Kinderstation? Gruselkabinett trifft es eher …

Ich hatte mich ja schon bei der Geburt unserer L?tten im Blog zur?ckgehalten, aber was ich gestern im Klinikum Brandenburg zu Gesicht bekommen habe, dass verschlägt mir völlig die Sprache. Deswegen schreibe ich es einfach mal auf.

Da unsere L?tte ins Krankenhaus musste, wurden sie auch zwangsweise auf die Kinderstation verlegt. Als wir dort mit ihr ankamen, musste ich bereits den größer werdenden Kloß im Hals herunterw?rgen. Zwei Schwestern standen im Flur herum, während aus fast allen Zimmern laute Baby- und Kinderschreie zu vernehmen waren. Herzerweichend ohne Ende. Kein Wunder, dass Kinder Angst vorm Arzt oder Krankenhaus haben. Das ist ja das reinste Gruselkabinett …

Wir wurde auf ein Zimmer geschoben, wo ein kleiner Junge, mit einem Tropfzugang im Kopf weinend am hin und her zappeln war. Die Schwester war sichtlich unber?hrt und ging wieder. Unterdessen versuchten wir unsere L?tte, wie auch den kleinen Bettlieger zu beruhigen, was uns auch gelang und der Kleine ebenso uns ein Lächeln zum Besten gab. Wenige Momente später kamen die Schwestern, schoben das Bett des Jungen samt Inhalt in einer derart unsanften Art und Weise aus dem Zimmer – unglaublich. Mehrfach ?berall an Wänden und T?rrahmen aneckend wurde der Junge ins Nebenzimmer gesteckt, woraufhin er durch sein Jammern und Weinen den bereits darin liegenden Jungen mit zum Weinen brachte. Gek?mmert hatte sich keiner der Damen. Sie ließen die Kinder schreien und taten es mit dem Spruch ab: „Ach, wer meckert denn da – ist doch alles ok!“. Keine Nähe oder F?rsorge bzw. Anteilnahme – behandelt wie St?ckgut. Schwestern, die völlig seelenlos wirken.

Die Kinderstation selbst ist eine völlige Bruchbude. Wenn man denkt, östlicher kann ein Gebäude nicht sein, dann wird man eines besseren belehrt. Das war aller tiefster Osten, noch schlimmer als die Plattenbauten im Ghetto. Die Fenster nicht aufmachbar, eine stickige Luft vom Feinsten und gel?ftet wird anscheinend durch die Schwestern auch nicht. Zumindest hatte ich gestern und heute fr?h nichts dergleichen zu Gesicht bekommen und meine bessere Hälfte ebenfalls nicht.

Ebenso wird auch nicht ergr?ndet, wieso vielleicht das eine oder andere Kind die fertig gemachte Milch nicht trinken oder das Essen nicht zu sich nehmen will. Schon gar nicht, ob vielleicht eine Abneigung gegen bestimmte Milch- oder andere Pulver vorliegen – und das ist nicht einmal abwegig, wenn man an Allergien oder Sonstiges denkt. Dann kriegt das Kind eben halt nichts. Irgendwann wird das Kind schon Hunger haben. Wir hatten vorsorglich eine Menge an Pulver und Essen mitgenommen, da auch unsere L?tte das Zeugs nicht essen und trinken wollte.

Wir können von Gl?ck reden, dass meine bessere Hälfte bei der L?tten geblieben ist. Sie, als auch ich, könnten es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren sie dort ganz allein zu lassen. Das hat nichts mit „Nicht loslassen“ wollen zu tun, sondern einfach mit den Umständen dort vor Ort. Man muss sich das einfach wirklich mal ansehen, was dort abgeht und wie distanz- und gef?hllos dort gearbeitet wird.

Nähere Ausschweifungen und Verbalkonstrukte erspare ich mir hier. Schaut euch das Ganze selbst an und hofft, derjenige/diejenige der/die Kinder hat, dass euer Kind dort niemals reinkommen wird ….

Einfach gruselig und Horror!

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6 Antworten

  1. Artanis sagt:

    Du beschreibst da ja wirklich furchtbare Zustände. Und ich hoffe für Deine Lütte, daß sie da so schnell wie möglich wieder herauskommt.
    Allerdings sollte auch die andere Seite der Medaille betrachtet werden und vllt. die Frage erlaubt sein, ob die Schwestern nicht durch die Arbeitszustände absolut überfordert sind. Genau dieses Thema ist ja in letzter Zeit auch in aller Munde, es fehlt überall an Geld. Und dummerweise muß dann genau an der falschen Stelle gespart werden: Bei der Patientenversorgung. Das betrifft sowohl bauliche Zustände, als auch Ausstattung sowie Personal. Und natürlich keine Aussicht auf Besserung…

  2. Krecki sagt:

    Unser Kleiner war mit 8 Wochen aucn 3 Tage in der Klinik gewesen. Ganz soo schlimm wie du es beschreibst fanden wir es nicht. Das die Kinderstation tiefster Osten ist kann ich bestätigen. Die Schwestern waren aber ganz nett gewesen. Meine Frau ist auch da geblieben, was auch gut war. Soviel Vertrauen hatten wir dann auch nicht. Dann wünsche ich auch mal gute Besserung und hoffe dass unser vorerst nicht mehr ins Krankenhaus muss!

    Vielleicht solltest du mal deine Anmerkungen ans Krankenhaus schicken?

  3. FireFox sagt:

    Ich will das Ganze auch nicht sonderlich hoch aufbauschen. Das musste einfach mal raus – meckern halt. Die Damen dort sind relativ nett (hab mit denen gesprochen), aber es ist vornehmlich so, dass die Stationen vollkommen unterbesetzt sind (meine Meinung) und somit sich nicht voll und ganz den kleinen Menschlein widmen können, wie man es eigentlich für solch ein Alter tun sollte. Jedenfalls ist es auch schichtbedingt – bei der Schicht, wo wir reinkamen war genau das im Beitrag beschriebene aufgefallen. Bei der gestrigen war der Eindruck positiver.
    Aber es wird sichtlich gespart am Personal und ich frage mich, denke zu Recht, wieso bei Rentnern, welche mehr oder weniger noch nicht vollpflegebedürftig sind, die Betreuung intensiver ist, als bei Kindern (live erlebt). Kinder und Kleinstkinder müssen beschäftigt werden, ansonsten verstumpfen diese und weinen ihren Eltern hinterher. Dass das nicht (immer) einfach ist bei den kleinen Rackern, dass bekommt jedes Elternteil schon im Laufe des Lebenszyklus der Kleinen mit.
    Naja – ich mecker halt, weil mir die Logik darin nicht so sonderlich auffallen will.
    Was ich aber mitbekommen habe: der Neubau soll auch die Kinderstationen beinhalten – insofern fällt in Zukunft auch dieser Ost-Bau weg, welcher schon allein gruselig wirkt.
    Mal sehen, ob ich die Info mal ans Krankenhaus zukommen lasse. Zwar nicht in der Form wie hier, aber konstruktiv sollte es schon sein. Krankenhäuse sind auch Service-Unternehmen und insofern sollte es denen am Herzen liegen, ihren Service zu verbessern.

  4. Anni sagt:

    was hast du eigentlich erwartet?….dass sich etwa jedes Kind von einer Krankenschwester betreut wird….bei jedem Aufschrei einer vorort ist…Kinder müssen auch lernen mal ignoriert zu werden…klingt hart, aber so ist die Welt nun mal….im Kindergarten wird sie die Erzieherin auch nicht für sich alleine haben….da wird es noch viele Tränen geben…Ausserdem soll es ja nicht so sein, dass es dem Kind im KH besser gefällt als zu Hause. Gibt es eigentlich auch mal was worüber du dich nicht ärgerst???

  5. FireFox sagt:

    @Anni: Das ist mir vollkommen bewusst, dass für 12 Kinder nicht 12 Schwestern da sein können. Wenn du aber das gesehen hast, was ich gesehen habe und ggfs. dein/euer eigenes Kind involviert bzw. dort vor Ort ist, dann können wir uns gern noch einmal darüber unterhalten, wie du das Ganze dann sieht. Meiner besseren Hälfte ging es am Anfang ebenso und konnte zum großen Teil die Aussagen der Bekannten nachvollziehen, die das gleiche bereits erlebt hatten.

    Die Erzieherin in der KiTa hat das ganz anders im Griff, da sie auch pädagogisch bzw. genau dafür ausgebildet ist (meistens zumindest). Zumindest ist es bei der Dame der Fall, wo unsere kleine Madam hinkommt. Und da läuft es komischerweise anders . so ähnlich würde ich es im Krankenhaus auf einer Kinderstation ähnlich sehen. Die Knirpse sollen gesund werden und nicht irgendwelchen bewussten oder unbewussten Traumata ausgesetzt werden.

    Das Drumherum bildet die Wirkung auf einen Mensch und wenn die Umgebung unter aller Sau ist, dann fühlt man sich selbst darin unwohl. Ohne zu Nahe treten zu wollen, aber sollte das bei dir anders sein, dann Hut ab vor dem Abschotten vor äußeren Reizen.

    Die Welt ist nun mal kein Friede-Freude-Eierkuchen und bis auf ein paar Ausnahmen wird hier auch nie etwas über die heile Welt stehen. Dafür mach ich mir, weil ich es so möchte, einfach zu viele Gedanken, wo ich denke, dass es alle betrifft. Sei es politisch oder gesellschaftlich – es harmoniert bei vielen Dingen in keinster Weise mit der Erziehung und den sozialen Apsekten, die ich genossen und als gemeinschaftliche, soziale Grundwerte aufgenommen habe.

    Nichts anderes kommt hier zum Ausdruck. Und mal im Ernst: es gibt genügend Leute, die mit einem derartigen Unbehagen auf die Straße gehen und sich auf andere Art und Weise Abhilfe verschaffen. Ich mach das mit Worten, um meinen Unmut Ausdruck zu verleihen – andere mit der Faust.
    Ich denke mal Ersteres ist vorzuziehen – um Meinungen und Missstände aufzuzeigen, um darüber diskutieren bzw sich Gedanken machen zu können (was Sinn und Zweck einer Gesellschaft wie unserer ist, denn ansonsten kann man gleich alles abschaffen und in völliger Apathie leben und sich ausnutzen lassen). Es wäre schlimm, wenn alle gleich geschaltet wären. Davon hatten wir vor nicht all zu langer Zeit schon eine Menge intus.

    Es geht immer besser, und wie ich bereits vorher schrieb, war der Ersteindruck der ausschlaggebende. Dass sich dieser zum Teil auf Grund des anderen Personals relativiert hat, sollte in meinem Kommentar #3 herausgekommen sein.

    Und ja, ich bin an der Stelle voreingenommen – allein schon durch die Aktion während Helenas Geburt und danach bin ich von dem damals werkelnden Personal und der Betreuung/Unterbringung schwer enttäuscht worden. Dazu hatte ich aber nichts hier geschrieben, da ich dachte, es wäre ggfs. ein Einzelfall. Aussagen anderer, wie auch eigene persönliche Erfahrungen zeigen aber eher, dass es fast die Regel ist. Man muss nur Glück haben, welches Personal man bekommt ….

    Zusammenfassend ill ich nur noch sagen: es wird immer Probleme, Ungereimtheiten, Ärgernisse und sonstwas geben. Sei es in meinem Beruf (Technik), im Sozialen oder politischen Themen – ich versuche meine subjektive Meinung, meine subjektiven Sorgen und Hilfestellungen, unterlegt mit Fakten, geneigten und nachdenkerischen Menschen kund tun, damit sich andere selbst eine eigene Meinung bilden können.

    Und zum Thema nur „meckern“: ich denke, zwar nicht in der Masse wie hier, aber bei rasehorn.net ist auch einiges zu finden. Wie ich meine ist das mitunter auch der Sinn eines Blog – Informationen und persönliche Meinungen kundtun. Über die Art und Weise lässt sich streiten … dafür sind wir alle zu unterschiedlich!

  1. 20. November 2008

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