Zensus 2011: Ein Überblick über die gesammelten und verknüpften Daten

 

Das Zensus 2011 Gesetz ist sehr schwammig und mitunter habe ich einige Dinge ?bersehen. Dennoch habe ich mal die Pause genutzt und Tabellen erstellt mit den resultierenden und verbleibenden Datensätzen, die nach spätestens 4 Jahren anonymisiert werden. Ich habe bewusst die angeblichen Hilfsmerkmale weggelassen, um aufzuzeigen, was ?brig bleiben soll. Angeblich nach Aussage unserer Regierung bliebe nichts R?ckf?hrbares ?brig. Nun gut …

Nach dem Zensus 2011 Gesetz (ZensG) werden in §3, §4, §5, §6 und §7 Daten erhoben. Zum Einen Erhebungsmerkmale und zum anderen Hilfsmerkmale. Laut §19 heißt es:

(1) Die Hilfsmerkmale sind von den Erhebungsmerkmalen zum fr?hestmöglichen Zeitpunkt zu trennen und gesondert aufzubewahren. Sie sind, soweit sich nicht aus § 22 Absatz 2 und § 23 etwas anderes ergibt, zu löschen, sobald bei den statistischen Ämtern die Überpr?fung der Erhe- bungs- und Hilfsmerkmale auf ihre Schl?ssigkeit und Vollständigkeit abgeschlossen ist. Sie sind spätestens vier Jahre nach dem Berichtszeitpunkt zu löschen.

(2) Die Erhebungsunterlagen sind nach Abschluss der Aufbereitung des Zensus, spätestens vier Jahre nach dem Berichtszeitpunkt zu vernichten.

Das heißt f?r mich als Laien, dass spätestens nach 4 Jahren (!!!) sämtliche Hilfsmerkmale aus den Datensätzen entfernt sein m?ssen. Ein Hilfsmerkmal ist zum Beispiel der Name eines B?rgers. Ein Hilfsmerkmal ist auch das Geburtsdatum, ABER nur der Tag. Monat und Jahr bleiben bestehen.

Die letzten Tage hatte ich etwas gestutzt – vielleicht ist da auch nichts dran, aber im Hinblick auf die Tolle Werbung des Zensus 2011 habe ich mir Gedanken gemacht, wie die erhobenen Daten letztendlich f?r die Ziele des Staates ?berhaupt genutzt werden könnten. So bewirbt man die Wichtigkeit des Zensus mit folgenden Thesen:

  • Wie entstehen Wohnungen da, wo wir sie brauchen?
  • Welche Infrastruktur bringt uns weiter?
  • Wie viele Studienplätze brauchen wir?
  • Wie lenken wir unseren Verkehr?

Allein bei der ersten Frage kamen bei mir Fragen auf. Damit der Staat weiß, wo Wohnungen benötigt werden, muss er nat?rlich in den resultierenden Datensätzen wissen, wo es ?berhaupt Wohnungen gibt. Hierzu reicht es meiner Meinung nach nicht zwingend aus in welcher Gemeinde, sondern am Besten noch Stadtteil – oder gar noch detaillierter. Ich habe mir also die dazugehörige gesetzliche Regelung angesehen. Dies ist in §6 geregelt. Unter §6 (3) steht zudem:

(3) Hilfsmerkmale sind:

[…]

5. Straße, Hausnummer und Anschriftenzusätze der Wohnung.

Schön und gut – aber was ist mit dem Gebäude in der die Wohnung sich befindet? Als Hilfsmerkmal ist dort nichts weiter aufgef?hrt, weswegen ich davon ausgehen muss/kann, dass das Gebäude sehr wohl noch den Adressdatenbestand besitzt.

Wieso ist dieser Aspekt wichtig? Wenn man nun die laienhafte Auflistung (Tabelle) sich betrachtet, m?ssen ja statistische Daten resultierend sein. Hierzu werden zuerst die erhobenen Datenbestände miteinander verkn?pft und dann aus den jeweiligen Datenbeständen irgendwann die Hilfsmerkmale entfernt.

Mit dem wenigen Datenbank-KnowHow – da gibt es weit aus bessere Spezies – heißt das f?r mich, dass jeder erhobene Datensatz in einger jeweils eigenen Tabelle sich befindet. Es gibt eine Tabelle f?r Gebäude, in der die Daten der Gebäude erfasst werden, eine f?r Wohnungen, eine f?r die Daten des Bundesamtes f?r Arbeit usw. Jedem Datensatz wird eine eineindeutige ID verpasst. Jedem Gebäude, jeder Wohnung, jedem B?rger … danach werden mit Hilfe der Hilfsmerkmale die Daten verkn?pft. Logischerweise ?ber Verkn?pfen in einer separaten Tabelle mit Hilfe der IDs ?ber Referenzschl?ssel. Etwas anderes macht meiner Meinung nach keinen Sinn.

Dies hat zur Folge, dass dann Adressdaten der Wohnungen gelöscht werden, dennoch eine Beziehung zu einem Gebäude mit Adressdaten existieren. Etwas anderes w?rde auch keinen Sinn machen, weil man sonst nicht sonderlich feststellen kann „Wo Wohnungen entstehen sollen„. Übrigens werden laut Datensatzbeschreibung keine Adressdaten f?r Wohnungen erfasst, sondern nur f?r Gebäude, weshalb davon auszugehen ist, dass besagter 5. Punkt eh obsolet ist.

Ein oder mehrere B?rger sind mittels ihrer Personen-ID einer Wohnung zugeordnet, somit einem Gebäude und ergo somit einer Adresse. Zudem gesellt sich die Information des Arbeitgebers (wenn vorhanden) zwar nicht mit der Adresse, aber in welcher Gemeinde und des Firmennamens, welche nicht gelöscht werden.

Und kann mir jetzt einer sagen, dass die Daten nach der „Anonymisierung“ – sprich Entfernung der Hilfsmerkmale – nicht reproduzierbar sind? Je nach Faktenlage, z.B. Firmenname und Wohnort, kann ich auf mindestens eine Person in einem jeweiligen Gebäude schließen. Zusammen mit dem Geburtsdatum (Monat + Jahr) ist es noch weiter möglich, dies auf eine spezifische Person einzugrenzen.

Ich selbst bin noch nicht komplett durch, aber f?rs Erste reicht es mir, dass ich fast allein mit 3 Merkmalen auf eine Person schließen kann, nebst Adresse des Wohngebäudes und sämtlichen gespeicherten Daten. Vielleicht habe ich mich ja gedanklich vertan, weswegen ich mich freue, wenn das Ganze entkräftet werden kann.

Das verstehe ich jedenfalls nicht unter „Nicht-R?ckschließbar“!

 

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