Ersteindruck Windows 7

Windows 7 läuft f?rs Erste. Recht flott auch in einer VM, wie ich zugeben muss, obwohl es sich um eine Beta handelt und diese mit Sicherheit noch eine Menge Debug-Code beinhaltet. Wie ich bereits beginnend im vorherigen Artikel schrieb, gibt es einige Dinge, die mich persönlich (und vielleicht auch andere) an der neuen Windows-Inkarnation stört.

[singlepic id=1040 w=100 h=100 mode=web20 float=left]Als Erstes komme ich erneut zur Taskleiste. Wie ich bereits schrieb, hat sich anscheinend Microsoft stark an Apple angenähert und versucht etwas Ähnliches, wie das Dock in Windows einzubringen. Programme werden zwar auch als Einträge in der Taskleiste dargestellt, aber nun verschmelzen Schnellstart-Leiste und Taskleiste miteinander.

[singlepic id=1060 w=150 h=150 mode=web20 float=right]Somit liegen die Verkn?pfungen im gleichen Bereich, wie die laufenden Programme und der Anwender kann selbst entscheiden, welche er permanent in der Taskleiste haben möchte. Wie gesagt –  Apple’s Dock läßt gr?ßen, und das nach knappen 7 Jahren.

[singlepic id=1059 w=100 h=100 mode=web20 float=left]Es ist in meinen Augen ziemlich schwierig zu erkennen, ob eine Anwendung läuft oder nicht. Zugegebenermaßen zeigt bei Apple’s Dock auch nur ein Leuchtpunkt unterhalb des Anwendungsfensters dessen Aktivsein an, dennoch ist dies bei Weitem einfacher zu erkennen. Das Symbol nicht laufender Programme ist nicht mit einem Rechteck umrahmt, laufende Programme indes haben eines. Des Weiteren wird mittels eines nachgestellten schmalen Rechteckes angezeigt, dass diese Anwendung mehrere Fenster derzeitig besitzt.

Ich hatte mich am Anfang erst gewundert, was dieser Grafikfehler bedeuten sollte. Ob es sinnig ist, dar?ber lässt sich streiten. Schlimmer ist es, dass ich aus einigen Symbolen nicht einmal erkennen kann, was das f?r eine Anwendung sein soll und bin somit gezwungen den Mauszeiger dar?ber zu setzen, damit ein Tooltip mir die erleuchtende Weisheit ?berbringt.

[singlepic id=1061 w=100 h=100 mode=web20 float=right]Der Leerlaufprozess bekommt jetzt Konkurrenz, denn eine aktive Anwendung hat ein graphisches Gimmick, welches zum einen völlig nutzlos ist und zweitens zudem unsinnig. Dennoch wird es sicherlich viele geben, die darauf stehen werden – ein so genanntes „Must have“, wof?r sich jeder der Kandidaten extra einen neuen Rechner mit besserer Grafikkarte und Prozessor anschaffen w?rde. Der weiße Spot-Gradient in der nebenstehenden Grafik wandert in Abhängigkeit der X-Position der Maus innerhalb des Symbols mit. Der Gradient selbst verläuft in eine andere Farbe aus. Sei es in seichtes Gelb oder Blau. Der Sinn, wieso solche Farben eingesetzt wurden, erschließt sich mir in keinster Weise. Jedenfalls ist das wieder ein Gimmick, wof?r ich persönlich keine Rechenzeit verbraten lassen wollen w?rde – ganz ehrlich.

Update: Die Farbe des Spots hängt von irgendeinem Faktor im zugehörigen Symbol der Anwendung ab. Entweder von der Intensität oder dem meisten Vorkommen eines Farbwertes/Farbraumes. So ist ein Internet Explorer immer mit bläulichem Spot gesegnet, ein Explorer im Standard gelb, es sei denn der Ordner hat ein anderes Symbol (Netzwerk, Papierkorb) oder der Media Player mit einem rötlichen Spot. Wie faszinierend. Macht der die Ermittlung in Echtzeit? Wieviel Rechenzeit geht daf?r flöten?

[singlepic id=1062 w=100 h=100 mode=web20 float=left]Wenn alle Fenster minimiert sind und im Hintergrund ein Kopier- oder Fortschrittsprozess einer Anwendung (speziell hier Explorer) werkelt, dann zeigt das Anwendungssymbol in der Taskleiste den Fortschrittsbalken an. Das mag f?rs Erste recht informativ zu sein nur kommt dann wieder die Frage der Erkennbarkeit von Anwendungen auf. Das Symbol links im Bild steht ?brigens f?r den neuen Explorer. Wie hießt das noch? Über sieben Br?cken musst du gehn … Windows 7? Explorersymbol mit einer Br?cke drauf?

Richtig lustig wird es, wenn es eng wird in der Taskleiste und der geneigte User gezwungen ist die Symbolgröße zu verringern, oder die Taskleiste größer zu ziehen. Bei kleineren Symbolen erkennt man fast nichts. Schöne bunte Welt.

Update: Es lässt sich in 3 Möglichkeiten die Darstellung der Taskleiste verändern. Erste Möglichkeit ist die, die ich beschrieben habe. Die zweite Möglichkeit ähnelt dem Verhalten aus Vista/XP, wo zusammengehörige Fenster nebeneinander stehen, bevor sie bei nicht vorhandenem Platz zusammengef?hrt werden (siehe Variante 1). Hier ist dann auch der Text/Name des Fensters zu sehen. Bei fest gepinnten Anwendungen befinden sich dann die Einträge in der Taskleiste an der Stelle, wo die Anwendung fest gepinnt wurde. Alles Folgende verschiebt sich dementsprechend. Variante 3 ist wie Variante 2 nur ohne Zusammenf?hren der Einträge, wenn kein Platz mehr vorhanden ist.

[singlepic id=1063 w=150 h=150 mode=web20 float=right]Windows 7 verläßt die Klicki-Bunti-Welt. Langsam scheint Microsoft die Community erhört zu haben. Obwohl, so richtig vielleicht doch nicht, denn anstelle des Klicki-Bunti werden neue „Usability-Features“ eingef?hrt. Es gibt kaum noch irgendwelche Spalten und Linien. Im Explorer kann man dies sehr gut nachempfinden, was ich meine. Diese werden erst sichtbar, wenn man mit der Maus ?ber einzelne Bereiche dr?ber fährt. Sofort blitzen und blinken dann Texte, Highlights, Grafiken und was weiß ich nicht auf, damit der User auch trotz dargestellten Mauszeiger weiß, wo er sich befindet. Eingespart wurden zum Gl?ck die bei Vista eingef?hrten, automatischen horizontalen Scrollbalken. In Windows 7 wird einfach abgebrochen am Kontrollbereich. Wenn der Mauszeiger sich dar?ber befindet, dann sieht man erst, wo man sich befindet.

[singlepic id=1064 w=250 h=250 mode=web20 float=left]Im Explorer selbst (hier Detail-Ansicht) sind die einzelnen Einträge/Zeilen ohne jedwede optische Trennung voneinander dargestellt. Das wird mit Sicherheit recht lustig und verf?hrt zum 2. oder 3. Klick, um die richtige Datei auszuwählen. Mindestens ein Klick ist von Nöten, damit man optisch zum Dateinamen erfassen kann, welche zusätzlichen Informationen dazugehören.

[singlepic id=1065 w=150 h=150 mode=web20 float=right]Diese optische Einsparung und graphische Aufplusterung bei Mauszeigerdr?berfahrt spiegelt sich auch in der Spaltenbezeichnung wieder. Getoppt wird das Ganze nur noch durch die „Systemsteuerung„.

[singlepic id=1066 w=150 h=150 mode=web20 float=left]Die Systemsteuerung bei Nacht und ohne Licht kann bestimmt Epilepsieanfälle verursachen, da das Bewegen des Mauszeigers ?ber die einzelne Elemente hinweg einfach alles flackern und hervorheben und unterstreichen lässt, was irgendwie, irgendwo und irgendwann in einem Zusammenhang stehen könnte. Egal welcher Text, welcher Men?punkt, welche Grafik, welcher zusammenhängende Bereich dem Anwender irgendwie sinnvoll erscheinen lassen w?rde, wird hervorgehoben. Das macht sich echt gut, wenn man versucht, einige Mauskilometer innerhalb k?rzester Zeit zu verursachen.[singlepic id=1067w=150 h=150 mode=web20 float=right]

Aber es gibt ja Leute, die mögen Stroboskoplichter. Die werden mit Sicherheit ihre helle Freude daran haben.

Strahlen haben es Microsoft anscheinend angetan, denn es strahlt und pulsiert an fast jeder Ecke. Vornehmlich das Windows Logo gl?ht im Startbildschirm oder bei Benutzen des Start-Kopfes vor sich hin, sodass man meinen könnte, man erreicht bald das Ende des langen Tunnels auf dem Wege zum Licht.

Ein Großteil der Struktur ist ähnlich oder gar gleich der von Vista und sollte den bisherigen „Kennern“ das Zurechtfinden erleichtern. F?r Diejenigen, die in Vista noch mit dem aus XP, 2000, Me, 98, 95 oder NT bekannten Startmen? arbeiteten (Gewohnheitstiere soll es ja bekanntlicherweise geben), hat Microsoft das Ganze nun gestrichen und das „neue“ in Vista eingef?hrte Startmen? ist jetzt Standard und nicht änderbar. Zumindest hab ich Gewohnheitstier es nicht gefunden, wo man es können täte.

Mal sehen, was ich so nach und nach noch entdecken werde. Bisher haut mich Windows 7 ehrlich gesagt nicht vom Hocker. Bleibt nur zu sehen, ob das Lahmen der Geschwindigkeit, der Resourcenhunger, die Nerverei von Meldungsfenstern und Ballons, der verkr?ppelte Suchalgorithmus und sonstige Mankos von Vista wie versprochen ausgemerzt werden. Ich lass mich ?berraschen.

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2 Antworten

  1. PeterParker sagt:

    Gutes Review. IMHO ein Vista-Aufsatz mit ein paar Performance-Steigerungen die wohl an der optimierten Dateiverwaltung (sprich Festplatten-Indexierung) und UAC liegen. Dumme Fehler das z.B. der Windows-Installer am Anfang unter Umständen eine 5 minütige Pause einlegt ohne etwas anderes zu tun als Mauszeiger und Background anzuzeigen oder eben ein Explorer der dem Admin Zugriff auf Ordner verweigert (von ZWEI gleichen inis auf dem Dektop ganz zu schweigen) lassen mich allerdings am geistigen Wohlstand Microsofts zweifeln.

    LG PP

    • FireFox sagt:

      Optimierung der UAC schön und gut, aber die UAC einstellbar machen zu lassen, damit sie „weniger nervt“ halt ich persönlich für bescheiden. Wenn Änderungen am System gemacht werden, dann möchte ich es als Anwender auch gern wissen. Insofern würde ich die Funktionsweise der UAC in Vista schon beibehalten – nur eben, dass sie das System nicht so sehr lahm legt. 🙂

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