Abzocke durch fehlende Vorsicht und Ahnungslosigkeit

Heute war der Tag, an dem erneut ein „Kandidat“ mir sein Leid schilderte und fragte, was er bei Abzocke, die er heimgefallen ist, tun könnte. Er ist in eine so genannte Abo-Falle geraten, wie sie bei Mega-Downloads.net, Mega-download.de oder opendownload.de ?blich scheint.

[singlepic=995,150,150,,left]Er, wie auch die Anderen zuvor, wollten einfach nur eine frei verf?gbare Software herunterladen. Sie suchten danach via Google und unter den Top 5 befanden sich besagte „Dienstleister“. Um das St?ck ihrer Begierde herunterladen zu können, mussten sie sich mittels Mailadresse, Name, Wohnort und Geburtsdatum registrieren, was sie auch „dummerweise“ taten. Leicht zu ?bersehen, dennoch vorhanden, prangt die Mitgliedschaftsgeb?hr, um auf die 99,9% frei verf?gbaren Programme zugreifen zu d?rfen, welche auf „seriösen“ Seiten auch frei erhältlich wären. Dummer Fehler – ist leider so – durch fehlende Vorsicht.

[singlepic=996,150,150,,right]Dass diese Leute Geld verdienen wollen, sollte jedem klar sein. Dass dies mitunter nicht mit rechten Dingen passiert, sollte einem bewusst werden, wenn man sich vorher etwas informiert. Dass sie dieses Geld auch fordern, ebenso. Bei den Delinquenten kam auch brav die Rechnung f?r die Jahresgeb?hr von 96€ via Mail und später auch die erste Mahnung, worauf sie dann nach Rat suchten.

Da ich f?r einige Dinge nicht mehr sonderlich lange im BGB suchen muss (ein Buch, was man im Hause haben sollte), habe ich schnell einige passende Paragraphen herausgesucht. Da ich nicht weiß, ob das als Rechtsberatung gelten w?rde, kommen hier nur Stichworte bzw. Denkst?tzen vor.

Zum Einen liegt ja kein Vertrag als Solches vor – das BGB spricht in einigen Paragraphen von schriftlicher Form (mit Unterschrift), welches von beiden Parteien abgesegnet sein muss, dass mit Sicherheit nicht passiert ist. Des weiteren kann man sich auf spezifische Paragraphen im Bereich des Fernabsatzgesetzes berufen – Stichwort Widerruf und deren Fristen. Auch wenn diese Leute meinen, die Leistung beginnt mit der Freischaltung (angeblich wegen individuell erbrachter Leistung des Zuganges) ist damit aber das Widerrufsrecht nicht erloschen. Es wird hier nichts speziell f?r eine Person mit Aufwand produziert, sondern da läuft ein Automatismus – somit entfällt Individualität.

Zum Anderen kann in Richtung Betrug und Erpressung ?berlegt werden, denn es soll f?r kostenlos erhältliche Dinge bezahlt werden und Erpressung erwähne ich hier, wenn man sich mal den Inhalt solcher Mahn-Mails ansieht:

Sollten Sie bei der Angabe Ihres Geburtsdatums XX.XX.XXXX falsche Angaben gemacht haben, liegt ein Betrugsdelikt vor. Eine Strafanzeige behalten wir uns diesbez?glich vor.

Ihre IP-Adresse AAA.BBB.CCC.DDD haben wir bei der Anmeldung (genauer Zeitpunkt: TT.MM.JJJJ, HH:MM Uhr) gespeichert. Es ist dadurch möglich ?ber den verwendeten Provider p5B064966.dip0.t-ipconnect.de den Verursacher der Anmeldung zu ermitteln.

Diese Sätze liest man gleich in der zugestellten Rechnung per Mail. Hier sollte man wissen (mein Verständnis der Materie), dass man zwar den Anschluss (zB. DSL Anschluss) ermitteln kann, von wo aus die Registrierung erfolgte, aber nicht den eigentlichen Verursacher. Was ist, wenn sich hinter dem Anschluss eine Firma befindet, oder ein freier WLAN-Hotspot, oder was auch immer.  Wie sieht eigentlich die dazugehörige Mahnung aus?

Zu Ihrer Information teilen wir Ihnen Folgendes mit:

Seit dem 01.01.2008 ist in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung in Kraft getreten. Der Internetprovider p5B064966.dip0.t-ipconnect.de speichert die IP-Adresse AAA.BBB.CCC.DDD welche bei der Anmeldung auf der Seite www.opendownload.de ?bermittelt wurde.
Unter Hinzuziehung des genauen Anmeldezeitpunkts (siehe Rechnung) ist es den Ermittlungsbehörden möglich die Adresse des Anschlussinhabers festzustellen. Sollte weiterhin kein Zahlungseingang erfolgen, behalten wir uns gerichtliche Schritte vor.

Wo wir auch gleich beim Punkt Ahnungslosigkeit sind. Gesetzlich ist es noch so (ich hoffe ja noch, dass es gekippt wird), dass erst ab 01.01.2009 laut Gesetzgeber Internetverbindungs- und Maildaten gespeichert werden m?ssen. Zusätzlich darf auf diese Datenberge laut BVerfG nicht einfach Hinz & Kunz zugreifen, sondern nur Strafverfolgungsbehörden bei erheblichen Straftaten. Demzufolge hat, zB. hier opendownload.de, bewusst die „Delinquenten“ gegängelt, damit sie die ungerechtfertigt geforderten 96€, und nun zusätzlich noch Mahnkosten, eintreiben zu können. Kann ja klappen, werden die sich denken. Wer das nicht weiß, lässt sich mitunter sehr leicht einsch?chtern – wo wir wieder bei der oben genannten Erpressung wären.

Ich empfehle vorsorglich jegliche Kommunikation mit solchen Geschäftemachern zu dokumentieren, bei Schreiben an diese mit passenden Paragraphen aufzutrumpfen und ggfs. die Hinzuziehung eines Anwaltes in Erwägung zu ziehen und dies diesen Leuten/Firmen auch wissentlich zu machen.

Bei den mir persönlich bekannten Fällen hat das funktioniert – was aber nicht 100% immer klappt, wie einige Recherchen zeigen.

Das Internet ist schon eine feine Sache, aber dennoch darf Vorsicht und gesunder Menschenverstand nicht fehlen, wenn man sich in diesen Weiten bewegt. Vor allem sollte man sich bestimmter Gefahren bewusst sein, denn meistens trifft es nur die Ahnungslosen – und die erstrecken sich ?ber alle Bevölkerungsschichten hinweg, was ich heute erschreckenderweise feststellen musste.

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