Anders als geplant

Es hätte so schön geplant verlaufen können, aber wie das Leben so spielt, kommt es immer anders. Die letzten Tage schlief die L?tte immer recht lange und somit rechnete ich mit einem langen Schlaf ihrerseits, auf dass sie auch ausgeschlafen mit mir zur Kita kann. Da ich ja in der Elternzeit bin, k?mmere ich mich um die Eingewöhnungsphase unserer Kleinen, wie auch um das restliche Wohl. Schwer genug ist ja die Eingewöhnung, sowohl f?r die Kleine, als auch f?r mich (wenn man das Weinen vernehmen muss, sobald man das bewegliche Brett hinter sich schließt und diese ergo eine räumliche Trennung vornimmt – auch T?r genannt).

Meinen Wecker stellte ich auf 6.30 Uhr. Eine gute Zeit, wie ich fand. „P?nktlich“ um 5.30 Uhr weckte mich dann das Babyphone. Eigentlich hätte ich nach meiner Planung noch eine Stunde schlafen können, aber die L?tte hält nicht viel von meinem Wecker und kam diesem zuvor. Nachdem das Fr?hst?ck (lecker Milch aus Pulver und heißem Wasser) gemacht und die L?tte gef?ttert wurde, dachte ich mir: „Naja, legste dich mit der Kleinen wieder hin. Sie ist ja recht m?de und reibt sich die Augen und dann kannst du noch bis 7.30 Uhr die Augen zu machen, bevor es dann in die Kita geht“.

Pustekuchen! An Schlaf war nicht zu denken, denn sie war putzmunter. Sie quengelte, sie meckerte, sie spielte, ließ sich auf meinen Bauch fallen, krabbelte herum (damit sie nicht aus dem Bett fällt, musste ich aufpassen und ständig ihren Schlafsack irgendwo festhalten), sabberte mich aus Freude voll, quietschte vergn?gt, meckerte, weil der Mond so hell in ihre Augen strahlte, reichte mir ihre Kuscheltiere, auf dass ich sie knuddelte und und einen Kuss geben durfte, bevor sie sie mir wieder wegnahm, sie steckte ihre Finger in mein Auge und so weiter und so fort.

7.29 Uhr bin ich dann erledigt aufgestanden. Ich glaube, meine Augenlider hätten selbst Streichhölzer zersplittern lassen, sofern ich welche zum Auflassen der Augen dazwischen gestopft hätte. Nun ging es ans Anziehen. Das war die letzten Tage auch immer super und stressfrei verlaufen, außer heute. F?r 1xStrumpfhose, 1xPullover und 1xSocken inkl. Wechsel der Windel hatte ich heute 15 Minuten gebraucht. Irre! Alles war interessanter und somit musste sie sich auch ?berall hinbewegen. An 1 Minute still liegen dachte sie nicht.

Nun hatte ich noch eine halbe Stunde, bevor ich ihr den Rest der winterlichen Ausgangskleidung anziehen musste, um mich selbst fertig zu machen und ich mein erstes und sie ihr zweites Fr?hst?ck einzunehmen. Den Kaffee hatte ich nur zu 1/3 ausgetrunken und auch nur ein halbes Brötchen geschafft. So viel dazu … meine Augen waren dementsprechend auch nur zu 1/3 auf.

Danach ging es ans Fertig machen. Mit ein paar Tricks, wie Schafe und K?he nachahmen, ging das erstaunlich flott, noch schnell Schuhe an und runter zum Auto zum Freikratzen und losfahren. Das Eis hatte ich auch recht z?gig entfernt, setzte mich zur L?tten ins Auto, Z?ndschl?ssel rein, dann gedreht und … nix passiert, außer „Klack“. Noch einmal probiert und da war auch kein Klack mehr zu hören, sondern alle Anzeigen im Auto blinkten euphorisch. Noch einmal probiert und nichts ging mehr. Kein Licht, kein Blinken, kein Klack und Klein-Erna in der hinteren Reihe sagt ununterbrochen nur „Määäh“ und „Muuuh“.

Hab einen Kollegen angerufen, der auch zwischen zwei Terminen zu mir inkl. Starthilfekabel kam. Das wäre beinahe zu kurz gewesen, wenn nicht neben mir 3 Parkl?cken gewesen wären. Geschicktes Manöver half dann meinem Auto Starthilfe zu geben und es klappte. Was mich verwundert ist, dass die Batterie unten war, denn sie war grad mal 3-4 Monate alt. Wie das Auto eben. Kollege fährt los und die L?tte winkt. Kollegial und freundlich ist sie ja, das muss ich sagen …

Danach gings nicht zur Kita, denn das hatte keinen Sinn mehr, sondern zum Autohaus. Währenddessen ist mir die L?tte im Auto eingeschlafen. Super Sache – ist ja klar, wenn man nicht nochmal schlafen möchte, nicht? Mit schlafender Tochter auf dem Arm bin ich rein ins Autohaus, hab die Schl?ssel und Papiere auf den Tisch gelegt und murmelte: „Ärger … Auto springt nicht an …. gestern gings noch … Batterie leer …. 4 Monate alt …. umgehend lösen …“.

Mit dem schlafenden Kind auf dem Arm bin ich zur Firma gelaufen, liegt ja gleich um die Ecke, denn wer weiß, wie lange die Werkstatt f?r die Überpr?fung einer Batterie braucht. Dort hab ich bis 12 Uhr ausgeharrt (2 1/2 Stunden), bis dann der Anruf kam. Kind geschnappt und zur?ck gewackelt. Der Chef persönlich erzählt mir, dass nichts erkennbar gewesen sei. Keine bedenklichen Daten wurden ausgelesen, aber die Batterie war ziemlich weit gen Null und wurde aufgeladen inkl. Testfahrt. Muss wohl ein Verbraucher, wie eine nicht geschlossene T?r, gewesen sein, die das Licht angelassen hat. Seltsam, dass ich das Auto nicht abschließen kann, wenn eine T?r offen ist. Noch seltsamer, dass kein Licht gestern brannte, da es von selbst ausgeht. Noch seltsamer, wenn nichts gewesen sei, wieso der Bordcomputer mit meinem Tageszähler und dem Gesamtzähler f?r gefahrene Kilometer und durchschnittlichen Spritverbrauch wieder auf Null zur?ckgesetzt wurde – oder besser auf jeweils 4 Kilometer. Das klingt arg nach „Firmware-Update“.

Ins Auto gesetzt und nach Hause gefahren. Der Kommentar von der L?tten? „Papa määh!“. Neee, nee kleine Maus: Papa Bock.

Vom restlichen Tagesverlauf spreche ich lieber gar nicht erst … 

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5 Antworten

  1. Krecki sagt:

    Das klingt nach einen fast normalen Tag. So in etwa schauen unsere Tage auch mal aus, zumindest was das Kind betrifft. Kinder „funktionieren“ leider manchmal nicht so, wie man es sich wünscht, besonders dann nicht, wenn man es sich in der Theorie schon schön ausgemalt hat. Murphy eben…
    Bei uns kommt dann noch dazu, das unser Kleiner kurz bevor wir die Wohnung verlassen wollen, auf einmal „A-A Wurst“ ruft und ich ihn dann wieder komplett entkleiden darf um ihn auf den Topf zu setzen. Zum Glück ist bisher mein Auto immer angesprungen. Hast du einen Toyota?

    • FireFox sagt:

      Also scheint das Standard zu sein – gut zu wissen, dann „notier“ ich mir das mal 😉
      Nein, ich habe keinen Toyota, sondern Opel. Ich hatte bisher nur gute Erfahrungen mit dem Vorgänger (gleiches Modell) und keinerlei nennenswerte Wehwehchen gehabt. Niemals hätte ich am Anfang oder nach 3 Jahren ein Problem mit der Batterie vermutet. Na, was solls. Auto scheint wieder zu flutschen und heute ist die Lütte in der Kita rechtzeitig angekommen und „darf“ heute auch dort „allein“ essen und schlafen. Bin mal gespannt, was die Kita-Tante sagt – sicherlich nur das, was ich hören will, aber da muss sie und auch wir halt durch. Nützt ja nichts.
      Man tut mir das im Herze weh *seufz*, irgendwie vermiss ich den kleinen Satansbraten. Noch 2h und dann hol ich sie ab und dann lass ich mich überraschen, wie sie und auch die Kita-Tante aussieht.

  2. Krecki sagt:

    Auch dieses „Wehtun“ geht vorbei, ich fands zum Anfang auch immer schlimm den kleinen abzugeben, zumal er auch immer geweint hat, aber das geht ja alles vorbei. Nun ist er stolzer Kitagänger und freut sich immer darauf!

  3. FireFox sagt:

    Das mit Sicherheit. Wie gesagt, da muss sie und wir halt durch. Geld muss verdient werden und das geht leider nicht während der Anwesenheit der Lütten. Es sei denn, man ist Kindergärtner(in) 😉
    Ich warte mal ab, wie es nach dieser Woche aussieht. Zumindest ist sie jetzt schon von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr derartig Knülle, dass sie ohne Meckern und langes Erzählen sich ins Bett legen lässt und fast umgehend einschläft. Es hat schon jetzt sein Gutes 🙂

  1. 14. Januar 2009

    […] ein. Frisch vergnügt die Lütte ins Auto gesetzt, Eis gekratzt, Zündschlüssel ins Auto und wie vorgestern machte es nur noch “Klack […]

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