Oldie: Blade Runner

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Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stieß die Tyrell-Corporation in der Entwicklung von Robotern in die Phase Nexus vor – sie schufen ein, dem Menschen völlig identisches Wesen – den Replikanten. Diese k?nstlichen Menschen der Phase Nexus 6 waren stärker, beweglicher und mindestens ebenso intelligent, wie die Genetikingeneure, die sie geschaffen haben – hatten aber ein begrenztes Leben von 4 Jahren. Replikanten wurden als Sklavenarbeiter bei der gefährlichen Erforschung und Kolonialisierung anderer Planeten mißbraucht. Nach der blutigen Meuterei einer Nexus-6 Gefechtstruppe in einer Kolonie auf einem anderem Planeten, wurde den Replikanten unter Androhung der Todesstrafe die R?ckkehr zur Erde verboten. Spezielle Polizeieinheiten – die Blade Runner – erhielten den Befehl, jeden Replikanten, der auf der Erde entdeckt wird, zu töten. Man nannte es nicht Exekution, sondern aus dem Verkehr ziehen.

1997 erschien das, in meinen Augen, geniale Machwerk von Westwood. Die Geschichte spielt parallel zum Film von Ridley Scott, welches 1982 auf den Kinoleinwänden erschien.
[inspic=428,left,fullscreen,125]Ray McCoy, Anfänger bei der Abteilung „Rep Detect“, lebt in einem Apartment-Haus mit seinem Hund Maggie, an dem ihm viel liegt. Er soll einen Vorfall in Runciter’s Tierhandlung untersuchen, bei dem alle Tiere auf grausame Weise durch Replikanten umgebracht worden sind. Im weiteren Verlauf ereignen sich viele weitere Fälle denen McCoy nachgehen kann: Morde, illegalen Waffenhandel.
Die eigentliche Story des Spiels kann nicht genau wiedergegeben werden – denn darin liegt eine der Stärken von Blade Runner. Der weitere Verlauf ist von den Entscheidungen, Verlauf der Gespräche und der Sympathie f?r eine der Seiten abhängig und verändert sich stetig.
Bei seinen Ermittlungen trifft McCoy auf bis zu 70 weiteren Charakteren mit denen er in Aktion treten muss. Mit jedem neuen Spiel entscheidet der Zufall bei 12 Charakteren, welcher Gesinnung diese nachgehen. Sie können einerseits Menschen, andererseits Replikanten sein. Abhängig des Spielverlaufs können bei Blade Runner bis zu 8 unterschiedliche Enden aufgedeckt werden.

[inspic=411,left,fullscreen,125]Als damals, 1997, die Ger?chtek?che brodelte kamen Informationen ans Tageslicht die zu damaliger Zeit bahnbrechend waren. Zum einen die ?berragend umgesetzten Sequenzen und Locations, die in akribischer Detailverliebtheit nahezu der Verfilmung ebenb?rtig waren. Sie sind selbst heute (beachtet man die geringe Auflösung nicht) sehr stimmungsvoll und technisch ausgereizt in Szene gesetzt. Außerdem setzte Westwood nicht auf 3D-Beschleunigerkarten (die damals noch recht selten vorzufinden waren) und konnte dennoch mit Hilfe der „Voxels plus“-Technik die Charaktere dreidimensional darstellen. Die 3D-Modelle wurden während der Entwicklung und Gestallung in „freischwebende“ Pixelhaufen umgewandelt, die sich am eigentlichen Modell anlehnten und mit Hilfe dieses Verfahrens ein Pseudo-3D der Objekte oder Charaktere erzeugten. Ähnliche Techniken wurden in Armored Fist oder in der Comanche-Serie eingesetzt. Dieses Verfahren hatte einen zusätzlichen Vorteil: das Spiel lief auch auf älteren Rechnern ohne spezielle Grafikkarten. Insgesamt soll Westwood die f?r damalige Verhältnisse ungeheure Menge von ?ber 500 Gigybyte an Daten auf 4 CDs gebannt haben.

Das Spiel selbst benutzt viele im Film vorkommende Techniken und Hintergrundinformationen. Um eine Person als Replikanten zu ?berf?hren wird der Voight-Kampff-Tests angewendet. Die Voight-Kampff-Maschine ist eine weiterentwickelte Form des L?gendetektors, welcher die Kontraktionen der Iris und die Präsenz unsichtbarer, durch die Luft getragener, vom Körper emittierter Partikel, festellt.
[inspic=435,left,fullscreen,125]Als ein weiteres Highlight ist die Esper zu nennen. Die Esper ist hochauflösender Computer mit einer leistungsfähigen, dreidimensionalen Auflösungskapazität und einen kryogenischen K?hlungssystem. Neben vielen anderen Funktionen kann die Esper-Maschine Photos analysieren und vergrößern und erlaubt es, Untersuchungsbeamten einen Raum ohne selbst dort zu sein, zu durchsuchen.

Das Ganze ist stimmig sehr gut umgesetzt worden – gepaart mit einer sehr guten Geschichte die fantastisch erzählt wird.
F?r alle, die das Spiel noch nicht kennen – ich empfehle einen Blick hinein, denn Blade Runner zählt f?r mich mit zu den besten Adventure-Spielen der letzten Jahre. 🙂

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