestehende Gesetze für Vergehen inkl. deren Höchststrafen betrachtet, dann wirft sich mir folgender frei erfundener Gedanke auf:

Wenn meine Tochter irgendwann zu mir kommt und etwas herunter geladen haben möchte (da ggfs. kein Geld für den “gewünschten” Schund übrig ist), dann sage ich ihr lieber, dass sie in den Laden gehen und sich das Original klauen soll. Effektiv kommt es der Familie günstiger. Wieso?

Wenn jemand klaut, dann hat jener einige “Fehlversuche” (erwischt werden) gut, bevor 5-10 Sozialstunden mal abgearbeitet werden müssen – und wenn zwischendurch aber 10-15 CDs den Weg in die Tasche, ohne dabei gesehen zu werden, finden, dann ist die Ausbeute im Vergleich zu dieser Strafe ein guter Schnitt.

Wenn aber diese CDs, sei es durch den Papa oder dem Kind, herunter geladen werden, dann muss der Papa für den ersten Verstoß als Störer haften und die horrenden Summen der Contentmafia kosten ihn dann 1-2 Monatsgehälter. Vorratsdatenspeicherung und Speicherung und Weitergabe von “illegal” erhobenen Verbindungsdaten durch die Provider sei Dank!

Und nun bitte noch einmal die Antwort zur oben gestellten Frage …