Kinderstation – Manu’s Kommentar

Ich schilderte bereits meinen Eindruck ?ber das hiesige Klinikum in Brandenburg und deren Kinderstation. Sicherlich mag das eine oder andere vom subjektiven Eindruck ?berspitzt wirken und ich war auch nicht die ganze Zeit dabei – schließlich musste ich arbeiten – und möchte deshalb meine bessere Hälfte zu Wort kommen lassen, die das Ganze aus ihrer Sicht schildert. Sicherlich, wie bereits geschrieben, habe ich hier und da aufgebauscht – aber lest selbst.

Ich hatte ja nun das „Vergn?gen“ mit unserer P?ps 2 Tage auf der Station K3 zu verbringen. Sicher hat Micha in seinen Ausf?hrungen etwas stark ausgeholt. Aber ich kann es nachvollziehen, im ersten Moment ging es mir genauso. Aber etwas korrigieren muss ich ihn doch. Das Personal auf der Station ist sehr nett und zuvorkommend. Die Schwestern k?mmern sich ziemlich gut um die Kleinen. Gerade auch wenn Eltern mit dabei sind, wird ziemlich alles getan, das man sich einigermaßen wohl f?hlt.

Es gibt sogar eine extra Patientenbetreuung von der Micha nichts wusste. Das hatte ich bei der Geburt unserer Tochter anders erlebt. Ich war in dieser Hinsicht positiv ?berrascht. Allerdings ging mir das Gebr?ll der Kinder sehr ans Herz. Wir hatten ein Zimmer das nur mit einer Glasscheibe vom Nebenzimmer getrennt war. Daher habe ich die beiden kleinen Jungs nebenan ständig weinen und jammern hören.

Da das auch die halbe Nacht andauerte, hätte ich aber als Schwester doch versucht die Kinder ruhig zu bekommen. Ein anderer kleiner Junge wälzte sich br?llend im Bett umher, stieß ständig mit Kopf und Händen gegen sein Gitter. Auch das länger als eine Stunde, ohne dass auch nur eine Schwester nach ihm gesehen hätte. Es lag noch ein zweites Kind im Raum, dessen Nervosität nicht zu ?bersehen war. Durch den Lärm war auch unserer Tochter sehr nervös, ängstlich und schlief kaum bzw. sehr schlecht. Sie hing an mir wie eine Klette. Ich durfte nicht mal den Raum verlassen, ohne einen Weinkrampf ihrerseits. Mag sein, dass sie sehr verwöhnt ist, aber das hätte ich ihr gerne erspart.

Ich kann aber die Schwestern zum Teil verstehen, dass sie nicht rund um die Uhr f?r nur ein oder zwei Kinder da sein können, aber eine Stunde muss man ein Kind nicht weinen und somit allein lassen.

Wir hatten auch leider das Pech, das auf der Station gerade eine Durchfallerkrankung grassierte und wir daher gebeten wurden im Zimmer zu bleiben. Das war bescheiden, da sowohl tags?ber, als auch nachts. Da das Wetter auch nicht zum spazieren gehen einlud, waren wir also rund um die Uhr im Zimmer. Ansonsten steht den Kindern ein tolles Spielzimmer zur Verf?gung, ganz liebevoll dekoriert, wenn auch schon etwas abgenutzt. Das hätte ich gerne in Anspruch genommen, was aber auf Grund des Durchfalls dort nicht möglich war.

Ich hoffe, dass gerade der neue Bau der Kinderstation schnell vorangeht. Der derzeitige Gebäudezustand ist wirklich erbärmlich. Da helfen auch keine fröhlich gestrichenen Wände.

Aber es gibt auch einen riesig starken Kritikpunkt gerade in Hinsicht Hygiene. Also das war alles andere als zumutbar. Unsere Kleine krabbelt ja nun wie ein Weltmeister. Ich konnte sie ja auch nicht die ganze Zeit hinter Gittern lassen. Also haben wir uns auf den Boden gesetzt und gespielt. Dabei ist mein Blick zum Schrank gefallen und das war eine elendige Sauerei. Die ganze untere Kante des Schrankes war blutverkrustet, nicht nur ein Spritzer sondern eine Menge und wer weiss wie alt. Das war fast zum Erbrechen.

Ich habe dann eine Schwester darauf hingewiesen, die ihrerseits die Putzfrau rief und bekam von beiden zu hören: „In dieser Höhe schauen wir ganz selten, das sieht man ja so nicht.“ Ich hatte bestimmt eine Menge Fragezeichen im Gesicht. Wie putzen die zu Hause???? Kinder krabbeln, also muss man auch aus dieser Sicht schauen, was „gefährlich“ f?r sie sein könnte. Die Putzfrau brauchte sogar, ungelogen, einen Spachtel zum säubern. Einen Tag später sah ich die Putzfrau in einem anderen Zimmer bei genau dem gleichen Problem. 

Der zweite Kritikpunkt gilt auch der Sicherheit: Genau an der Wickelauflage waren vier nicht abgesicherte und auch genutzte Steckdosen, was mein Kind als ideales Spielzeug f?r sich entdeckt hat. Es war kein Vergn?gen, ständig ihre Hände von den Steckern und Steckdosen fern zuhalten.

Ich war nach diesen zwei Tagen froh wieder zu Hause zu sein, länger hätte ich es kaum ausgehalten. Aber solange es möglich ist, mein Kind bei einem eventuellen Krankenhausaufenthalt zu begleiten, werde ich es immer wieder tun. Das hat nichts mit verwöhnen zu tun und auch nicht mit der Konfrontation des realen Lebens. Aber im Kleinkindalter versteht ein Kind ganz bestimmt nicht, warum die Eltern nicht da sind. In dieser Situation braucht ein Kind meines Erachtens einen Elternteil in seiner Nähe. Wenn die Eltern keine Zeit haben ihr Kind zu begleiten, aus welchen Gr?nden sei dahingestellt, sollte es sich im Krankenhaus trotzdem wohl f?hlen. Es soll schliesslich gesund werden und kein Traumata bekommen.

In der Kita ist das eine ganz andere Situation. Da sind Kinder zum Spielen, ein kinderfreundlicher Raum und eine bzw. zwei dauerhafte Bezugspersonen. Auch ist das Umfeld ein ganz anderes, welches die Abwesenheit der Eltern erleichtert. Sicher wird es dort auch Tränen geben, aber die sind bestimmt nicht so schmerzvoll, wie bei einem Aufenthalt im Krankenhaus. 

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2 Antworten

  1. tine sagt:

    Hallo, halloechen ihr Lieben,
    hoffe mit helena ist alles i.o. ! war ja ein großer schreck, als mir christian erzählte das ihr im krankenhaus seid. schön auch von euren erfahrungen dort zu hören, weiß man was man zu erwarten hat.
    kleiner tip an micha für´s nächstemal: etwas zurückhaltendere Kritik wäre angebracht (so wie manus schilderungen), da du mit deinen aussagen anderen eltern- zumindestens mir- einfach nur angst machst!
    krankenhaus ist immer negativ, ist immer eine sondersituation, die jeder anders bewältigen muss und jeder macht so seine erfahrungen. wir waren bereits zweimal in der rettungsstelle und die jeweiligen kinderärzte waren immer kompetent und nett, hat aber natürlich nichts mit kinderstation zu tun. eltern sind natürlich auch immer sehr besorgt und auch für andere weinende kinder empfänglich – konnte ich mir vor dem 19.07.2007 auch nicht vorstellen ist aber so. so zeigt sich also unsere evolutionäre beschaffenheit in hinblick auf nestbau!
    Aber realistisch betrachtet kann ich nur sagen: Kassenpatient?! Wenn du abweichenden Standard willst musste dir ne privatklinik suchen.
    liebe grüße und viel spaß noch mit klein ´lenchen von tine!

  2. FireFox sagt:

    Der Lütten geht es gut – sie erholt sich, meines Erachtens, von den Örtlichkeiten. Wie ich bereits auch mehrfach schilderte, rücke ich von der Sache „Unnett“ und „Gefühlslos“ auch ab, da ich mit den Damen dort auch gesprochen hatte und der erste Eindruck, welcher sich nahezu aufzwang, diesbezüglich revidiert wurde.
    Mein Fehler – geb ich auch noch einmal zu – da ich bezüglich mangelnder Anwesenheit „unterinformiert“ war. Ist halt, wie mit einem Dampfkessel: Ist der Druck zu groß, dann muss der Dampf raus … halt zu schnell, ich weiß. Aber der restliche Eindruck, bezüglich Mindermenge an Personal und der äußere, wie auch innere Anschein (Bausubstanz, Einrichtung der Zimmer, Blut –> siehe Manu´s Schilderung zwecks Hygiene) ändert sich leider dadurch nicht.
    Dies wird hoffentlich mit dem neuen Anbau, wo die Kinderstation rein soll, besser.
    Die Leute in der Rettungsstelle sind nett – über die anwesende Kinderärztin und das Aufnahmepersonal, welche das Ganze angenommen und untersucht hatte, kann ich nicht meckern (ei Wunder).
    Ich denke, bezüglich der evolutionären Entwicklung – sinngemäß Nestbau – triffst du den Nagel auf den Kopf. Derartige Wirkung hatte ich mir persönlich vor der Geburt von der Lütten auch nicht vorgestellt – schon gar nicht, dass man derart anfällig sein kann.
    Naja und bezüglich Kassenpatient. ich denke eine große Wahl hat ein Großteil der Leute nicht. zusätzlich versichern wäre möglich, aber da bliebe die Frage des „Mehrwertes“ und was unterm Strich dabei herauskommt. Heute umso mehr als „gestern“ …
    Danke für die konstruktive Kritik und Gruß an euch drei da drüben!

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