Zensus 2011: Das Volkszähler-Schulungsheft wurde geleakt

Das Schulungsheft ist satte 121 Seiten stark. Durchaus interessant zu lesen. Sollte man sich mal durchlesen. Man kann u.a. nachlesen wie die Volkszähler vorzugehen haben, wie sie mit Verweigerern umgehen sollen und welche Detail sie in ihren Listen und Unterlagen verewigen sollen.

Kapitel 2.3.10: Verweigerer
Treffen Sie auf eine Person, die Ihnen gegen?ber, obwohl sie ?ber den Zweck der Erhebung sowie die gesetzliche Auskunftspflicht unterrichtet wurde, erklärt, dass sie nicht zur Auskunftserteilung bereit ist, gehen Sie wie folgt vor:

  • Versuchen Sie die Gr?nde f?r die Verweigerung zu erfahren.
  • Versuchen Sie eventuelle Ängste (“der gläserne B?rger”) durch gezielte Information ?ber die strengen Geheimhaltungsvorschriften zu zerstreuen. Erläutern Sie den Nutzen der Zensusergebnisse (siehe Flyer: “Zehn Fragen – zehn Antworten”).
  • Fragen Sie in jedem Fall gezielt: “Möchten Sie den Fragebogen vielleicht selbst ausf?llen?”
  • Wenn die Verweigerung den ganzen Mehrpersonenhaushalt betrifft, ist es sehr wichtig, zumindest die Namen aller Haushaltsmitglieder zu erfahren.
  • [Wenn Sie] auch keine Angaben ?ber Anzahl und Namen der Haushaltsmitglieder erfahren (…) notieren Sie den Namen vom Klingelschild/Briefkasten.

Aber sehr interessant sind weitere Punkte, die derzeit unter anderem auch von den Piraten in Brandenburg herausgearbeitet werden.

Kapitel 1.4.1: Erhebungsunterlagen im Erhebungsbeauftragtenkoffer
F?r den Transport sämtlicher Unterlagen sowie f?r deren Aufbewahrung zu Hause haben Sie auf der Schulungsveranstaltung EINEN KOFFER AUS KARTON erhalten.

Wenn ich jetzt noch weiter lese, was ich heute Abend mit Sicherheit noch tun werde, um dieses Machwerk auch ordentlich w?rdigen und interessante Infos und Fallstricke herausfinden zu können, dann w?rde mir die Hutschnur platzen …

Apropos: ich sprach hier im Blog ja einmal von Befragungen von Kindern bzw. Minderjährigen:

Kapitel 2.1: Allgemeine Hinweise zur Haushaltsstichprobe
[…] Sie erkennen vor Ort am Besten, ob bzw. welche Minderjährigen des Haushaltes bereits in der Lage sind ein Interview zu geben. […]

Vielen, vielen Dank an denjenigen, der dies geleakt hat. Und erst recht deshalb, weil es die Unterlagen f?r Berlin/Brandenburg sind.

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