Abgebrannt …

Meine Geldbörse hat soeben ein dickes Brandloch erhalten. Ich habe heute mit großen Widerwillen eine Überweisung an die Deutsche Bundesbank getätigt. An sich wäre es mir egal, aber wenn die Größenordnung von fast einem kompletten Monatsgehalt vom Konto flöten geht, dann ärgere ich mich maßlos dar?ber.

Hintergrund ist der, dass ich gestern einen R?ckforderungsbescheid von unserer Oberb?rgermeisterin erhalten habe, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich zu viel Elterngeld erhalten hatte. Der Fehler lag, nach heutiger Klärung im Jugendamt, nicht bei mir, sondern beim Amt, die bei der Berechnung geschlampt hatte. Sie haben meine Arbeitsteilzeit nicht in Januar und Februar 2009, sondern Januar und Februar 2008 gelegt und somit hat deren kleines Progrämmchen die volle, f?r mich mögliche, Summe ausgespuckt  logisch, da das Programm keine Teilzeit in 2009 „gesehen“ hat.

Zusätzlich ist mir durch den R?ckforderungsbescheid noch etwas aufgefallen – das BEEG (Bundeselterngeldgesetz) ist in meinen Augen eine Farce, denn selbst mit den Schönrechnungs-Beispielen der Frau von der Leyen kommt man in der Realität niemals auf einen ähnlichen Konsens. Die besagten „67% vom Netto-Lohn“ sind schlichtweg geflunkert. Ebenso ist es geflunkert, dass man mitunter in bestimmten Situationen bei Teilzeittätigkeit auf nahezu gleiches Einkommen kommen könnte.

Stutzig geworden bin ich, als ich versuchte, die Zahlen und Berechnungen (wobei nur Zahlen und keinerlei Berechnung bzw. Lösungswege mitgeteilt werden) zu verstehen, denn es ging um eine Menge Kohle, die gefordert wurde. Es werden Werte ermittelt, die ich keinster Weise mit Hilfe meiner Lohnscheine im Ansatz nachvollziehen konnte. Deswegen fragte ich heute die Dame im Jugendamt, ob sie mir mal genau erklären könnte, wieso zu meiner und der Rechnung vom Amt eine Diskrepanz von fast 200€ auftauchten – meine Rechnung zu meinen Gunsten, versteht sich. Dennoch macht es die Gesamtsumme, die ich r?ckerstatten musste nicht angenehmer bzw. akzeptabler.

Besonders angeschmiert sind M?tter oder Väter während der Elternzeit, wenn diese zusätzliche Leistungen vom Arbeitgeber erhalten. Seien es freiwillige Beiträge in eine Altersvorsorge, Privatnutzung von Firmenfahrzeugen, Lohnzuschläge f?r Nachtschichten usw. Fast jeder, der seinen Lohn-/Gehaltsschein mal vor sich nimmt, wird 2 unterschiedliche Brutto-Werte auf diesen finden. Bei mir ist es das Gesamt-Brutto und das so genannte Steuer-/RV-/AV-/KV- oder PV-Brutto. Diese unterscheiden sich nun relativ massiv voneinander, je nachdem wieviel vom Brutto eigentlich steuerpflichtig ist.

Es genau mit Zahlen aus meinem Lohnschein zu erklären, möchte ich an dieser Stelle nicht – genau aus dem Grund, da nicht nur bei mir, dies nur meine Person und dem Arbeitgeber etwas angeht – sprich vertrauliche Dokumente. Ich habe es mehrfach mit unterschiedlichen Lohnscheinen gerechnet, mit unterschiedlichen Fallkonstellationen durchgespielt und komme letztendlich immer auf eine Gesamtzahlung (gek?rztes Gehalt + Elterngeld), welches insgesamt unter 67% liegt (sowohl gesamt, als auch der 67% Anteil des Lohnverzichtes), da hier nicht mit dem eigentlichen Netto-Gehalt gerechnet wird, sondern ausgehend vom Steuer-Brutto. Daraus resultiert im Endergebnis immer f?r die Bundeselterngeldstelle ein höheres Netto-Einkommen, was defacto gar nicht auf dem Lohnschein existiert und man demzufolge auch gar nicht erhält. Somit sind auch die letztendlich resultierenden 67% des Lohnverzichtes weitaus geringer, denn die Behörden ermitteln ihr eigenes Netto und ziehen das vom Netto des Lohnscheines vor der Elternzeit ab.

Ich denke, auch die Lohnsteuerklasse spielt eine große Rolle. „Gefährlich“ wird es bei einer III / VI Konstellation, ebenso wie bei uns mit derzeit I / I.

Dennoch immer noch besser als nur 300€, wie vor dem Elterngeldgesetz. Da hätte definitiv ein Umzug in eine kleinere Wohnung angestanden, da wir das sonst niemals finanziell alles hätten stemmen können. Zu DM-Zeiten vielleicht, aber zu Euro-Zeiten: NEVER. Ich weiß, laut unserer Regierung soll man nicht mehr umrechnen. Dennoch weiß der geneigte Leser, dass das so ist, denn jeder sieht es an seinem Geldbeutel!

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2 Antworten

  1. Krecki sagt:

    Auch ich habe damals eine eigene Berechnung angestellt und auch ich bin nie auf die 67% vom Netto gekommen, es waren auch bei mir deutlich weniger. Ich habe während der Elternzeit 10h die Woche nebenbei gearbeitet. Das wurde auf das Elterngeld angerechnet, das Elterngeld wurde so gekürzt, dass ich im Monat für ca. 100 EUR arbeiten war bzw. durch das Arbeiten 100 EUR mehr im Monat hatte. Beim nächsten Mal werde ich für die Summe sicher nicht teilzeit arbeiten gehen. Ich musste auch etwas nachzahlen, aber nur knapp 60 EUR, da hatte ich wohl nochmal Glück gehabt…

    • FireFox sagt:

      Du glücklicher… 🙂 ich hatte mit Rückzahlung von ca. max 150 Euro gerechnet. Vor allem, da ich mehrfach das Ding habe neu rechnen lassen von den Damen im Jugendamt und sie darauf hinwies, dass die gedachten zahlungen für Januar und Februar zu hoch seien. Insgesamt habe ich 3 Kalkulationen erhalten, die sich aber im Grunde kaum unterschieden. Dumm ist, dass man sich nicht darauf verlassen konnte und somit das Mehr zurückzahlen muss, auch wenn die dort das Ganze falsch eingegeben hatten.
      Beim nächsten Kind, sofern Elterngeld noch existent sein sollte, werde ich definitiv auch nicht arbeiten gehen … der Mehraufwand an Rennerei steht in keinerlei Relation zum, wenn überhaupt vorhandenen, Mehrwert.

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