Problem durch die Zukunft

Mich ereilte vor Feierabend heut ein dringender Ruf eines Kunden (ältere Generation). Die Anmeldung an seiner Arbeitsstation, welche sich in einer Domäne befindet, war ihm nicht möglich. Über Fehlermeldungen schwieg der Kunde sich aus, dennoch sollte sich jemand unbedingt jetzt sofort und am besten schon vor 5 Minuten dem Problem annehmen.

Da eh fast Feierabend war (Elternzeit) fuhr ich auf dem Weg nach Hause bei dem Kunden vorbei, startete den Rechner und bekam nach versuchter Anmeldung die Meldung, dass auf Grund unterschiedlicher Zeiten zwischen dem Client und dem Server eine Anmeldung nicht möglich sei.

Ich schaute den Kunden an und fragte, ob er die Systemzeit des Rechners geändert hätte. Wie zu erwarten bekam ich die Antwort: „Selbstverständlich nicht!“. Ich startete den Rechner erneut und begab mich ins BIOS und dort zur Abteilung Datum/Uhrzeit und ich erblickte 18.06.2009!

Ich: „Arbeiten Sie gern in der Zukunft?“
Kunde: „Wieso?“

Ich: „Da die Zeit des Rechners auf in 4 Monaten gesetzt ist …“ – speicherte die Konfiguration mit korrektem Datum ab und startete den Rechner neu.

Kunde: „Wie passiert denn das?“
Ich: „Was haben Sie denn beim letzten Mal getan?“

Kunde: „Ich habe Termine koordiniert – dazu klicke ich immer rechts unten auf die Uhrzeit und schaue nach, an welchem Wochentag der Termin stattfindet.“
Ich: „Und dann?“

Kunde: „Wenn der Termin bestätigt wird, trage ich ihn in den Kalender in Outlook und schließe danach das Fenster mit ‚OK‘.“
Ich: „….“

Ich: „Und hatten Sie rein zufällig gestern einen Termin vereinbart f?r den 18.06.2009?“ 
Kunde: „Ja, wieso?“

Ich: „Weil Sie damit die Systemzeit des Rechner geändert haben …“
Kunde: „…..“

Ich habe ihm dann noch schnell erklärt, wieso diese Art der Methode nicht sonderlich die Beste ist, um Termine abzustimmen und zeigte ihm, dass er auch ruhig den Kalender in Outlook nutzen könne, um herauszufinden, an welchem Tag welcher Wochentag ist. Zusätzlich bekommt er auch die Information, ob er an diesen Tag bereits Termine hat. Somit w?rde er auch nicht mehr versehentlich die Uhrzeit und das Datum des Rechners ändern.

Der Kunde war fassungslos – ?ber sein unbedarftes Verhalten. Ich beruhigte ihn, da ja nichts passiert wäre. 

Kunde: „Sie sind aber deswegen extra zu uns gekommen … wegen so einen Fehler meinerseits …“
Ich: „Auch das ist mein Job – und wie Sie sehen, können wir auch einige Probleme durch die Zukunft lösen …“ 😉

Ich: „Übrigens – ich w?nsche einen schönen Feierabend und selbstverständlich geht diese Runde aufs Haus – versteht sich von selbst …“

Hintergrund: Ursache des Problems liegt in den unterschiedlichen Datumseinstellungen des Servers und des Client innerhalb einer Domäne. Bei Versuch der Anmeldung des Clients am Server wird ein Kerberos Ticket erzeugt. Dies beinhaltet auch, dass ein Zeitunterschied zwischen beiden Systemen nicht mehr als 5 Minuten (laut Erinnerungsstand) betragen darf. Ist dies dennoch der Fall, dann ist das Ticket ung?ltig und der Nutzer (auch der Domänenadministrator) kann sich nicht anmelden.

Man kann nun sich als lokaler Admin anmelden und das Datum ändern – man kann aber auch, wenn man Zugriff auf das BIOS hat, das Datum im BIOS ändern. Danach sollte eine Anmeldung an der Domäne funktionieren. Wenn nicht, dann sollte man die Einstellung bez?glich Sommer-/Winterzeit beachten (herausnehmen, bzw. setzen). Mir ist es bisher zweimal untergekommen, dass einer der beiden Parteien (Server bzw. Client) den Haken gesetzt hatte, der andere nicht. Somit bestand trotz augenscheinlich gleicher Zeit und Datum eine einst?ndige Diskrepanz, welche ergo auch dahingehend f?hrt, dass der Server die Anmeldung des Client verweigert.

 

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