Lachnummer beim Datenschutz

Manchmal frage ich mich, ob Stelleninhaber auch mal ihre Stellenbeschreibung vor Antritt ihres Berufes gelesen und auch verstanden haben. So ging es mir beim heutigen Artikel auf Heise. Bei dem dort angesprochenen und zitierten Herrn Weichert frage ich mich zusätzlich, wie er seine Position als Leiter des Unabhängigen Landeszentrums f?r Datenschutz rechtfertigt. Unabhängiger Datensch?tzer heißt nicht F?rsprecher der Wirtschaft zu sein, sondern glasklar Stellung dagegen zu beziehen, um die Daten vor möglichen Missbrauch zu sch?tzen.

Wie ich zu dieser Aussage komme?

Wir m?ssen zur Kenntnis nehmen, dass Verbraucherdaten ein wertvolles Wirtschaftsgut sind. Das Problem ist nicht der Handel, sondern die Art des Handels und wer hiervon profitiert …

Hoppla, ich glaube ich bin im falschen Film. Wenn also die Verbraucherdaten ein wertvolles Wirtschaftsgut sind, heißt das noch lange nicht, dass die Daten „richtig“ und nicht „falsch“ gehandelt werden d?rfen. Vielmehr bedeutet das, dass ?berhaupt nicht gehandelt werden darf – weder durch Verkauf, Ausleihe, Verschenken oder gar durch Vererbung. Und wenn einer profitieren soll, dann kein Krimineller, kein Unternehmen oder der Staat – sondern nur Derjenige, dessen Daten gesammelt und veräußert wurden.

Daten sind f?r Verbrecher, Staat und Wirtschaft ein wertvolles Gut – weil man so schöne Dinge wie direkte, unverlangte und nicht so leicht unterbindbare Werbung, Überwachung und Kontrolle des Volkes und Identitäts- und anderen Diebstahl realisieren kann (um nur einige zu nennen). Wenn ich also, wie im dazugehörigen Forum, Hehlerei legalisiere w?rde, unterbinde ich dann automatisch den dazu vorher nötigen Diebstahl? Nur weil etwas „wertvoll“ ist, kann es dennoch verboten werden: siehe z.B. Drogen.

Fr?her gab es noch keine Anhäufung von Datenbergen und deren Veräußerung in dieser Form an und durch die Wirtschaft – der Missbrauch und wirtschaftliche Nachteile durch Nichtnutzung waren faktisch bei null.

Fakt ist: Persönliche Daten d?rfen ohne Einwilligung des Opfers Betroffenen nicht erhoben, gespeichert und gar in jeglicher Form weitergegeben werden. Die Schwelle zum Missbrauch, wie in letzter Zeit gezeigt, ist sehr gering und was man damit alles erreichen, verkn?pfen und f?r Erkenntnisse daraus gewinnen kann, sollte fast Allen einleuchten – spätestens dann, wenn es zu spät ist. Meine persönlichen Daten sind keine handelbare Ware – sie gehören mir.

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2 Antworten

  1. Marcus sagt:

    Oh ja, als ich das gelesen habe dachte ich auch es hackt. Ich bin sehr wohl dafür das der Handel mit Adressen und sonstigen persönlichen Daten strengstens Verboten sein sollte ohne die Einwilligung des Inhabers.
    Alles andere ist m.M. nach nicht akzeptabel. Ein Verbot mit einer entsprechend hohen Strafe würde sehr wohl was bewirken, denn alle werden gefügig, wenn Ihnen nur doll genug in die Kasse gegriffen wird. Wenn eine Firma mit dem Ruin rechnen muss beim erwischt werden, dann werden sich das einige gut überlegen ob es das Risiko wert ist, da wette ich drauf.
    Solange Menschen in den Unternehmen arbeiten, wird es auch immer „Löcher“ geben durch die etwas durchsickert. Sowas kommt über kurz oder lang immer raus…

  2. FireFox sagt:

    Das mit den Strafen ist so eine Sache – finde ich. Ich denke mit dem Zitat von Pispers (Härtere Strafen …) kommt meine Ansicht an dieser Stelle ganz gut hin. Eigentlich hätten wir die Strafen heute schon – nur fallen die meisten Skandale in den Eimer „Ordnungswidrigkeit“ und deswegen kommen die Kandidaten mit einem blauen Auge und einigen hundert Euro davon.
    Das mit den „Löchern“ ist richtig: ich kann ein noch so gut abgeschottetes System haben – wenn ich aber Zugriffe zulassen, dann können auch die gewonnenen Daten immer abgezweigt werden – und mit Sicherheit wird es immer wieder passieren, denn die Daten sind nun mal da und Daten muss man auch nutzen in deren Ansichten.
    Es gibt doch nichts besseres, wie zB Payback, für die beteiligten Firmen. Das jeweilige Unternehmen weiss haargenau, was der Karteninhaber so alles Schönes einkauft, wann er dieses tut, mit welchem Umsatz.
    Du bist ja auch vom Fach – stell dir mal vor, wie einfach es ist den kompletten Einkauf einer Person damit zu speichern – und das über Jahre hinweg. Einkaufsvorgang W am Tag X mit Artikeln Y in Menge Z zu einem Preis P – das Ganze mal statistisch über einen Zeitraum T aufgeschlüsselt und dem Datensammler wird zum Beispiel relativ schnell eine Liste präsentiert, wann der Karteninhaber gern einen Joghurt oder ne Salami kauft, oder wann er seinen Laden meidet, was er gern isst und welche Vorlieben er hat oder was auch immer … die Möglichkeiten dahinter sind derart vielfältig, dass nicht einmal das mögliche Ausmaß im Eigentlichen bewusst wird.
    Und das ist nur Payback! Den restlichen 99% Datensammelkrams kann man sich gern selbst ausdenken …

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