Mathematik beim Bankenrettungsplan

Es ist ja nun fast amtlich. Nur unser Bundespräsident muss noch das Ganze unterschreiben – das Gesetz zur Rettung unserer Banken f?r lockere und bescheidene 400 Milliarden (400.000.000.000) Euro.

Im Prinzip ist der Beitrag von Artanis im Wesentlichen richtig. Ich möchte diesen aber etwas konkretisieren. Es geht hier nicht ums Verlieren, sondern ums Draufzahlen. Die Bundesregierung wirft einfach mal Geld aus dem Haushalt, welches wir alle an Steuern abgedr?ckt haben. Damit ich mein Geld behalten darf – in Einlagen von maximal 20.000 Euro – muss ich noch einmal Geld (in Form von Steuern) den Banken in den Rachen werfen.

Und jetzt kommt einfache Mathematik in der Form, so wie ich das Ganze sehe. Wer es genauer oder richtig haben möchte, darf mich korrigieren oder das Ganze erweitern.

Zu erst nehme ich mal an, dass 80 Millionen (80.000.000) B?rger fleißig irgendwie Steuern in gleichartiger Höhe leisten. Ich klammere definitiv Kinder, Rentner und sozial schwache B?rger mit ein, da einige mehr und weniger Steuern zahlen (Märchensteuer, Ökosteuer, Mineralölsteuer usw.) und so zusammen alles in einen Topf landet. Letztendlich geht es genau um diesen großen Topf, der ja f?r alle (Sinn einer Steuer) in gleichen und gerechten Maßen verwendet werden soll.

400.000.000.000 Euro / 80.000.000 Steuerzahler = 5.000 Euro/Steuerzahler

Das heißt f?r mich, ich zahle zusätzlich ?ber Steuern 5.000 Euro an die jeweiligen Banken, damit ich das Geld mehr oder gar nicht sicher habe, was ich ihnen in meiner Sparsamkeit und Opferbereitschaft anvertraut hatte. Meine 20.000 Euro kosten mich 5.000 Euro. Ergo sind meine 20.000 Euro eigentlich nur 15.000 Euro wert.

Habe ich nur 5.000 Euro angelegt, dann hätte ich auch gar nichts anlegen brauchen, denn die verschluderten Steuern zur Aushilfe der Banken kosten mich genau meine Einlagen. Und f?r alle anderen, die fleißig irgendwie Steuern zahlen, aber nichts sparen können bzw. d?rfen – vielen Dank f?r die 5.000 Euro.

Toll, oder? Der „Dumme“ (sprich wir) zahlt …

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7 Antworten

  1. Krecki sagt:

    Dann wäre es doch am sinnvollsten alles Ersparte auszugeben, dann kann der Staat einem nichts mehr nehmen, oder? 0,00 Erspartes bleiben 0,00 EUR Erspartes!

  2. FireFox sagt:

    Das ist ja das Problem Krecki. Auch wenn du es ausgibst, würde dich das nach meinem rechnerischen Verständnis auch 5.000 Euro kosten (über Steuern) – sprich 5.000 Euro wären immer in den Sand gesetzt …. so oder so. Für mich (bitte klärt mich auf, wenn ich falsch liege) riecht das nach indirekter bzw. versteckter Inflation, wenn meine, sagen wir mal, 20.000 Euro nur noch 15.000 Euro wert sind, oder?

  3. Jott sagt:

    Ganz so stimmt die oben erstellte Rechnung nicht, die 400 Mia. Euro – das Volumen liegt ja mittlerweile mit 480 Mia. sogar noch höher – bezieht sich auf die Übernahme von Bürgschaften. Die genannte Summe wird für den steuerzahlenden Bürger nur und erst dann zu tatsächlichen Kosten, wenn es tatsächlich zu Zahlungsausfällen bpsw. durch Bankenpleiten kommt… hier ein aktueller Link zum Thema:
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/rettungspaket134.html
    Viel besser wird das ganze dennoch nicht: Sparer und die Masse der Steuerzahler müssen ausbaden, was die Schönwetterkapitalisten in einem System, in dem die Finanzwirtschaft sich von der Realwirtschaft abgekoppelt und vor diese gestellt hat, in ihrem Profitstreben angerichtet haben. Sollte daher nicht grundsätzlicher bei einer langfristig orientierten Lösungssuche gedacht werden? Sollten nicht Fragen der (De-)Regulierung des Finanzmarktes neu diskutiert werden? Dass der Staat sich ja aus wirtschfatlichen Belangen raushält fordern Neoliberlisten immer so lange es ihnen gut geht, eine staatliche Einmischung, wenn es darum geht, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen wie im Falle der Bankenkrise ist dagegen willkommen…

  4. FireFox sagt:

    @Jott: Danke für den Hinweis. Ich glaube aber, dass es in dieser Größenordnung an Geldmengen es sich nicht mehr sonderlich auswirkt, ob (im maximalen Falle bei Inanspruchnahme) der Staat 400 Milliarden oder 480 Milliarden Euro den Banken durch die Tresore gepumpt hat.
    Ich stimme dir zu, dass es ja nicht zur Maximalausgabe kommen muss und dass es auch nur auf „Bedarf“ ist. Dennoch würde ich behaupten, dass die eigentliche Belastung (siehe Rechnung) ziemlich dem Ganzen nahe kommt, oder? Wenn man die Zahlen etwas korrigiert, dann sind es keine 5000 Euro mehr, sondern 6000.
    Dass hier Einiges massiv nach hinten losgegangen ist, dieses auch gemäß einiger Meldungen schon lange Zeit vorher absehbar war und jetzt von staatlicher Seite (auch in anderen Ländern) als notwendiger Schritt angesehen wird mit Geldern um sich zu werfen, um das Alles zu stabilisieren, zeigt, dass man sich erstens nicht über eine derartige Schieflage des Weltmarktes, trotz massiger Anzeichen, schon weitaus früher Gedanken gemacht hat und zweitens den Bürger zum Schutze seiner eigenen Ersparnisse wieder in die Tasche greift.
    Bezüglich der Regulierung – Kommunen, Länder und der Bund haben sich mehr oder weniger von ihren damaligen staatlichen Einrichtungen getrennt, damit der „Markt“ geöffnet und alles preiswerter wird. Was daraus geworden ist, sieht man mehr als deutlich. Interessant ist, dass es einige Kommunen im Land gibt, welche daraus gelernt haben und die ganzen ehemaligen Institutionen wieder eingekauft haben. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass diese mit Gewinn arbeiten und trotzdem preiswerter sind, als vorher in privater Hand.
    Vielleicht sollte das mal ganz oben ankommen – zusammen mit den anderen regulierungsbedürftigen Problemen.
    Was ich mich immer mal wieder frage: was wäre, wenn wirklich alle mal ihr Geld (vorausgesetzt, es ist durch die Einlagensicherung abgedeckt) von ihren Konten und Sparbüchern abziehen? Da hilft keine €-Spritze mehr und man könnte diese, wie du sagstSchönwetterkapitalisten zur Strafe gegen die Wand fahren lassen …. aber mit Sicherheit wird dann wieder angefangen schön zu reden, dass man doch die ganzen Arbeitsplätze nicht gefährden soll …

  5. Jott sagt:

    @FireFox: dein Gedankenexperiment ganz am Schluss finde ich besonders spannend… ja, was würde dann passieren?? Das würde den absoluten Kollaps bedeuten, nicht nur auf das Bankenwesen bezogen, sondern mit allem, was davon abhängt… Wenn man bedenkt, wie der Geldmarkt funktioniert, wären das jetzige 480 Milliarden-Rettungspaket nicht mal mehr ein Tropfen auf den heißen Stein… hehe… allerdings hätten dann wohl nur Leute ihren Spaß daran, die ohnehin nichts materiell nichts zu verlieren hätten 😉
    Zum Thema Geld hab ich vor 2/3 Jahren mal eine etwas vereinfachte, aber doch gelungene Animation gesehen, die es mittlerweile – wie eigentlich fast alles – auch bei Youtube gibt…. http://de.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ
    Vielleicht kennst Du sie schon … übrigens gefällt mir Dein Blog echt gut … bin erst heute drauf gestoßen …

  6. FireFox sagt:

    @Jott: Das Video bzw. die 3 Teile davon kannte ich noch nicht. Ist auf alle Fälle sehr interessant zu sehen. Danke für den Hinweis.
    Mit solchen Gedankenexperimenten muss ich mich den halben Tag beschäftigen – sei es bei Problemlösungsfindung auf Arbeit, auffällige Alltagsgeschehen oder, wie die letzten Monate hier im Blog angehaucht, in der kruden Politik, wo man gar nicht mehr so quer denken kann, wie es einem vorgegaukelt wird.
    Tja – wenn alles krachen geht, dann sollte man Selbstversorger sein. Ich glaube da haben die Bauern erstmal gute Karten … vlt. sollte ich meinen Eltern Bescheid geben, dass sie ihre Bestände an erneuerbaren tierischen und biologischen Nahrungsmitteln aufstocken sollten … schliesslich wird das Geld knapp.

    Und danke fürs „Lob“ 😉 Ich tu, was ich kann.

  1. 17. Oktober 2008

    […] Dank für den Hinweis durch Jott möchte ich das geschätzte Augenmerk auf ein Animationsvideo in 3 Teilen lenken, welches auf […]

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