Wie sich Politiker mit ihrem Wissen über den ePerso disqualifizieren

Über die mangelnde Kompetenz einiger Politiker brauche ich nicht reden. Da saß jemand und entschied ?ber Finanzen, der in Mathe gerade so 2+2 zusammengezählt bekam, Großstadt-Cowboys erklärten den Bauern, wie sie in der Landwirtschaft zu agieren haben oder Menschen bestimmten ?ber die Armee, hatten aber niemals nie nicht gedient.

Sei es drum – was gestern in einer Lesung zum ePerso von sich gegeben wurde, dass sprengt schon gewaltig meine Toleranz ?ber Personen in falschen Positionen und mit Unkenntnis gesegnete Entscheidungsträger. Hauptsache man kommt zu Wort und kann Seifenblasen in die luftleeren Räume ablassen.

Es solle aber auch Betr?gern durch biometrische Kontrollen ein Strich durch die Rechnung gemacht werden, die sich einen echten Ausweis mit dem Lichtbild einer Person besorgen, die ihnen ähnlich sieht. Zugleich betonte Binninger, dass es der Union lieber wäre, wenn neben dem Gesichtsbild auch die Aufnahme zweier Fingerabdr?cke wie beim E-Pass verpflichtend vorgeschrieben w?rde.

Hatten wir das nicht schonmal? Die Statistik beruft sich auf ca. 200 Fälle bei mehreren zig Millionen ausgestellten Ausweisen. Wozu also? Um die restlichen 0,0000025% auszumerzen? Restrisiko ist ?berall und bei den Ausweis (nicht elektronisch) ebenso – und vor allem verschwindend gering dazu. Zum Thema Fingerabdr?cke hole ich etwas später aus.

Man m?sste dazu in nächster Entfernung eine Abhöranlage mit Mikrofonen einrichten und bräuchte leistungsstarke Rechner zu Entschl?sselung der Mitschnitte.

Aua! Den RFID-Chip mittels Mikrofon auslesen? Hat der ePerso Sprachausgabe oder macht Geräusche? Bitte sagt mir, dass das nur ein Abtippfehler war. Und zur Sache mit den „leistungsstarken Rechnern“. Wer sich mal die Leistungskurve der letzten 10 Jahre ansieht, wo fast alle 2 Jahre sich die Leistung verdoppelt, der wird bemerken, wo wir in 10 Jahren stehen werden. Und wie lange ist ein Ausweis g?ltig? 10 Jahre? Ui, dann kann ich vielleicht sogar schon mit meinem Handy die Verschl?sselung knacken – wenn es nicht schon vorher einen einfachen Hack gibt – und das mit Sicherheit. Und ?berhaupt: Es gibt Technik, welche auch die gew?nschten einzusetzenden RFID-Chips aus mehr als nur 20cm Entfernung auslesen kann.

Die Antragszahlen f?r E-Pässe zeigen f?r Hofmann zudem, dass viele „Vertrauen in die neue Technologie gefasst haben“.

Och, bitte werter Herr Hofmann. Wie kann man Vertrauen in Technologie damit erklären, dass man den ePass nutzen muss. Es gibt keine andere Wahl, wenn ich außerhalb der EU verreisen möchte. Und wenn es keine andere Wahl gibt, dann muss ich in den sauren Apfel beißen, wenn ich ins Ausland will, oder bleibe daheim. Das aber mit Vertrauen gleichzusetzen entbehrt jedweder Logik. Es ist erstaunlich, wie man an der Stelle Bananen mit japanischen Autos vergleicht. Es gibt ?berhaupt keinen Zusammenhang zwischen A und B.

Entweder brauche der Staat zwingend den Fingerabdruck oder nicht. „Alles andere ist der Einstieg in eine biometrische Totalerfassung, weil ein Aufsatteln jederzeit möglich ist.“ Über kurz oder lang w?rden wieder Forderungen nach Einrichtung einer Zentraldatei der Biometriemerkmale aufkommen.

Wahrlich prognostizierend, wie wir es alle schon miterlebt haben. Das Thema nennt sich Zweckbindung und wie mitunter bei der Maut wissen wir, wie zuverlässig Zweckbindungen und Versprechen sind. Auch wenn Frau Pilz gern f?r die Gegner (wie meiner Einer) ist, dann sollte sie es auch hier bessere Beziehungen zwischen Fingerabdr?cken und dem Speichern machen. Meine Fingerabdr?cke gehören mir. Sie sind Teil meines Erbgutes und ein eindeutiges Identifikationsmerkmal meiner Person. Und solange ich nicht einer strafbaren Handlung eindeutig f?r schuldig gesprochen wurde, hat auch kein Anderer was damit anzufangen oder zu speichern. Ich meine wirklich, wenn schuldig gesprochen und nicht schon bei möglichem Verdacht.

Wichtig sei ferner, dass die Fingerabdr?cke nirgends in den Ämtern gespeichert „und erst recht nicht abrufbar sein“ d?rften.

Also, wer soll ihnen das denn abkaufen, Herr Hofmann? Fingerabdr?cke werden im Amt abgenommen und m?ssen irgendwie ja bis zur Bundesdruckerei ja gespeichert sein. Vom Amt bis zur Druckerei kann Vieles passieren und kopiert werden. Wir leben nicht umsonst in einer Informationsgesellschaft.

Eine Manipulation der auf dem kontaktlos auslesbaren Chip im Ausweis vorgehaltenen Daten bezeichnete auch der SPD-Innenpolitiker als „weitgehend ausgeschlossen“.

Eigentlich geht es nicht um die Manipulation. Dass diese aber weitgehend ausgeschlossen ist, das ist sicherlich nur in ihren Träumen so Herr Hofmann. Einige Zeilen vorher habe ich auf den „Hack“ eines ePasses aufmerksam gemacht. Insofern wird auch der Ausweis manipulierbar – so wie der ach so sichere ePass.

Auch das Erstellen von Bewegungsprofilen sei praktisch nicht möglich. Bei den nun anstehenden Beratungen im Innenausschuss sei noch dar?ber zu diskutieren, wie sicher die geplanten neuen Möglichkeiten etwa zur An- und Ummeldung von Kraftfahrzeugen, zur Online-Bekanntgabe eines Wohnungswechsels oder zur Kontoeröffnung bei einer Bank ?bers Netz seien und ob sie von den B?rgern ?berhaupt angenommen w?rden. 

Och menno Herr Hofmann. Wie kann man sich nur derart disqualifizieren? Gerade weil alles mit meiner Identität verkn?pft ist, ich mit dem komischen Ausweis alles machen kann, meine Online-Geschäfte damit realisieren soll und das Ganze wegen der Rechtsgeschäftssicherheit auch durch die Läden und Shops gespeichert werden muss – gerade deshalb im Zusammenhang mit der VDS und ELENA und der eGK macht es zu einem gefunden Fressen f?r alle diejenigen „Überwacher“, die wissen wollen, was, wer, wie, wo und wann macht. Schonmal dar?ber nachgedacht?

Der massenhafte Einsatz eines hoheitlichen Dokuments etwa bei Online-Bestellungen schaffe eher „mehr Sicherheitsl?cken, als er schließen kann“. Die Identifikationsfunktion biete der „Phishing-Mafia“ angesichts der löchrigen Schutzvorkehrungen privater PCs ein neues Betätigungsfeld.

Hier spricht der Herr Wieland Worte, welche ich bereits vor einiger Zeit auch öffentlich auf meinem Blog kund tat

Was soll ich also von der Veranstaltung halten? Bloßes Mund aufmachen und bewegen, wie ein auf Grund gelaufener Kabeljau? Wenn es denn doch mal so wäre, aber ich glaube die Eckkneipe war interessanter, als sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.

Da der entsprechende Tagesordnungspunkt f?r nach 21:00 Uhr angesetzt war, gaben die Abgeordneten ihre Reden zu Protokoll.

Ich kann Pispers nicht oft genug zitieren – und es passt fast ?berall!

Was meinen Sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen w?rden, was hier los ist!

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1 Antwort

  1. 23. Oktober 2008

    […] sehe ich das Gleiche für unseren ePerso kommen – und prognostiziert hatte ich es mehrfach. Nicht alles was technisch machbar ist, sollte auch umgesetzt werden, denn es […]

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