Viel Schutz macht es nicht sicherer …

Heute war wieder ein Prachtexemplar von Rechnerinstallation auf meinem Tisch gelandet. Der Kunde tadelte die Geschwindigkeit seines Rechners an, welche in den letzten Wochen immer unerträglicher wurde. Zusätzlich, besser gesagt der Auslöser des an uns gerichteten Auftrages, bekam der Kunde beim Starten seines Rechners nur noch einen Bluescreen (BSOD) mit der alles sagenden Meldung „UNMOUNTABLE_BOOT_VOLUME„.

Ich muss ehrlich gestehen – eine derartige Meldung hatte ich noch nie zu Gesicht bekommen. Das Problem ließ sich aber in diesem Falle einfach lösen.

Mit Hilfe der Windows XP Installations-CD einfach in die Reparatur-Konsole wechseln, dann „chkdsk /r“ ausgef?hrt und das Start-Volume wurde erst einmal wieder repariert.

Nachdem das System wieder hochgefahren war, kam dann gleich der nächste Knaller. Insgesamt 4 unterschiedliche „Antiviren“-„Internet Security“-„All in One Hyper Schutz“ Softwareprodukte tummelten sich auf dem Rechner. Nach der Anmeldung am PC brauchte dieser sage und schreibe 4 Minuten, bis man ?berhaupt daran denken konnte ihn zur Ausf?hrung eines Klicks oder Sonstiges zu bewegen. Alles in allem befanden sich darauf: Norton Internet Security, Bitdefender, AVG (Reste, aber mit laufenden Diensten) und Antivir. Nachdem das Ganze gestartet war, war der Rechner auch sonst nicht groß schneller – fast 100%ige Auslastung.

Das Beste war noch, dass bis auf AVG (welches ja nur noch teilweise existent war) alles andere Testversionen waren – eingeschleust durch „Wir machen ihren PC sicher“-CDs oder zeitlich begrenzte Aktionen (wie auch die Software) seitens der Internet-Provider (AOL/1&1).

Nach Deinstallation aller Software-Lösungen und Installation eines Einzigen, war der Spuk vorbei.

Eine Erklärung, wieso der Kunde derartigen Software-Matsch produziert hatte, bekam ich noch nicht. Sicherlich lief eine Software auf Grund der Zeitbegrenzung aus und ohne diese zu deinstallieren, hat er einfach die nächste dr?ber geb?gelt.

Hmm, … nicht sicherer? ich muss die Überschrift revidieren, denn bei der Konstellation wäre es kaum zu einem Infekt durch einen Schädling gekommen – das System war eh zu ausgelastet, um sich mit noch mehr M?ll zu beschäftigen.

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2 Antworten

  1. Artanis sagt:

    Eben, eben… Das System würde ich auch als sicher einschätzen: Sicher vor dem DAU – äh Nutzer – und damit auch sicher vor jedwedem weiteren Schund, den selbiger noch hätte installieren können.
    Unsere Firmenrechner sind standardmäßig mit Symantec Antivirus ausgestattet. Das führte unter Windows 2000 zu dem üblichen Morgenritual: Rechner einschalten und erstmal nen Kaffee holen. Und jeden Donnerstag um 10:30 rattert das Ding dann los und zwingt den Rechner dann in die Knie. Ganz zu schweigen von den Hintergrundscans, die sich besonders bei der Java-Entwicklung bemerkbar machen: Jedes Java-Archiv wird gescannt. Heidewitzka, was ein Spaß…

    Aber auch hier sieht man wieder das Übliche: erstmal der Technik oder den anderen die Schuld geben, daß die eigene IT nicht läuft…
    Ich erlebe sowas zur Zeit auch auf Arbeit: Da wird ständig den eingesetzten Tools und Frameworks die Schuld gegeben, daß die Anwendung nicht läuft. Ich habe den werten Kollegen erstmal erklären müssen, daß es sich in allen Fällen um ein Layer-8-Problem handelt. Und die wußten zu allem Übel nicht mal was mit „Layer 8“ anzufangen. Damit ist alles gesagt…

  2. FireFox sagt:

    Ach ja, für das „Layer-8-Problem“ gibt es auch noch andere, teils lustige Synonyme. Wikipedia macht es möglich – und vor allem kann man sich das Eine oder Andere (wie auch Layer 8 ) selbst aneignen 😉
    Hier mal ein kleiner Auszug aus Wikipedia:
    Synonyme zu DAU sind auch:

    * CKI (Akronym) Chair-Keyboard-Interface deutsch: Stuhl-Tastatur-Schnittstelle (das Problem ist die …)
    * DAB (Dümmster anzunehmender Benutzer )
    * Das Problem befindet sich zwischen Tastatur und Stuhllehne
    * Das Problem sitzt vor der Tastatur
    * DVD (Depp vom Dienst)
    * Error in front of the keyboard (Fehler befindet sich vor der Tastatur)
    * Fehler 40, das Problem (der Benutzer) ist 40 cm vom Bildschirm entfernt
    * ID10T (Leetspeak-Schreibweise von „Idiot“ (ausgesprochen: „ID Ten T“))
    * KpnzG (Kunde passt nicht zum Gerät)
    * NTU (Never Trained User)
    * OSI Layer 8
    Bei einem „OSI Layer 8“ liegt das Problem nicht zwischen den spezifizierten Schichten 1 bis 7 (physikalische bis Anwendungsschicht), sondern bei der erfundenen Schicht 8 : dem Benutzer
    * PEBCAM (Akronym, Anlehnung an „Webcam“)
    problem exists between chair and monitor
    deutsch: Problem befindet sich zwischen Stuhl und Monitor
    * PEBKAC (Akronym)
    problem exists between keyboard and chair
    deutsch: Problem befindet sich zwischen Tastatur und Stuhl
    * PICNIC (Akronym)
    problem in chair not in computer
    deutsch: Problem auf dem Stuhl, nicht im Computer
    * RTFM-Fehler (Read The {Fuckin‘ | Full | Fine} Manual-Fehler; etwa: „Lies die {verdammte | gesamte} Gebrauchsanleitung“-Fehler)
    * SSU error (the Super Stupid User is the error)
    * UserNotQualifiedException
    deutsch: „Benutzer nicht qualifiziert“-Ausnahmefehler
    * User too stupid error (Benutzer zu dumm-Fehler)
    * UZD-Fehler User-zu-dumm-Fehler
    * UZB 512 User-zu-blöd, um Knöpfchen zu drücken
    * Z-Bus-Problem (Das Problem liegt Zwischen Bildschirm und Stuhl.)
    * ZDO-Problem (Das Problem liegt Zwischen Den Ohren.)

    Ich denke, mit der Zusammenfassung ist alles gesagt – nur sollte man es auch wirklich nur dann anwenden, wenn man es demjenigen nachweisen kann 🙂

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