Banal, aber nicht immer naheliegend …

So ähnlich könnte man einen Teil auftauchender Computerprobleme  kategorisieren. Heute war so ein Fall. Ein geschätzter Kunde rief verzweifelt um „Hilfe“, da der Primärserver nicht mehr funktionierte. Es wurde mehrfach versucht neu zu starten, aber das Windows SBS 2003 wollte nicht booten. Ich wurde gebeten, auch wenn es Wochenende ist, mich dieses Problems anzunehmen, da wichtige geschäftliche Produktionen noch zu erledigen wären, die unaufschiebbar sind. In meinem Kopf gingen schon die Alarmglocken an und ich versuchte währenddessen unterschiedlichste Szenarien durchzuspielen und mögliche Problemfelder einzukreisen.

Da ich etwas Zeit hatte, weil die Familie den wohlverdienten Mittagsschlaf wahr nahm, spurtete ich zum Kunden. Dort angekommen „begutachtete“ ich den Sachverhalt. Schwarzer Bildschirm mit blinkendem Cursor und frequentiell aktiver Festplatten-LED. Ein Blick gen Datensicherungsfestplatte gen?gte: ich zog das USB-Kabel davon ab und startete den Server erneut. Und siehe da – der 2k3 Server startete.

Was war passiert? In der Nacht ist ein BSOD (Blue Screen Of Death) aufgetreten. Da das System so konfiguriert war, dass bei einem schwerwiegenden Fehler ein Neustart initiiert werden sollte, tat es auch genau das. Es startete neu. Die via USB angeschlossene Festplatte, welche f?r die Datensicherung genutzt wird, drängelte sich an erster Stelle der zu startenden Datenträger. Da keinerlei Bootinformationen darauf zu finden sind und das BIOS, wie auch bei vielen anderen Systemen, nicht in der Lage ist USB-Datenträger f?r den Bootvorgang auszuklammern, blieb das Ganze an der Stelle stehen. Ohne Funktion.

Problem gelöst, Kunde erfreut, innere Zufriedenheit erhöht – mehr kann man an der Stelle nicht erwarten. Und da nach R?cksprache mit der Geschäftsleitung dieses Problem als zu banal eingestuft wurde, wird jetzt auch eine Liste mit Erste Hilfe Maßnahmen erstellt – damit unnötige Kosten und Aufwand gespart werden 🙂

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11 Antworten

  1. Na aber, so banal doch auch nicht. Schließlich ging der Druck einer Sonntagszeitung daran. Was wäre passiert, wenn diese nicht gedruckt worden wäre? Nicht auszudenken.

    Somit ein Wochenende mit der Genugtugung, immerhin 58.000 (Exempare) x zira drei Leser/innen = zrika 170.000 Leserinnen und Lesern eben dieser besagten Sonntagszeitung die bestellte Lektüre gesichert zu haben.

    Nachdenkeswert ist aber noch, wie sich ein solches Problem in Zukunft völlig ausschliessen lässt mit dem Server.

    In diesem Sinne für heure noch einen schönen Restsonntag wünscht

    Ihre Kundschaft

  2. FireFox sagt:

    Das Ursache des Nicht-Funktionierens des Servers war banal – eben auf Grund der schnellen Abhilfe. Das, was als Folgen eines banalen Problems ansteht, ist mit nichten banal, sondern hochgradig „gefährlich“. Es kann eine Menge Geld, Aufträge und respektive Vertrauen seitens der eigenen Kundschaft in die produktive und denkerische Kraft kosten. Güter und Werte, welche in meinen Augen heute, wie auch in Zukunft, immer wichtiger sein sollten in Hinblick auf die so genannte „Servicewüste Deutschland“ …

    Kein System ist zu 100% sicher bzw. 100% stabil. Insofern denke ich, dass es schwer bis gar unmöglich wird, dieses Ziel zu erreichen. Was aber möglich ist, dass man für die fehlenden 1% Restsicherheit Szenarien in der Tasche hat, um diese so kurzfristig wie möglich zu meistern.

    Ich wünsche ebenfalls noch einen schönen Restsonntag.

  3. Krecki sagt:

    Für IT-ler sind manche Probleme „banal“, für andere eben nicht. Dafür gibs uns ja! Wichtig ist ja nur das Ergebnis und wenn das den Kunden zufriedenstellt, dann ist jede Lösung, so banal sie auch ist, entscheidend.

    In diesem Sinne…

  4. FireFox sagt:

    Von der Seite betrachtet hast du natürlich recht, Krecki. Ich denke, dass was für uns banal ist, aber was für Folgen für den Kunden verbunden ist, wenn „wir“ uns nicht darum kümmern, kommt relativ gut rüber, oder?
    Faktum: Problem schnellstens gelöst und Produktivität wieder hergestellt. Das allein zählt 🙂

  5. Kleiner Nachtrag, nachdem nun ein paar Tage Zeit zum Nachdenken war: Warum wurde oder wird eigentlich keine Bedienungsanleitung geliefert? Das würde das Ganze doch ungemein erleichtern, oder? Nicht vergessen, dass das unbedingt zu realisieren ist.

  6. pixel sagt:

    hui … ich les ja nun seit geraumer zeit deinen blog mit :-)ß gefällt mir durch aus ..
    aber nun mal was aus it sicht … ne usb platte als backup ? wow .. und das an nem kritischen system ? ich denke das sowas im privatsektor funktioniert aber doch nicht in einer firma …

    mhhh ..
    pixel

  7. FireFox sagt:

    Kommen wir an der Stelle einfach mal in Richtung Kosten/Aufwand/Nutzen für kleine bis mittlere mittelständische Unternehmen. Es wird täglich mehrfach auf ein externes Sicherungsmedium gesichert (hier USB-Platte), täglich werden die Datenträger gewechselt (Rotation je Woche, je Tag eine HDD) inkl. eigenständiger Wochenendsicherung.
    Von Bandlaufwerken jeglicher Art habe ich mich schon lange verabschiedet. Software wie Acronis True Image oder *seufz* LiveState Recovery haben in dieser Sparte Wunder vollbracht und für weitaus weniger Ausfallzeiten gesorgt.
    Es ist derzeit für den Mid-Bereich ein ausgewogener Kosten/Nutzen Effekt vorhanden mit hoher Wiederherstellbarkeit des Systems auf gleicher, wie auch auf völlig unterschiedlicher Hardware (Universal Restore).
    Die 2 Male, wo bei den vielen Kunden unsererseits ein Server mal krachen ging, war dieser mit diesem Sicherungsverfahren innerhalb 3 Stunden wieder einsatzbereit bzw. am nächsten Tag, wenn Hardware nicht adhoc vorrätig war. Und das mitunter mit Datenbeständen die kaum älter als ein Tag waren – oder noch weniger, je nach Häufigkeit des Sicherungszyklus pro Tag.
    Ich denke, das ist ausgewogen im Vergleich zu weitaus teureren Verfahren mit wahrscheinlich gleichem Ausfallaufwand.
    Ok – man könnte Ersatzhardware komplett bereitstellen und Systeme redundant gestalten bzw. das Hauptsystem „live“ auf das Backupsystem klonen. Aber mal im ernst – wer soll das zahlen?

  8. pixel sagt:

    mhhh .. ok … auf den ersten blick klingt es logisch … aber soll das bedeuten, dass ihr 6 usb platten in der rotation habt ?? was ist mit monatssicherungen werden diese dann weggeschlossen, also die platte ? klar bringen image toolz ne menge zeitvorteil aber irgendwie bin ich noch immer fan von nem guten lto laufwerk 😉 kann daran liegen das ich diesen usb systemen nicht über den weg traue …

  9. FireFox sagt:

    Die nicht genutzten Platten werden weggeschlossen – physisch an einem anderen Ort (Bankschließfach). Es ist zwar Aufwand, aber immerhin besser, als wie bei einigen Kunden damals gesehen (trotz mehrfacher „Ermahnung“), dass die Bänder neben dem Röhrenmonitor stehen. Da werden dei Daten doppelt so gut lesbar.
    Zusätzlich erhöht sich der Versicherungsschutz – jede Firma, die auf diese Daten angewiesen ist, kann mit solchen Verfahren ihre Beiträge senken. Sollte es doch mal dazu kommen, dass Daten im HQ und der Bank flöten gehen, dann ist das Ganze auch noch sehr gut finanziell abgesichert.
    Das LTO werde ich mir mal ansehen – vor allem preislich. Wie ist es dort mit der Möglichkeit den Server komplett wieder herzustellen? Was sagt die Geschwindigkeit des Schreibens und Lesens im Reellen?
    Sicherlich hatte ich auch meine Probleme mit USB-Geräten. Stabil ist es auf Dauer nicht – zugegeben. Da aber tägliche Prüfungen der Images laufen, ist das Problem nicht mehr unbedingt ein Problem. Die Daten allein nur auf USB zu halten – da stimm ich dir zu – würde ich persönlich nicht. Aber als Backupmedium eines ausfallsicheren Datenträgersets ist es imo geeignet – aber nur, wenn es mehr als 1 ext. Platte gibt. Sonst ist der Sinn gleich 0.

  10. pixel sagt:

    hehe, ja das mit den bänder neben dem laufwerk kenn ich von früher und auch selbst in grossen unternehmen hab ich so einiges an „seltsamen“ backupkonzepten kennen gelernt 😉

    die lto – bänder sind in meinen augen im moment das beste backupmittel für mittelstädnige unternehmen gekoppelt mit nem hdd backup …

    aber ich glaube das ist alles eine frage der persönlichen erfahrungen .. jeder gibt halt einem it system seine „eigene“ note …. das fängt an beim netzwerkdesign, geht über die serverstruktur inkl. backup bishin zum client 🙂

    auf jedenfall hier nen interessanter blog der auch in meiner blogroll ist …

    gruss
    dirk

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